Kernkraft

RWE gibt drei Atommüll-Zwischenlager an den Staat ab

Das Atomkraftwerk Biblis in Südhessen gehört zum Essener Energiekonzern RWE.

Das Atomkraftwerk Biblis in Südhessen gehört zum Essener Energiekonzern RWE.

Essen.   Eine Bundesgesellschaft übernimmt vom Essener Energiekonzern RWE drei Atommüll-Zwischenlager. Aber nur 16 RWE-Mitarbeiter wechseln zum Staat.

Der Essener Energiekonzern RWE hat seine Atommüll-Zwischenlager zum Jahreswechsel an den Bund abgegeben. Zum 1. Januar seien die Standorte in Lingen, Biblis und Gundremmingen an die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) übertragen worden, teilte die zuständige Konzerntochter RWE Nuclear mit.

Grundlage ist ein Ende 2016 verabschiedetes Gesetz zur Neuverteilung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung. Demnach ist der Bund für die Zwischen- und Endlagerung der atomaren Abfälle verantwortlich. Dafür haben die Konzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall, die Betreiber der deutschen Kernkraftwerke, Mitte 2017 rund 24 Milliarden Euro in einen staatlichen Fonds eingezahlt.

Von 1300 Mitarbeitern wechseln nur 16 zum Staat

Für die Stilllegung und den Abbau der Kernkraftwerke sind die Konzerne auch künftig finanziell und organisatorisch verantwortlich. Die entstehenden radioaktiven Abfälle werden verpackt und von der staatlichen BGZ übernommen.

Mit mehr als 1300 Beschäftigten kümmert sich die Essener RWE Nuclear GmbH um Betrieb und Rückbau der kerntechnischen Anlagen des Energiekonzerns. Lediglich 16 RWE-Mitarbeiter wechseln nun zur Bundesgesellschaft BGZ.

„Sicherheit hat für RWE immer oberste Priorität“, sagt Nikolaus Valerius, der technische Geschäftsführer von RWE Nuclear. „Auch zukünftig werden wir eng mit den BGZ-Vertretern an den Standorten zusammenarbeiten.“

Staat soll noch weitere Standorte übernehmen

An den Atomkraftwerken in Lingen und Gundremmingen hält RWE einen Anteil von 87,5 beziehungsweise 75 Prozent, die übrigen Anteile sind im Besitz der Eon-Tochter PreussenElektra.

Deutschlandweit wurden zum 1. Januar 2019 Unternehmensangaben zufolge insgesamt elf dezentrale Atommüll-Zwischenlager der vier Konzerne an den Bund übertragen. In einem zweiten Schritt sollen Anfang 2020 weitere zwölf Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in die Verantwortung des Staates wechseln, darunter zwei Lager in Biblis.

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