Vodafone

Wie Smartphones im Notfall Leben retten können

Emergency Eye verbindet den Unglücksort mit der Feuerwehr-Leitstelle.

Emergency Eye verbindet den Unglücksort mit der Feuerwehr-Leitstelle.

Foto: Vodafone

Düsseldorf.   Vodafone und das Start-up Corevas wollen mit einer Smartphone-Software Ersthelfer ermutigen, mit Wiederbelebungsmaßnahmen aktiv zu werden.

Das Smartphone soll künftig auch als Lebensretter zum Einsatz kommen. Das Start-up Corevas aus Grevenbroich hat eine Notruf-Software entwickelt, für die der Düsseldorfer Telefonriese Vodafone einen eigenen Kommunikationskanal eingerichtet hat. Die Feuerwehr-Leitstelle im Rhein-Kreis Neuss testet die neue Technik bereits. Das Angebot sei kostenlos, betonen beide Unternehmen.

Plötzlich sackt der Begleiter beim Spaziergang zusammen. Herzstillstand. Mehr als 100.000 Menschen erleiden jährlich dieses Schicksal. Um den Menschen wiederzubeleben, zählt jede Minute. Doch die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin hat ermittelt, dass sich nur jeder dritte Ersthelfer eine Reanimation zutraut. Das könnte jährlich 10.000 Menschen das Leben retten, heißt es zum Europäischen Tag des Notrufs 112, der am heutigen Montag begangen wird.

Wertvolle Informationen für Ersthelfer

Die Software Emergency Eye der jungen Firma Corevas soll Ersthelfern in Sekundenschnelle wertvolle Informationen auf das Smartphone spielen. Gründer Günter Huhle erklärt das Prinzip: Sobald der Notruf in der Leitstelle der Feuerwehr eingeht, schicken Rettungskräfte dem Ersthelfer eine SMS mit dem Link zur Software Emergency Eye mit den wichtigsten Anweisungen zur Rettung des Patienten. Damit sie schnell geöffnet werden kann, hat Vodafone einen eigens dafür reservierten Kommunikationskanal freigeschaltet. „Mit diesem separaten Zugang wird das System schneller“, sagt Unternehmer Huhle.

Über die dann geschaltete Live-Videoverbindung können sich die Fachleute in der Leitstelle selbst ein Bild von der Situation des Patienten machen und Tipps für die Wiederbelebung durchgeben. Zugleich hat die Feuerwehr die exakten Koordinaten vorliegen, um einen Rettungswagen auf direktem Wege zur Unfallstelle zu schicken.

Neue Möglichkeiten der Digitalisierung

„Fast jeder hat ein Smartphone in der Hosentasche. Damit kann im Notfall auch jeder zum Retter von Menschenleben werden“, sagt Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter. Er betont, dass die Software in allen Netzen funktioniere und nicht auf das Datenvolumen der Kunden angerechnet werde. „Wir müssen die Möglichkeiten nutzen, die uns die Digitalisierung schon heute im Alltag bietet“, so Ametsreiter.

Die Leitstelle der Feuerwehr im Rhein-Kreis Neuss hat erste Erfahrungen mit Emergency Eye gesammelt. „Wir ermutigen damit die Ersthelfer, aktiv zu werden“, sagt Elmar Eppels. „Mit der neuen Technologie können wir den Anrufer automatisch und bis auf zehn Meter genau orten“, sagt er. Die genaue Standort-Bestimmung sei oft das größte Problem bei Rettungseinsätzen, wenn die Spaziergänger am Rhein oder im Wald unterwegs sind und sie im Notfall keine Anhaltspunkte haben, um ihren Standort zu beschreiben.

Anrufer muss Zustimmung erteilen

Leitstellen-Mann Eppels begrüßt, dass die Software völlig unabhängig von Apps sei, die für Rettungsfälle schon jetzt auf dem Markt sind. „Wer findet in der Panik den richtigen Knopf für die App?“, fragt Eppels. Bei Emergency Eye öffne die Leitstelle im Notfall von sich aus das Dialogfenster im Smartphone des Ersthelfers. Nach Zustimmung des Anrufers erfolge sogleich die Beratung. Das spare Zeit.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben