Handel

Tarifflucht: Verdi ruft Real-Mitarbeiter zum Streik auf

Verdi ruft für Freitag zu Streiks in den Real-Filialen auf.

Verdi ruft für Freitag zu Streiks in den Real-Filialen auf.

Foto: imago stock

Düsseldorf.   Die Gewerkschaft Verdi ruft die Real-Beschäftigten am heutigen Freitag zum Streik auf. In Düsseldorf ist eine Demo gegen Tarifflucht geplant.

Die Gewerkschaft Verdi hat die 34.000 Beschäftigten der SB-Warenhauskette Real für den heutigen Freitag bundesweit zum Streik aufgerufen. Verdi wirft dem Unternehmen Tarifflucht vor, nachdem es aus dem Tarifvertrag für den Einzelhandel ausgestiegen war und die Real-Mitarbeiter in eine neue Gesellschaft überführt hatte. Verdi warnt vor Einbußen. „Wir wollen keine Dumpinglöhne, wir kämpfen für Löhne, von denen man leben kann“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

In der neu gegründeten Real GmbH gelten für künftig einzustellende Mitarbeiter Tarifverträge, die die Metro-Tochter mit der christlichen Gewerkschaft DHV abgeschlossen hat. „Deren Tarifverträge führen zu durchschnittlich 23 Prozent weniger Geld und längerer Arbeitszeit bei Real-Neueinstellungen“, teilte Verdi mit. Für eine Verkäuferin in 60-Prozent-Teilzeit bedeute das einen Gehaltsverlust von derzeit 1547 Euro auf 1260 Euro brutto im Monat.

Zukunft der Beschäftigten ungewiss

Bei Real mache sich deshalb Demotivation breit, heißt es bei Verdi. Denn die DHV-Konditionen sähen auch weniger Urlaubs- und Weihnachtgeld, die Abschaffung der Spätarbeitszuschläge und Zahlung von Nachtarbeitszuschlägen erst ab 22 Uhr vor, teilte Verdi mit. Zudem gebe es keine Standort- und Beschäftigungssicherheit. „Damit ist die Zukunft der Beschäftigten völlig ungewiss“, so Nutzenberger.

Aus Protest wollen die streikenden Real-Beschäftigten heute Vormittag vor der Zentrale des Mutterkonzerns Metro in Düsseldorf demonstrieren.

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