Weltrisikobericht

Risikoreport: Die größten Gefahren für die Welt in 2020

Das Weltwirtschaftsforum von Davos findet in diesem Jahr vom 21. bis 24. Januar statt.

Das Weltwirtschaftsforum von Davos findet in diesem Jahr vom 21. bis 24. Januar statt.

Foto: FABRICE COFFRINI / AFP

Berlin.  Der aktuelle Risikoreport des Weltwirtschaftsforums in Davos listet die größten Gefahren für die Welt in diesem Jahr auf.

Der Klimawandel ist die wichtigste Herausforderung weltweit – diese Einschätzung hat sich nun in der Szene der internationalen Unternehmen durchgesetzt. Das zeigt der neue Weltrisikobericht, den das Weltwirtschaftsforums von Davos (WEF) veröffentlicht hat. Erstmals stehen dieses Jahr ökologische Themen auf den fünf Spitzenplätzen der wahrscheinlichsten Risiken. Am gefährlichsten sei das Risiko „extremer Wetterereignisse“, dann folgt ein mögliches „Scheitern von Klima-Politik“.

Platz drei nehmen „Naturkatastrophen“ ein, den vierten Rang „Verlust von Biodiversität und Zusammenbruch von Ökosystemen“. An fünfter Stelle folgen „menschengemachte Umweltschäden“. „Das Handlungsfenster ist noch offen, wenn auch nicht mehr lange“, sagte WEF-Präsident Borge Brende. Er rief Regierungen und Firmen dazu auf, miteinander statt gegeneinander zu arbeiten, um die Gefahren abzuwenden.

Den Risikobericht veröffentlicht das Forum traditionell kurz vor dem Manager- und Politiker-Gipfel im Schweizer Bergort Davos. Der Kongress, zu dem sich unter anderem US-Präsident Donald Trump, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Klima-Aktivistin Greta Thunberg angesagt haben, findet vom 21. bis 24. Januar statt.

Weltwirtschaftsforum von Davos: Firmen sollen mehr gegen Klimawandel tun

Basis des Berichts sind die Einschätzungen von „mehr als 750 globalen Experten und Entscheidungsträgern“, die mit dem WEF zusammen Lösungen für globale Probleme erarbeiten wollen. Dazu gehören viele Manager und Managerinnen großer Unternehmen, Politiker und auch Vertreter von zivilgesellschaftlichen Organisationen, die das Forum zur Mitarbeit einlädt.

John Drzik, Chef der mit dem WEF kooperierenden Beratungsfirma Marsh McLennan, forderte die Unternehmensvorstände auf, die Senkung des Kohlendioxidausstoßes in ihre Geschäftspolitik einzubauen. Einige Konzerne würden sich schon anstrengen, sagte WEF-Klima-Expertin Emily Farnworth, die Bemühungen reichten aber bei weitem nicht aus.

Das Klimapaket der Bundesregierung
Das Klimapaket der Bundesregierung

Klima- und Umwelt-Thema drängt nach oben

Die Tendenz der Risiko-Berichte der vergangenen Jahre setzt sich damit 2020 fort. Das Klima- und Umwelt-Thema drängt zunehmend nach oben. Die Berichte sind immer auch ein Reflex auf die Debatten, die die politische Öffentlichkeit bestimmen. 2019 nahmen die weltweiten „Fridays for Future“-Demonstrationen breiten Raum ein, bei denen vor allem junge Leute forderten, den Kohlendioxidausstoß schnell und deutlich zu verringern, um die Erwärmung der Erdatmosphäre in Grenzen zu halten.

Die verheerenden Buschbrände in Australien, deren Ausmaß mit dem Klimawandel in Zusammenhang gebracht wird, dürften ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Ein ähnliches Phänomen war bereits im Risiko-Bericht 2019 zu beobachten. Damals lagen die starken Brände im US-Bundesstaat Kalifornien noch nicht lange zurück, die dort viele Siedlungen vernichteten und zahlreiche Anwohner töteten.

WEF-Chef will eine Billion Bäume pflanzen

Die Risiko-Wahrnehmung verändert sich mit den Jahren, wie die Berichte zeigen. Während der Finanzkrise 2009 und 2010 stand der Kollaps der Vermögenswerte ganz oben auf der Liste der größten Risiken. 2011 waren es Stürme und andere Wetterextreme, worauf drei Jahren folgten, in denen die Ungleichheit zwischen Arm und Reich die Debatten bestimmte – Auswirkungen der Finanzkrise.

Im Zuge unter anderem des Syrienkrieges rangierten 2015 und 2016 die Themen „internationale Konflikte“ und „Einwanderung“ an der Spitze der Angstskala. Seit 2017 stehen dort nun die Wetterextreme.

Als Beitrag des Weltwirtschaftsforums zum Kampf gegen den Klimawandel hat WEF-Chef Klaus Schwab eine Initiative angekündigt, die in den kommenden Jahren „eine Billion Bäume“ weltweit pflanzen soll. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es etwa 90 Milliarden Bäume.

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