Commerzbank

Studie: Ruhr-Handel gut gegen Online-Konkurrenz gewappnet

Der stationäre Handel reagiert zunehmend auf die Online-Konkurrenz.

Der stationäre Handel reagiert zunehmend auf die Online-Konkurrenz.

Foto: Fabian Strauch

Essen.  Onlineriesen wie Amazon und Ebay spornen Händler an der Ruhr an, auf die Konkurrenz im Internet zu reagieren. Das ergab eine Commerzbank-Studie.

Mittelständische Einzelhändler aus dem Ruhrgebiet sind trotz der wachsenden Bedeutung des Onlinehandels positiver für das gerade gestartete Jahr gestimmt als Betreiber von Läden im Bundesdurchschnitt. Eine Mehrheit konnte ihre Kundenzahl 2018 sogar steigern. Das geht aus einer von der Commerzbank in Auftrag gegebenen Studie hervor.

Die Bank ließ im Herbst bundesweit 3500 Einzelhändler mit einem Umsatz bis zu 15 Millionen Euro befragen, 50 davon in Essen. Das Ergebnis überrascht: Obwohl sich die Konsumlaune der Verbraucher nach Einschätzung des Handelsverbands Deutschland zu Beginn 2019 deutlich eintrübte, zeigen sich 85 Prozent der hiesigen Händler optimistisch für das Jahr. Im Bundesdurchschnitt erwarten der Commerzbank-Studie zufolge nur 75 Prozent der Händler eine positive oder zumindest stabile Geschäftsentwicklung.

Wettbewerb ist die größte Herausforderung

„Der mittelständische Einzelhandel etwa in Essen hat sich insgesamt gut auf die Konkurrenz im Internet vorbereitet“, sagt Andreas Ambrosat, in der Commerzbank-Niederlassung Essen für die Unternehmerkunden verantwortlich. Gleichwohl fördert die Studie auch Nachholbedarf zu Tage. „Der Online-Handel macht den Einzelhändlern schon zu schaffen“, so Niederlassungsleiter Michael Görtz. Denn im zunehmenden Wettbewerb im Netz sehen 60 Prozent der hiesigen Händler die größte Herausforderung. Bundesweit sind es nur 49 Prozent.

Getoppt werden die Sorgen allein durch den grassierenden Fachkräftemangel, der 63 Prozent der Händler in Essen und 57 Prozent bundesweit bedrückt. 69 Prozent der hiesigen Unternehmen geben an, Waren ausschließlich im Laden zu verkaufen. Bundesweit sind es 56 Prozent. Stationär und online ist immerhin jeder fünfte Mittelständler für seine Kunden da, bundesweit jedoch bereits jeder dritte. Handelsexperten argumentieren, dass nur sogenannte Multichannel-Anbieter überleben werden, die auf mehreren Vertriebskanälen präsent sind.

Digitale Suche nach Nachfolgern im Geschäft

„Der Druck, der auf ihnen lastet, nutzen die Händler, um ihr Geschäft auszubauen“, stellt Commerzbanker Görtz fest. „Wir beobachten den Trend, dass sich Kunden im Internet informieren, aber vor Ort kaufen.“ Um für sich zu werben, nutzen 58 Prozent der regionalen Händler das soziale Netzwerk Facebook, 40 Prozent setzen auf Suchmaschinen im Netz. Diese Zahlen liegen deutlich höher als der Bundesdurchschnitt.

Digitale Plattformen helfen Ladeninhabern inzwischen auch dabei, einen Nachfolger zu suchen. In Essen stellt sich für jeden sechsten Händler die Frage, an wen er das Geschäft in den nächsten Jahren übergibt. Der Studie zufolge machten in Essen davon bislang 22 Prozent Gebrauch. Zu den Anbietern gehört inzwischen auch die Commerzbank. „Auf unserem Portal bringen wir ältere Inhaber mit jüngeren Interessenten zusammen. Auf diese Weise haben wir schon einige Kunden zusammengeführt“, so Unternehmenkunden-Chef Ambrosat.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben