Benzin

Benzinmangel an Tankstellen durch Niedrigwasser im Rhein

Foto: imago stock&people / imago/Westend61

Düsseldorf.  Wegen Niedrigwassers können Schiffe auf dem Rhein nicht so viel Ladung transportieren wie sonst. Eine Folge: Tankstellen geht das Benzin aus.

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Der Rhein bringt durch sein Niedrigwasser die ersten Tankstellen in Nordrhein-Westfalen in Schwierigkeiten und beschäftigt die Kampfmittelräumer. Der Fluss wird nach Einschätzung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg in den nächsten Tagen immer weniger Wasser führen und sich weiter in sein Bett zurückziehen.

Im Laufe der Woche werden demnach die Wasserstände zwischen Bonn und Emmerich überall Rekordtiefstwerte erreicht haben, kündigte der Hydrologe Jan Böhme an: «Die Pegel des Rheins in Nordrhein-Westfalen sind oder werden in der laufenden Woche unter die bisher niedrigsten gemessenen Pegelstände fallen.»

Drohnenaufnahmen: Rhein sinkt auf Rekordtief

Duisburg, 17.10.2018: Der Wasserstand im Rhein sinkt immer weiter. Mittwochmittag lag der Pegel in Duisburg-Ruhrort bei 169 cm.
Drohnenaufnahmen: Rhein sinkt auf Rekordtief

In Emmerich wurde demnach am Donnerstag ein neuer Rekordtiefstwert von 19 Zentimetern erreicht, der nach Berechnungen in den nächsten zwei bis vier Tagen um weitere 10 Zentimeter weiter fallen wird. Die Fahrrinnentiefe des Rheins betrug in Emmerich am Donnerstag aber noch 2,15 Meter.

Tankschiffe können wegen des Niedrigstands teilweise nur noch mit einem Drittel der gewöhnlichen Ladung fahren, wie der Mineralölwirtschaftsverband feststellte. Nach Verbandsangaben kam es am Dienstag und Mittwoch vereinzelt für wenige Stunden zu Lieferengpässen. Vereinzelt bekamen Tankstellen keine Kraftstoff-Lieferung.

Ähnliche Probleme könnte es in den nächsten Tagen auch wieder geben. «Es fahren insgesamt mehr Schiffe. Wir bemühen uns um Alternativen. Aber die Kapazitäten bei Zügen sind auch begrenzt», sagte Sprecher Alexander von Gersdorff der Deutschen Presse-Agentur.

Alte Kriegsmunition wird angeschwemmt

Das Niedrigwasser enthüllt die unschönen Seiten des Rheins: alte Kriegsmunition zum Beispiel. Die wird nach Angaben der Bezirksregierung durch die Strömung rheinabwärts getrieben und ans Ufer geschwemmt. Bei Niedrigwasser wie jetzt würden jetzt häufiger Kampfmittel gefunden, teilte eine Sprecherin mit. Wie jetzt bei Köln: Da wurde am Donnerstag eine amerikanische Fliegerbombe im Rhein kontrolliert gesprengt.

Die Kölner nutzen die Gunst des niedrigen Wasserstands zu einer Groß-Reinemachaktion für den Rhein: Nachdem in den vergangenen Tagen schon Mitglieder eines Kölner Yachtclubs den Rhein von Müll befreit hatten, machten sich am Donnerstag auch Feuerwehr und Abfallwirtschaftsbetrieb daran zu schaffen. Sie holten Fahrräder, Metallschrott und Sperrmüll aus dem Rhein, wie die Stadt mitteilte. Weitere Sammel-Aktionen sind demnach in den nächsten Tagen geplant. (dpa)

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