Energiekonzern

Gutes Handelsgeschäft lässt Einnahmen bei RWE sprudeln

Die Stromproduktion auch im RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem ging im ersten Quartal zurück.

Die Stromproduktion auch im RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem ging im ersten Quartal zurück.

Foto: Oliver Berg/dpa

Essen.   Vor dem Umbau zum grünen Stromproduzenten überrascht der Essener Energiekonzern mit guten Bilanzahlen für die ersten drei Monate des Jahres.

Der Essener Energiekonzern RWE hat auf dem angegestrebten Weg zu einem der führenden Ökostrom-Produzenten deutlich mehr verdient und von einem überraschend guten Handelsgeschäft profitiert. Bei der Umsetzung des Milliardendeals mit Eon sieht sich RWE weiter „voll im Zeitplan“. Man komme Schritt für Schritt voran, sagte Finanzvorstand Markus Krebber am Mittwoch in Essen. Die „neue RWE“ sei in Sicht. RWE steigt nach Abschluss der Transaktion mit Eon nach früheren Angaben zur Nummer drei bei den erneuerbaren Energien in Europa auf und weltweit zur Nummer zwei bei Windkraft auf See.

Derzeit ist das Geschäft von RWE aber noch stark von der Verstromung von Kohle geprägt. In diesem Segment geht die Produktion zurück. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg im ersten Quartal dennoch auf 510 Millionen Euro – nach 299 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen in Essen mitteilte. Die Zahlen fielen besser aus, als vom Markt erwartet. Schon bisher gehört die RWE-Aktie in diesem Jahr mit einem Anstieg um fast ein Viertel zu den besten Dax-Werten.

Das bessere Ergebnis sei vor allem durch ein starkes Handelsgeschäft erzielt worden, hieß es. Im schwankungsanfälligen Energiehandel sei zwischen Januar und März ein operativer Gewinn von 255 Millionen Euro erzielt worden, nach einem leichten Verlust im Vorjahr.

RWE erwartet für 2019 ein stabiles Ergebnis

Etwas mehr verdient hat RWE auch mit Braunkohle- und Kernkraftwerken. Die Braunkohlestromproduktion ging im ersten Quartal zwar weiter zurück. Die dadurch bedingte geringere Auslastung der Braunkohlekraftwerke konnte RWE durch höhere Großhandelspreise aber ausgleichen. Die Jahresprognose sowie den Dividendenausblick bestätigte RWE. Für 2019 erwartet der Energiekonzern dabei bestenfalls ein stabiles Ergebnis.

„Unsere Strategie steht: Wir wollen international wachsen und unsere ausgezeichnete Marktposition durch gezielte Investitionen in attraktive Märkte und Projekte weiter ausbauen“, kündigte Finanzchef Markus Krebber an. RWE will nach der Übernahme der Erneuerbaren Energien der Tochter Innogy und der des bisherigen Rivalen Eon insbesondere in den USA sein Ökostromgeschäft ausbauen. Im kapitalintensiven US-Windkraftmarkt könnte es Partnerschaften auch mit Ölkonzernen oder anderen Versorgern geben, hieß es.

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