Vodafone/Unitymedia

Nach der Unitymedia-Übernahme will Vodafone Stellen abbauen

Die Deutschland-Zentrale von Vodafone in Düsseldorf.

Die Deutschland-Zentrale von Vodafone in Düsseldorf.

Foto: Ina Fassbender / picture alliance / Ina Fassbender/dpa

Düsseldorf.  Nach der milliardenschweren Übernahme von Unitymedia will Vodafone die Personalkosten drastisch senken. Verhandlungen mit Betriebsrat gestartet.

Nach der Übernahme des Kabelanbieters Unitymedia plant der Düsseldorfer Kommunikationskonzern Vodafone harte Einschnitte. In beiden Unternehmen sollen in den nächsten zwei Jahren bis zu 135 Millionen Euro Personalkosten eingespart werden, heißt es in einem Vodafone-Papier, das unserer Redaktion vorliegt. Vodafone strebe sozialverträgliche Lösungen an. Am Donnerstag begannen die Verhandlungen mit dem Betriebsrat.

„Wir werden auch Personal abbauen müssen“, sagte ein Vodafone-Sprecher, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Vodafone und Unitymedia verfügen nach seinen Worten über zusammen rund 16.000 Mitarbeiter in Deutschland. 5000 sind am Vodafone-Campus in Düsseldorf tätig, 2700 bei Unitymedia mit Sitz in Köln. Mit der Integration des Kabelnetzbetreibers, dessen Name ganz vom Markt verschwinden soll, seien redundante Führungsstrukturen und Doppelfunktionen entstanden, die es aufzulösen gelte, heißt es.

Vodafone will bis zu 135 Millionen Euro Personalkosten sparen

Die angestrebten Kosteneinsparungen von bis zu 135 Millionen sollen Vodafone zufolge aber nicht 1:1 durch den Abbau von Arbeitsplätzen erfolgen. Die Hälfte des Einsparziels will der Konzern nach eigenen Angaben über „natürliche Fluktuation“ erzielen. 400 offene Stellen hat Vodafone im Hinblick auf die Integration von Unitymedia vorsorglich nicht besetzt. Diese Arbeitsplätze sollen Mitarbeitern beider Unternehmen angeboten werden. Und: „Wir werden in den nächsten Jahren rund eine Milliarde Euro in unsere IT investieren. Dadurch entstehen neue Arbeitsplätze“, sagte der Sprecher.

Die drei großen deutschen Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica stehen unter Druck. Für die Ersteigerung der Lizenzen für den superschnellen Mobilfunk-Standard 5G mussten sie im Frühjahr 6,6 Milliarden Euro an den Bundesfinanzminister überweisen. Mit 1&1 hatte der Bund einen vierten Anbieter zugelassen, der den Platzhirschen jetzt Konkurrenz macht, ohne ein eigenes Netz unterhalten zu müssen.

Netzausbau verschlingt Milliarden

Funklöcher zu schließen und den Breitband-Ausbau voranzutreiben, verschlingt weitere Milliarden. Und Vodafone zahlte 18,4 Milliarden Euro an die Unitymedia-Mutter Liberty, um einen Großteil deren Europa-Geschäfte zu übernehmen. Nun will Vodafone „den Gürtel enger schnallen“, um die nötigen Milliarden für den Netzausbau aufzubringen.

Leserkommentare (4) Kommentar schreiben