Studie

Höhere Strompreise treffen primär Geringverdiener und Mieter

Strompreiserhöhungen sind vor allem für Menschen mit geringen Einkommen ein Problem. Sie können ihren Stromkonsum kaum an steigende Preise anpassen.

Strompreiserhöhungen sind vor allem für Menschen mit geringen Einkommen ein Problem. Sie können ihren Stromkonsum kaum an steigende Preise anpassen.

Foto: Marcus Brandt / dpa

Berlin  Steigen die Strompreise, sind vor allem ärmere Menschen und Mieter betroffen. Bei höheren Einkommen sinkt hingegen der Stromverbrauch.

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Strompreiserhöhungen, wie sie im Zusammenhang mit dem Kohlausstieg diskutiert werden, treffen vor allem Geringverdiener und Mieter hart. Eine Studie des RWI- Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen, die unserer Redaktion vorliegt, zeigt, dass Haushalte mit geringem Einkommen und Mieter ihren Stromkonsum kaum an steigende Preise anpassen können.

Höhere Strompreise wirken sich bei ihnen damit voll aus. Bei Haushalten mit hohem Einkommen sowie bei Hausbesitzern führen höhere Strompreise dagegen zu einem signifikant niedrigeren Verbrauch, so die RWI-Forscher.

Auch der Bildungsgrad macht einen Unterschied

Diese Haushalte haben die finanziellen Möglichkeiten und Anreize sparsamere Geräte zu nutzen und in Energieeffizienz zu investieren (etwa Umbaumaßnahmen an Häusern oder Wohnungen, oder sparsamere neue Haushaltsgeräte).

Ähnliche Unterschiede lassen sich auch zwischen Akademikern und Nicht-Akademikern feststellen: Während unter Akademikern ein Anstieg des Strompreises zu einem signifikant niedrigeren Verbrauch führt, ist dieser Effekt bei Nicht-Akademikern nicht festzustellen.

Ähnliches Phänomen bei EEG-Umlage

Die Studie basiert vor allem auf Daten des German Residential Energy Consumption Survey (GRECS) des Bundeswirtschaftsministeriums für die Jahre 2006 bis 2014.

Die Befunde decken sich nach Aussage der Wissenschaftler mit den Ergebnissen früherer RWI-Studien, die zeigen, dass Haushalte mit niedrigem Einkommen besonders durch die EEG-Umlage belastet sind und zugleich weniger von Einnahmen durch Investitionen in erneuerbare Energien profitieren.

Höhere Strompreise werden von einigen im Zuge des Kohleausstiegs bis 2038 erwartet. Nicht an steigende Strompreise glaubt hingegen Umweltministerin Svenja Schulze.

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