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RuhrSummit 2018: Blick in die wirtschaftliche Zukunft NRWs

In der Essener Zeche Carl vor zwei Jahren gestartet, füllt der RuhrSummit mittlerweile die Jahrhunderthalle in Bochum.

In der Essener Zeche Carl vor zwei Jahren gestartet, füllt der RuhrSummit mittlerweile die Jahrhunderthalle in Bochum.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   800 Startups, 400 Unternehmen, 3000 Besucher aus 50 Ländern. Der RuhrSummit bringt alle Beteiligten der Gründerszene im Revier zusammen.

Gerade nimmt das Ruhrgebiet endgültig Abschied von seiner bisherigen Wirtschaftsgeschichte, die mit Kohle und Stahl geschrieben wurde – da zeigt der RuhrSummit 2018 der Region einen Weg in die Zukunft. Es ist erst das dritte Mal, dass diese Leistungsschau der Gründerszene in NRW stattfindet. Und aus dem zarten Pflänzchen, das 2016 in der Essener Zeche Carl ihren Anfang nahm, ist mittlerweile ein Großereignis geworden, das mit allerlei Superlativen aufwarten kann: 800 Startups und 400 etablierte Unternehmen, Investoren und Hochschulvertreter werden am 11. Und 12. Oktober in der Jahrhunderthalle in Bochum vertreten sein, Menschen aus 50 Nationen werden sich austauschen.

Über 100 Redner, darunter als Top-Speaker Carsten Maschmeyer (Investor, bekannt aus der TV-Show „Höhle der Löwen“) werden vor 3000 Besuchern über ihre Erfahrungen bei und mit der Gründung von Firmen berichten. Damit werden doppelt so viele Teilnehmer erwartet wie im Vorjahr. Und damit hat sich der RuhrSummit als größte Startup-Konferenz im Ruhrgebiet etabliert.

Das Erfolgsrezept: Vernetzung der lokalen Gründerszene

Das Erfolgsrezept ist rasch erklärt: Es geht den Veranstaltern und Förderern darum, die lokale Gründerszene mit Vertretern deutscher und internationaler Startup-Hotspots wie Berlin, New York, Tel Aviv oder Seoul zusammen zu bringen. Es wird über technologische Entwicklungen und Megatrends debattiert, Projekte vorgestellt, es werden Verbindungen geknüpft, neue Geschäftsideen vorgestellt und abgeklopft.

Kurz: Wenn es gut läuft, werden auf dem RuhrSummit 2018 auch Weichen für die Weiterentwicklung des Gründerstandortes NRW gestellt. Eben deshalb haben die Veranstalter stärker noch als in den beiden Vorjahren den Fokus auf die Vernetzung von etablierten Unternehmen mit Startups gesetzt. Initiatoren des Summits sind die 360 Online Performance Group, das Online-Portal RuhrGründer.de und das Wirtschaftsbündnis Initiativkreis Ruhr. „Dass sich der RuhrSummit innerhalb von nur drei Jahren von einem eher regional geprägten Event zu einem Großereignis entwickelt hat, demonstriert das große Potenzial des Ruhrgebiets als Hotspot für Innovationen,“ sagt Veranstalter Oliver Weimann von der 360 Online Performance Group.

Das Ruhrgebiet ist ein ideales Gründerbiotop

Und: Das Ruhrgebiet hat das Zeug, eine Startup-Region von internationalem Rang zu werden. Dazu wollen wir mit unserer Gründerinitiative beitragen“, meint Dirk Opalka,Geschäftsführer der Initiativkreis Ruhr GmbH. „Der RuhrSummit bringt an zwei Tagen sehr konzentriert alle Akteure der Gründerszene an einem Ort zusammen: Studierende und Manager, Firmengründer und Investoren, Querdenker und Praktiker. Das war uns auch bei der Gestaltung des dritten RuhrSummit wichtig." Denn die Experten sind sich einig: Mit seiner dichten Hochschul- und Instustrielandschaft, einem großen Markt vor Ort, bezahlbaren Mieten und einem großen Fachkräftepotenzial bietet das Ruhrgebiet ein ideales Biotop für Startups. Und nach dem endgültigen Abschied von der Montan-Historie ist der Raum da für einen neuen Gründer- und Unternehmergeist, der vor allem die jüngere Generation erfasst hat.

Ruhrpitch, Startup-Expo und Preisgelder

Deshalb wurden im Rahmen des Summits zahlreiche Gelegenheiten für Austausch und Begegnung auch in kleineren Runden geschaffen. Neu im Programm ist unter anderem der Ruhr Pitch, bei dem ausgewählte regionale und internationale Startups die Chance erhalten, ihre Geschäftsideen dem Publikum und einer hochkarätig besetzten Jury zu präsentieren. Erstmals ist der RuhrPitch mit einem vom Initiativkreis Ruhr gestifteten Preisgeld in Höhe von 5000 Euro dotiert. Ein weiteres Highlight ist die erste StartupExpo, auf der 50 Jungunternehmen ihre innovativen Technologien und Lösungen ausstellen und erlebbar machen.

Dass auch die Politik die Startups als Fokus-Thema erkannt hat, schlägt sich im Förderprogramm der Landesregierung nieder: Durch die Initiative „Digitale Wirtschaft NRW“ unterstützt die schwarz-gelbe Regierung die Gründerszene mit insgesamt 42 Millionen Euro – unter anderem durch eine bessere Vernetzung der Akteure oder Landeskredite für Gründer. Mit dem DWNRW-Award zeichnet das Wirtschafts- und Digitalministerium zudem innovative Unternehmen und Start-ups aus Nordrhein-Westfalen aus. Die drei Sieger des Wettbewerbs werden in einer feierlichen Preisverleihung beim RuhrSummit am 11. Oktober 2018 von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart prämiert.

Wer also einen Blick in die wirtschaftliche Zukunft des Ruhrgebietes werfen und sich davon inspirieren lassen will, der kommt am RuhrSummit praktisch nicht vorbei.

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