Sicherheitsbranche

So trommelt Wolfgang Bosbach für die Essener Firma Kötter

Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach (CDU) ist Mitglied in einem Beirat der Essener Firma Kötter.

Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach (CDU) ist Mitglied in einem Beirat der Essener Firma Kötter.

Foto: dpa/Gregor Fischer

Essen.  Der Essener Unternehmer Kötter fordert neue Regeln für die Sicherheitsbranche – mit Unterstützung des früheren CDU-Abgeordneten Bosbach.

Der Essener Unternehmer Friedrich P. Kötter warnt vor Lohndumping in der Sicherheitsbranche und fordert strengere gesetzliche Regeln: „Schwarzen Schafen und Dumpinganbietern“ müsse „endlich die Basis entzogen werden“.

Mit aktuell rund 6500 Anbietern sei der Markt für Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland „überbesetzt“, sagt Kötter. In den vergangenen fünf Jahren habe es einen Anbieterzuwachs von fast 25 Prozent gegeben. Die Folge sei ein „dramatischer Wettbewerbs- und Preisdruck“. Ein Problem sei insbesondere der Einsatz von Subunternehmern. Mit Blick auf die Qualität der Konkurrenten regt Kötter an, rund die Hälfte der Unternehmen in der Branche sollte „einmal genauer unter die Lupe genommen werden“.

Diskussionen über neues Sicherheitsgesetz

Zugleich kritisiert Kötter, derzeit würden Aufträge der öffentlichen Hand „in ganz überwiegendem Maße nach dem billigsten Preis“ vergeben. Der Essener Unternehmer betont in diesem Zusammenhang, es müsse auch um „gutes Personal und hochwertige Qualität“ gehen. Er hoffe auf entsprechende Regelungen in einem von der Bundesregierung angekündigten Sicherheitsgesetz.

Die Essener Familienfirma Kötter gehört mit rund 18.500 Mitarbeitern zu den größten Unternehmen in der Sicherheits-, Reinigungs- und Personaldienstleistungsbranche.

Mitglied eines sogenannten Kötter-Sicherheitsbeirats ist der langjährige CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach. In dieser Funktion sprach sich Bosbach unlängst ebenfalls für „die Schaffung höherer Eintrittsbarrieren“ für Gewerbetreibende in der Sicherheitsbranche aus. „Sämtliche Auflagen für das Betreiben eines Gewerbes müssten natürlich um regelmäßige Überprüfungen ergänzt werden“, so Bosbach.

Bosbach auch Mitglied in NRW-Regierungskommission

In diesem Zuge sollten die Kriterien für aktuelle Sicherheitsunternehmer gleichfalls kritisch auf den Prüfstand kommen, ließ sich Bosbach in einer Mitteilung des Unternehmens Kötter Ende April zitieren. „Wir müssen verhindern, dass Unternehmer am Markt sind, die weder das notwendige Know-how mitbringen noch die erforderlichen Personal- und Sachmittel nachweisen können, um seriös zu agieren“, so Bosbach. „Ziel sollte es sein, nicht den vermeintlichen Erfolg in Dumpingpreisen zu suchen, die wiederum ausschließlich durch Dumpinglöhne möglich sind.“

Bosbach ist auch Vorsitzender der von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ins Leben gerufenen Regierungskommission „Mehr Sicherheit für Nordrhein-Westfalen“. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Hartmut Ganzke, forderte Bosbach angesichts des Engagements für das private Unternehmen Kötter bereits auf, die Regierungskommission zu verlassen.

Neben Bosbach ist auch der frühere SPD-Politiker Fritz Rudolf Körper, ein ehemaliger Staatssekretär, Mitglied des Kötter-Sicherheitsbeirats. Auch Körper plädierte vor wenigen Wochen in der Mitteilung des Unternehmens für ein „bundeseinheitliches Sicherheitsgesetz“.

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