Autokongress

Car-Symposium in Bochum: Aral plant mehrstöckige Tankstellen

So könnte nach den Planungen von Aral die Tankstelle der Zukunft aussehen.

So könnte nach den Planungen von Aral die Tankstelle der Zukunft aussehen.

Foto: Aral

Bochum.   Beim Autokongress Car-Symposium in Bochum steht die Elektromobilität im Mittelpunkt. Die Tankstellenkette Aral wappnet sich für Veränderungen.

Angesichts einer wachsenden Bedeutung der Elektromobilität stellt sich Deutschlands führende Tankstellenkette Aral auf rasante Veränderung ein. „Mit neuen Funktionen kann die Tankstelle der Zukunft zu einem Knotenpunkt in unserem Alltag werden“, sagte Wolfgang Langhoff, der Europa-Chef des Aral-Mutterkonzerns BP, beim Autokongress Car-Symposium im Bochumer Ruhr Congress. Auch der Bau mehrstöckiger Tankstellen gehört zu den Planungen des Unternehmens.

Neben den bisherigen Angeboten rund um Kraftstoffe, Shops und Autowäsche werden Langhoffs Einschätzung zufolge neue Geschäftszweige an den Tankstellen entstehen. „Ein Zukunftstrend sind beispielhaft Angebote rund um autonome Fahrzeuge“, sagte der BP-Manager. Gerade in der Großstadt erwartet der britische Aral-Mutterkonzern hierfür eine hohe Nachfrage. „Fahrzeuge von Flottenbetreibern stünden auf Abruf an der Tankstelle bereit und könnten auch dort gewartet und gereinigt werden. Der dafür notwendige Platzbedarf würde durch eine mehrstöckige Bauweise abgedeckt.“

Dudenhöffer fordert mehr Tempo von Landesregierung

Das CAR-Symposium in Bochum hat sich als Branchentreff der Automobilindustrie etabliert. Mehr als 1000 Teilnehmer – darunter Manager von Batterieherstellern, Autobauern und Fabrikausrüstern – diskutieren in diesem Jahr über den „Hochlauf der Elektromobilität in Europa“.

Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen, der das Branchentreffen organisiert, betonte am Rande der Veranstaltung, die Elektromobilität werde ein „Multi-Milliardenmarkt“. NRW und das Ruhrgebiet haben nach Einschätzung von Dudenhöffer große Chancen, bei den Materialien für die beim Einsatz von Elektrofahrzeugen benötigten Lithium-Ionen-Batterien eine wesentliche Rolle zu spielen.

„Wichtig bei diesem Thema ist Geschwindigkeit“, sagte Dudenhöffer. „Daher wünschen wir uns von der NRW-Landesregierung mehr Unterstützung bei unseren Plänen zur Industrialisierung von Batterie-Materialien. Die Universität Duisburg-Essen sowie die anderen Hochschulen im Ruhrgebiet haben beste Voraussetzungen, dies voranzutreiben. Leider haben wir bisher bei der Landesregierung zu wenig Geschwindigkeit bei der Umsetzung von unseren Plänen erkennen können.“

Auch Lufttaxis „Teil der Vision für die Großstadt“

Der Mineralölriese BP wappnet sich für den Wandel der Branche, wie Europa-Chef Langhoff in Bochum darlegte. Klar sei, dass mit mehr Elektrofahrzeugen auch mehr Ladesäulen an den Tankstellen verbunden seien. Aral setze dabei auf das sogenannte Ultra-Fast-Charging, um die Ladezeit zu begrenzen.

Für eine wachsende Zahl an E-Bikes werde es künftig voraussichtlich Batteriewechsel-Automaten an den Tankstellen geben, erklärte Langhoff. Private Fahrer und gewerbliche Lieferdienste könnten dort leere gegen vollgeladene Akkus tauschen. Für Geschäftsleute seien außerdem Meeting-Räume und mobile Büros denkbar. Auch den Einsatz von Lufttaxis sieht Langhoff als „Teil der Vision für die Großstadt“.

„Der Diesel wird weiterhin seine Berechtigung haben“

„Wir wissen um die kommenden Herausforderungen und wollen Teil der Lösung sein“, betonte Langhoff. BP stehe vor einer doppelten Herausforderung – „nämlich zum einen die steigende Energie- und Mobilitätsnachfrage zu befriedigen und zum anderen gleichzeitig den Weg in eine CO2-ärmere Zukunft zu gehen“.

Langhoff betonte aber zugleich, dass die klassischen Kraftstoffe in den kommenden Jahren weiter benötigt würden. „Ideologische Denkverbote sind daher fehl am Platz, was bedeutet, dass auch der Diesel weiterhin seine Berechtigung haben wird“, sagte der BP-Manager. „Denn nüchtern betrachtet ist es auch klimapolitisch falsch, Diesel als Kraftstoff zu verdammen.“

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