Handwerk

Die Nachfrage nach Online-Marketing steigt massiv

05.07.2018 - Auf der Zeche Hansemann in Dortmund präsentiert sich die Produkt-Messe Handwerk Digital am 3. Juli zum dritten Mal. Gezeigt werden moderne Methoden zum Einsatz auf der Baustelle ebenso wie Marketingstrategien. Im Bild: Gerüstbauer und Dachdecker Hermann Spanier von "Moselcopter" zeigte im vergangenen Jahr den Einsatz einer Drohne. Foto: Matthias Graben / FUNKE Foto Services

05.07.2018 - Auf der Zeche Hansemann in Dortmund präsentiert sich die Produkt-Messe Handwerk Digital am 3. Juli zum dritten Mal. Gezeigt werden moderne Methoden zum Einsatz auf der Baustelle ebenso wie Marketingstrategien. Im Bild: Gerüstbauer und Dachdecker Hermann Spanier von "Moselcopter" zeigte im vergangenen Jahr den Einsatz einer Drohne. Foto: Matthias Graben / FUNKE Foto Services

Die Digitalisierung im Handwerk schreitet nicht nur im Arbeitsalltag voran. Das Interesse an Instagram & Co als Marketinginstrument steigt.

Hagen. Dass dieses Thema Social Media irgendwie wichtig sein könnte, ist dem heimischen Handwerk vermutlich irgendwie klar. Aber wie man damit tatsächlich etwas erreicht – also optimalerweise Kunden und Nachwuchs – scheint vielen Betrieben noch Rätsel aufzugeben. „Im Betriebsalltag ist es im Handwerk insgesamt noch nicht so angekommen“, weiß Tobias Pütter, Online- und Marketingberater der Handwerkskammer Dortmund. Seit zweieinhalb Jahren betreut Pütter die Betriebe im Kammerbezirk vom Ennepe-Ruhr-Kreis über Hagen bis Hamm beim Thema Werbung beziehungsweise Eigenwerbung. „Die Nachfrage nach Marketingberatung ist seitdem konstant, der Anteil an Nachfragen zu Online-Maßnahmen ist massiv gestiegen.“

Homepage allein reicht nicht mehr

Tatsächlich finden sich immer mehr Betriebe, die über den obligatorischen Internetauftritt hinaus neue Medien und Kanäle nutzen, um ihre Zielgruppen zu erreichen. In der Regel beschränkt sich die Präsenz im weltweiten Netz nach wie vor darauf, ein paar Informationen zum Betrieb und zu den Produkten beziehungsweise Dienstleistungen zu präsentieren. Für die Zukunft zu wenig, meint der studierte Betriebswirt Pütter, der vor seinem Engagement bei der Handwerkskammer bei PriceWaterhouseCoopers (PWC) tätig war. „Im Moment sind viele Betriebe gar nicht unbedingt angewiesen auf den Einsatz von Social Media“, sagt Pütter. Der Bauboom, die extrem hohe Nachfrage im Handwerk lässt es nicht nötig erscheinen, sich an dieser Stelle zu bewegen – häufig bleibt den Unternehmern dazu momentan aber auch gar keine Zeit.

Dennoch macht es Sinn, sich in naher Zukunft damit zu beschäftigten.

Positive Effekte erst mittelfristig

Das fällt denjenigen, die sich auch privat auf Instagram & Co. tummeln natürlich leichter als anderen. Verfolgt man Auftritte von Unternehmen auf verschiedenen Portalen, wird eines schnell klar: Ein altes Imagevideo auf neuen Kanälen zu platzieren, wird kaum zum gewünschten Ziel führen. Wichtig scheint eher Originalität als Professionalität. „Ich glaube, die Handwerker müssen Portale wie Instagram künftig nutzen, aber sie müssen es nicht jeden Tag tun, aber es muss strukturiert passieren“, nimmt Pütter die Sorge vor Überforderung. Effekte, ob bei der Gewinnung von Kunden oder auch bei der Nachwuchssuche dürften nach Ansicht des Experten zwar erst mittel- bis langfristig sichtbar werden, dennoch sei es sinnvoll, sich auf diese „jungen“ Instrumente einzulassen. Tipp: „Den Nachwuchs im eigenen Betrieb daransetzen, neuen Nachwuchs zu gewinnen.“

VR-Brillen und 3D-Druck

Welche Möglichkeiten es mittlerweile gibt, um Kunden zu begeistern, zeigt die Handwerkskammer am 3. Juli dieses Jahres bei der Messe Handwerk Digital in Dortmund (Box) – vom Einsatz von VR-Brillen zur Wohnraumgestaltung bis hin zu 3D-Druck-Verfahren, wie sie beispielsweise im Gesundheitswesen in der Dentaltechnik, Orthopädietechnik und Hörgeräteakustik genutzt werden. Die Messe ist für jedermann offen, der sich für Digitalisierung im Handwerk interessiert.

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