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Ruhrbaron Werner Müller tritt ab – RAG-Chef Tönjes kommt

RAG-Stifungschef Werner Müller vor wenigen Monaten in Essen: Wegen einer schweren Erkrankung legt Müller nun seine Ämter nieder.

Foto: Fabian Strauch

RAG-Stifungschef Werner Müller vor wenigen Monaten in Essen: Wegen einer schweren Erkrankung legt Müller nun seine Ämter nieder.

Essen.   RAG-Stiftungschef Werner Müller ist schwer erkrankt und zieht sich zurück. Damit geht eine Ära zu Ende. Müllers Nachfolger wird Bernd Tönjes.

Aus gesundheitlichen Gründen zieht sich Werner Müller (71) als Chef der RAG-Stiftung sowie aus den Aufsichtsräten der Revierkonzerne Evonik und RAG zurück. Sein Mandat beim Fußballclub Borussia Dortmund wird Müller behalten. Mit dem früheren Bundeswirtschaftsminister scheidet einer der einflussreichsten Manager im Ruhrgebiet aus.

„Meine schwere Erkrankung erlaubt es mir leider nicht mehr, meinen Verpflichtungen in der Stiftung und in den Aufsichtsräten weiter nachzukommen“, begründete Müller seine Entscheidung.

Müller führt die Stiftung, die Mehrheitsaktionärin des Essener Chemiekonzerns Evonik ist, seit Dezember 2012. Sein Nachfolger als Stiftungschef soll der bisherige RAG-Chef Bernd Tönjes werden. Es gilt als sicher, dass Tönjes bei der nächsten Kuratoriumssitzung der RAG-Stiftung im Mai gewählt wird. Damit ist absehbar, dass Tönjes auch Aufsichtsratsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik wird.

Müller leitet Evonik-Hauptversammlung im Mai ein letztes Mal

Sein Amt als Evonik-Aufsichtsratschef will Müller noch bis zur Hauptversammlung am 23. Mai ausüben. Es ist geplant, dass er das Aktionärstreffen ein letztes Mal leiten wird.

Müllers gesundheitsbedingter Abschied aufgrund einer schweren Erkrankung kommt überraschend. Erst vor wenigen Wochen hatte Müller ein neues Büro in der frisch eröffneten Zentrale von RAG und RAG-Stiftung auf Zeche Zollverein in Essen bezogen. Müller ist auch Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Zollverein.

RAG-Stiftungschef einer der wichtigsten Posten in der Ruhr-Wirtschaft

Eigentlich hätte Müllers Vertrag als RAG-Stiftungschef eine Laufzeit bis Ende 2022 gehabt. Die Position gehört zu den wichtigsten Ämtern in der Ruhrgebietswirtschaft. Der Chef des Evonik-Aufsichtsrats ist maßgeblich für die Besetzung der Vorstandsposten in dem Unternehmen mit seinen rund 36.000 Mitarbeitern verantwortlich. Mit einem Anteil von 68 Prozent ist die RAG-Stiftung der Mehrheitsaktionär von Evonik. Die Stiftung ist zudem am Wohnungsunternehmen Vivawest sowie an zahlreichen Mittelständlern beteiligt.

Zum Kuratorium der RAG-Stiftung, das Tönjes aller Voraussicht nach zum Nachfolger von Müller wählen wird, gehören Vertreter von Bund, Land und der Gewerkschaft IGBCE, darunter Armin Laschet (CDU), Peter Altmaier (CDU), Brigitte Zypries (SPD) und Michael Vassiliadis. Kuratoriumsvorsitzender ist der frühere RWE-Chef Jürgen Großmann. Das Ziel der RAG-Stiftung besteht darin, dauerhaft die Folgekosten der Zechen zu begleichen, ohne die Steuerzahler zu belasten.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, Müller werde auch sein Mandat bei Borussia Dortmund niederlegen. Das stimmt nicht. Wir haben die Passage korrigiert.

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