Sparkassen

Im Ruhrgebiet soll das Geldabheben gebührenfrei bleiben

Geld zu ziehen ist bei manchen Banken gebührenpflichtig.

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Geld zu ziehen ist bei manchen Banken gebührenpflichtig. Foto: dpa

Essen.   Immer mehr Banken verlangen von ihren Kunden inzwischen Gebühren, wenn sie am Automaten Geld abheben. Revier-Sparkassen planen sie nicht.

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In Zeiten niedriger Zinsen und wegbrechender Gewinne drehen Banken und Sparkassen an der Gebührenschraube. Einige lassen sich inzwischen sogar das Geldabheben am Automaten bezahlen. Verbraucherschützer ziehen dagegen nun vor Gericht.

Eines der ersten Institute, das die Hand bei Geldziehen aufhält, war die Sparkasse Vest Recklinghausen. Kunden, die das Modell „S-Giro Light“ wählen, zahlen eine monatliche Grundgebühr von nur 3,95 Euro, haben dafür aber auch nur eine Barauszahlung am Schalter frei und müssen für jede weitere 1,50 Euro berappen. Am Automaten sind drei Abhebungen gratis, danach werden 75 Cent fällig. Bei teureren Kontomodellen ist das Geldabheben weiter kostenlos.

„Dieses Thema treibt die Kunden sehr um“

Im Ruhrgebiet, das ergab eine Umfrage dieser Zeitung, steht die Recklinghäuser Sparkasse bislang allein da. Die Schwester-Institute Essen, Duisburg, Bochum und Mülheim versicherten auf Anfrage, dass Geldabheben bei ihnen derzeit kostenlos sei und auch künftig bleiben soll. Eine klare Ansage kommt auch von der Commerzbank: „Wir bieten auch weiterhin ein kostenloses Girokonto an. Auch das Bar-Abheben bleibt kostenfrei. Dieses Thema treibt die Kunden sehr um“, sagte Gustav Holtkemper, Commerzbank-Bereichsvorstand für das Privatkundengeschäft in NRW, dieser Zeitung.

Die Angaben decken sich mit der Einschätzung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Uns sind aus NRW keine aktuellen Fälle bekannt, in denen die Banken formale Fehler bei der Einführung neuer Entgelte gemacht haben“, sagt Christian Urban. Der Jurist in der Gruppe Finanzen und Versicherungen betont aber, dass die Verbraucherzentrale die Gebührenpolitik der Banken wachen Auges beobachte.

40 Sparkassen und 150 Volksbanken

In anderen Bundesländern ergibt sich ein anderes Bild. Nach Recherchen des Finanzportals Biallo verlangten zuletzt bundesweit rund 40 Sparkassen und 150 Volksbanken von einem Teil ihrer Kunden Gebühren fürs Abheben von Bargeld. Manche gewähren ihren Kunden im Monat bis zu fünf kostenlose Abhebungen. Andere kassieren gleich beim ersten Mal. Einige Institute, meldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung, hätten die Gebühren für Bares inzwischen schon wieder abgeschafft.

In Ostdeutschland beschäftigen sich sogar Gerichte mit der Geschäftspolitik der Geldhäuser. „Wir haben klare Belege, dass drei Institute ihre Kunden vorher nicht ausreichend über die Preisänderung informiert haben“, sagte Finanzmarktwächter Kay Görner von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Ein Verfahren gegen eine Berliner Genossenschaftsbank läuft bereits vor dem Landgericht Halle.“ Görner zufolge müssen Kunden zwei Monate vor geplanten Preisänderungen informiert und auf ihr Kündigungsrecht hingewiesen werden.

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