Krise

Sporthändler Voswinkel beantragt Schutzschirmverfahren

74 Filialen von „Intersport Voswinkel“ gibt es bundesweit. Der Geschäftsbetrieb soll trotz des Schutzschirmverfahrens ohne Einschränkungen weiterlaufen.

74 Filialen von „Intersport Voswinkel“ gibt es bundesweit. Der Geschäftsbetrieb soll trotz des Schutzschirmverfahrens ohne Einschränkungen weiterlaufen.

Foto: imago stock

Dortmund.   Krise bei Voswinkel: Die in Bochum gegründete Sporthandelskette hat ein Schutzschirmverfahren beantragt. So will der Händler die Pleite abwenden.

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Die Sporthandelskette Voswinkel steckt in der Krise. Das Unternehmen mit 74 „Intersport Voswinkel“-Filialen im ganzen Bundesgebiet hat am Mittwoch nach eigenen Angaben beim Amtsgericht Dortmund die Einleitung eines Schutzschirmverfahrens beantragt. Ziel sei es, in enger Abstimmung mit den Gläubigern die Restrukturierung und Sanierung des Unternehmens voranzutreiben, erklärte Voswinkel-Geschäftsführer Helge Mankowski.

Sport Voswinkel gehört nach eigenen Angaben zu den größten Sportfilialisten in Deutschland und beschäftigt rund 1200 Mitarbeiter. Im vergangenen Geschäftsjahr musste das Unternehmen jedoch einen Umsatzrückgang von rund fünf Prozent auf rund 139 Millionen Euro hinnehmen.

Als Gründe für die Schieflage nannte das Unternehmen sinkende Kundenzahlen in den Filialen und die damit verbundenen Umsatzrückgänge, den erhöhten Wettbewerbsdruck durch den Onlinehandel und durch Discounter sowie die Belastungen durch Filialen, die schlechter liefen als erwartet.

Geschäftsbetrieb soll uneingeschränkt weiterlaufen

„Der Geschäftsbetrieb bei Sport Voswinkel geht trotz des eingeleiteten Schutzschirmverfahrens ohne Einschränkungen weiter“, betonte Mankowski. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld bis Ende Juni gesichert.

„Bis dahin werden wir die Restrukturierung und die Sanierung von Sport Voswinkel vorantreiben“, sagte der Manager. Das Gericht habe den Sanierungsexperten Christoph Schulte-Kaubrügger von der Kanzlei White & Case als vorläufigen Sachwalter eingesetzt.

Gegründet in Bochum, Hauptsitz heute in Dortmund

Das Schutzschirmverfahren bietet Unternehmen einen rechtlichen Rahmen, um sich bei laufendem Geschäftsbetrieb in enger Abstimmung mit den Gläubigern neu aufzustellen. Im Unterschied zu einem regulären Insolvenzverfahren bleibt dabei die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung. Doch wacht der Sachwalter über die Interessen der Gläubiger.

Gegründet wurde Voswinkel 1904 in Bochum. Heute befindet sich der Firmensitz in Dortmund. Der Schwerpunkt des Filialnetzes liegt in Nordrhein-Westfalen. (dpa)

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