Medienmacher

Warum die Marke Spiegel Online bald ausgedient hat

Sämtliche Produkte des bekannten Nachrichtenmagazins, auch die digitalen,  werden künftig unter dem Namen „Der Spiegel" angeboten.

Sämtliche Produkte des bekannten Nachrichtenmagazins, auch die digitalen, werden künftig unter dem Namen „Der Spiegel" angeboten.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Hamburg.  Warum die erfolgreiche Internet-Marke des „Spiegel“ verschwindet – und was das mit der Berufung eines Creative Directors zu tun hat.

Am 25. Oktober wird Spiegel Online 25 Jahre alt. Der „Spiegel“ war als erstes Nachrichtenmagazin weltweit im Internet. Erst einen Tag später folgte das amerikanische „Time Magazine“. Und Spiegel Online, auch kurz SPON genannt, war wohl auch das erste journalistische deutschsprachige Angebot im Netz.

Es ist also ein schönes Jubiläum, das sie im Herbst im Verlagshaus auf der Hamburger Ericusspitze feiern können. Allerdings wird es in dieser Form das letzte sein. Denn Spiegel Online gibt es nur noch bis zum Jahresende. Dann hat die Marke ausgedient.

Der Grund dafür ist die Integration von Digital und Print. Im Juni hatte sich die „Spiegel“-Geschäftsführung mit den Betriebsräten des Unternehmens auf die Eckdaten der Verschmelzung von Print- und Digitalredaktion verständigt. Ab September wird es nur noch eine gemeinsame „Spiegel“-Redaktion geben, die sowohl für die gedruckten als auch für die die digitalen Produkte des Hauses verantwortlich sein wird.

Diese Produkte sollen denselben Namen tragen und auch möglichst gleich aussehen. Zu diesem Zweck entwickelt derzeit eine externe Agentur einen neuen einheitlichen Look für alle Angebote des Hauses. Sie werden künftig – ob analog oder digital – nur noch „Spiegel“ heißen.

„Spiegel“: Judith Mohr wird Creative Director

Mit alldem hat zumindest indirekt auch eine Top-Personalie bei dem Nachrichtenmagazin zu tun: Der „Spiegel“ bekommt nach Jahren mal wieder einen Art Director, der den Titel Creative Director tragen wird. Der Director ist eine Direktorin und heißt Judith Mohr. Sie kommt im Herbst vom „Manager Magazin“, das übrigens auch zur Spiegel-Gruppe gehört.

Mohr ist eine Weggefährtin von „Spiegel“-Chefredakteur Steffen Klusmann. Sie arbeitete von 2008 bis 2012 im Layout der „Financial Times Deutschland“, also zu einer Zeit, in der Klusmann dort Chefredakteur war. 2015, der Journalist war inzwischen Chefredakteur des „Manager Magazins“, holte er sie als Creative Director zu dem Wirtschaftstitel.

Beim „Spiegel“ wird sie in ihrer neu geschaffenen Position voraussichtlich die Arbeit der vier Ressorts Bildredaktion, Grafik und Multimedia, Titelbild sowie Layout koordinieren. Und Mohr wird selbstverständlich für die Optik des gedruckten Hefts ebenso verantwortlich sein wie für die digitalen „Spiegel“-Produkte.

+++++++++++++++++

Gibt es eine Bestandsgarantie für die Welt-Gruppe oder nicht?

Bei Axel Springer hat die Nachricht, dass es für die Welt-Gruppe womöglich keine Bestandsgarantie mehr gibt, „einige“ Mitarbeiter „in Unruhe versetzt“. Das geht aus einer Mail an die Belegschaft hervor, die Springer-Chef Mathias Döpfner und die für die „Welt“ zuständige Vorständin Stephanie Caspar verfasst haben.

In einem Papier des künftigen Springer-Gesellschafters KKR wurde die „Fortführung der Welt-Gruppe“ von „einer angemessenen Steuerung der jährlichen Ergebnissituation“ abhängig gemacht. Laut der Mail war Finanzvorstand Julian Deutz am Mittwoch Gast der „Welt“-Redaktionskonferenz, um „die wichtigsten Punkte“ klarzustellen.

Caspar und Döpfner räumen in ihrem Schreiben ein, dass man die Formulierung in dem KKR-Papier „von außen missverständlich als fehlendes Bekenntnis zur Zukunft der ,Welt’ interpretieren kann“. Tatsächlich komme die Vereinbarung, die man mit KKR getroffen habe, aber „faktisch einer Bestandsgarantie für die ,Welt’ gleich“.

• Weitere Kolumnen aus der Reihe „Medienmacher“

Wird Ina Tenz von Antenne Bayern neue NDR-Hörfunkdirektorin?

Warum den Bezahlsender Sky so viele seiner Manager verlassen

Nun wird auch die Masterarbeit von Claas Relotius überprüft

Anja Reschke steigt im NDR auf – wohl nicht zum letzten Mal

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben