Gebrauchtmöbel

Ikea kauft gebrauchte Möbel zurück – und verkauft sie wieder

Darum haben Ikea-Möbel so seltsame Namen

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Berlin  Ikea testet in einigen Filialen den Rückkauf gebrauchter Möbel. Die alten Billys und Co. werden dann an andere Kunden weiterverkauft.

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Bis vor kurzem durften Ikea-Kunden gekaufte Produkte noch zurückbringen und sich den vollen Preis erstatten lassen – selbst wenn die Möbel benutzt waren. Ab 1. September dieses Jahres gilt das jedoch nicht mehr, wie das Unternehmen bereits im Juli bekanntgab. Nun scheint klar, warum. Ikea hat eine neue Idee, was es mit den gebrauchten Möbeln anfangen kann: zurückkaufen und selber wieder verkaufen.

In den fünf Pilot-Filialen in Berlin-Lichtenberg, Siegen, Kaarst, Hannover-Expo Park und Würzburg können Kunden ebenfalls zum 1. September ihre alten Billy-Regale, Malm-Betten, Pax-Schränke und Co. unter bestimmten Voraussetzungen an Ikea zurückverkaufen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Andere Kunden könnten die Gebrauchtmöbel dann in der „Fundgrube“ finden – ein gesonderter Bereich in der Filiale, in dem sonst Ausstellungsstücke und zurückgegebene Möbel zu reduzierten Preisen erhältlich sind.

Ikea-Möbel müssen in gutem Zustand sein

„Mit diesem Service wollen wir unsere Kunden dabei unterstützen, dem wachsenden Bedürfnis nach nachhaltigem Konsum nachzukommen. Denn manchmal passt ein eigentlich noch tadelloses Möbelstück einfach nicht mehr in die neue Lebenssituation oder entspricht nicht mehr dem Geschmack“, so Armin Michaely, Nachhaltigkeitsmanager bei Ikea Deutschland.

Bedingung für einen Rückkauf ist ein einwandfreier bis guter Zustand der Möbel. Ob ihr Einrichtungsstück in Frage kommt, können Kunden zunächst auf ikea.de/ZweiteChance feststellen. Dort wird nach Fragen zum Produktzustand ein unverbindlicher Preisvorschlag gemacht. Der liege bei Möbeln in mindestens gutem Zustand bei 30 Prozent des Neupreises und bei 50 Prozent für Produkte, die „wie neu“ seien.

Mit diesem Vorschlag sowie dem aufgebauten Möbelstück meldet sich der Kunde dann am Rückgabe-Schalter der Filiale. Passen die online gemachten Angaben und Produktzustand nach Ansicht des Ikea-Mitarbeiters überein, erhält der Kunde eine Guthabenkarte im Wert des Preisvorschlags.

Ikea-Kunden hatten lasche Rückgabe-Regeln ausgenutzt

Zustimmung zum Gebrauchtmöbel-Testlauf kommt vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (Nabu). „Heute gehen viel zu viele ausrangierte Möbel in die Verbrennung“, sagt Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des Nabu. „Umso wichtiger ist ein funktionierender Gebrauchtwarenmarkt. Er setzt ein klares Zeichen gegen eine Ex-und-hopp-Mentalität und für eine längere Nutzung – davon kann die Umwelt nur profitieren.“

Die Verschärfung der Rückgabe-Bedingungen war nach Angaben von Ikea nötig geworden, weil einige Kunden die laschen Regeln missbraucht hatten. So seien immer die gleichen Leute kurz vor Ablauf der Umtauschfrist aufgetaucht und hätten ihr Geld zurückverlangt. Außerdem sollten Kunden so lernen, den Wert eines Produkts besser zu schätzen. (cho)

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