Schneider: Millionen-Abfindung für Manager oft unanständig

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Düsseldorf. Im Zusammenhang mit Millionen-Abfindungen für ausscheidende Manager hat NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) scharfe Kontrollen der Arbeitnehmerseite in Aufsichtsräten gefordert. „Es ist oft unanständig, wenn Spitzenmanager mit hohen Summen dazu gebracht werden, das Unternehmen zu verlassen“, sagte Schneider unserer Zeitung. Heute will der Siemens-Aufsichtsrat über den Abgang von Vorstandschef Peter Löscher entscheiden. Löscher soll offenbar neun Millionen Euro für die vorzeitige Vertragsauflösung kassieren, weitere 17 Millionen sind als Pensionsrückstellung eingeplant.

Schneider kritisierte, dass Spitzenmanager mit der Unterschrift unter einen Vertrag oft ein Leben lang finanziell abgesichert seien. „Menschen empfinden das als zutiefst ungerecht.“ Schneider sprach sich auch dafür aus, wie beim gesetzlichen Mindestlohn einen Maximalrahmen für Gehälter festzulegen. Dies könne gesetzlich oder auf freiwilliger Basis geschehen. „Wenn ein Manager 500 Mal mehr verdient als der Pförtner, hat das mit individueller Leistung nichts mehr zu tun“, mahnte Schneider. Mit der Entscheidung von Aufsichtsräten über Abfindungen für ausscheidende Manager seien oft ganze Legionen von Unternehmensberatern befasst. „Oft geschieht das über die Verabredung ganzer Systeme“, erläuterte Schneider. Da müssten Arbeitnehmervertreter dann sehr genau hinschauen.

Kritik übte der Minister auch an der Orientierung des Erfolgs von Managern an Quartalszahlen über Aktienkurse und Gewinne. Sinnvoller sei eine langfristige Ausrichtung auf den Unternehmenserfolg. Siemens-Chef Löcher war nach einer zweiten Gewinnwarnung unter Beschuss geraten. Schneider räumte ein, dass Millionenzahlungen bei vorzeitigem Ausscheiden von Managern üblich seien. Arbeitnehmervertreter in Aufsichtsräten müssten aber prüfen, wie viel ein Manager beim Abgang kassieren dürfe.

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