Flugreisen

Flugtickets für 9,99 Euro? Warum es sie kaum noch gibt

Streik bei der Lufthansa: Was Reisende jetzt wissen müssen
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Köln/Frankfurt.  Experten des Zentrums für Luft- und Raumfahrt haben untersucht, ob man wirklich günstig fliegen kann. Die Untersuchung überrascht.

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Für zehn Euro nach Mallorca? Oder für 150 Euro in die USA? Immer wieder bieten Airlines ähnliche klingende Angebote an. Doch laut einer Stichprobe sind diese Angebote gar nicht so einfach zu bekommen. Dafür gibt es auch Gründe.

Wie das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Dienstag mitteilte, sind Billigflüge im vergangenen Sommer seltener und vor allem teurer geworden. Die Experten kommen nach der Untersuchung von 6880 Flügen in einer typischen Juli-Woche zu dem Ergebnis, wie es heißt. Dazu gab es Testkäufe zu einem Stichtag im Oktober.

In dieser Zeit habe es einige zusätzliche Verbindungen nach Italien gegeben, während die Gesellschaften im innerdeutschen Verkehr sowie nach Spanien und Großbritannien weniger Flüge anboten.

Warum Tickets bei Billig-Airlines teurer geworden sind

Nach Testkäufen an einem Stichtag im Oktober sind die durchschnittlichen Preise für ein Flugticket ohne jegliche Extras angestiegen, berichtete das DLR. Grund dürfte das teurere Kerosin sein. Bei den großen Anbietern reicht die Spanne der Durchschnittspreise von 44,10 Euro bei der ungarischen Airline Wizz über rund 55 Euro bei Easyjet und Ryanair bis zu 111,27 Euro, die im Schnitt für ein Ticket bei der Lufthansa-Gesellschaft Eurowings fällig wurden. Vor einem Jahr hatte die Spanne 38 bis 100 Euro betragen.

Der Angebotsrückgang im hart umkämpften deutschen Markt ist keineswegs typisch für das Geschehen in Europa. Mit mehr als 67.000 Starts in einer typischen Woche wuchs das Angebot auf dem gesamten Kontinent um 4 Prozent vor allem mit zusätzlichen Flügen nach Italien und Griechenland.

Der Marktführer Ryanair/Lauda sowie der Branchenzweite Easyjet bauten ihre Flugpläne aus. Der Rückgang in Deutschland erklärt sich aus besonders starken Kapazitätsausweitungen nach der Pleite von Air Berlin, was 2018 zu einem deutlichen Überangebot geführt hatte.

Mit einem Anteil von 47 Prozent der angebotenen Flüge war die Lufthansa-Tochter erneut größter Anbieter auf dem deutschen Markt. Die Ticketpreise schwanken stark je nach Frist der Vorausbuchung. Vereinzelt fanden die DLR-Testkäufer bei Ryanair und Wizz auch die politisch umstrittene Niedrigstpreise von 9,99 Euro für Verbindungen wie Bremen-London und Dortmund-Budapest in drei Monaten ab der Buchung.

Bei Eurowings dürfte Flugbetrieb diese Woch eingeschränkt sein

Da Fliegen das Klima schädigt, sind gerade extrem billige Verbindungen zuletzt stärker in die Kritik geraten. Die Fluglinie Eurowings versuchte im Klima-Streit zu beschwichtigen: Eurowings machte Klima-Aktivistin Greta Thunberg ein Angebot, doch diese lehnte ab.

Gewerkschaft UFO will diese Woche bei Lufthansa streiken
Gewerkschaft UFO will diese Woche bei Lufthansa streiken

Die Zahl der im Sommer aus Deutschland angebotenen Strecken erhöhte sich um 14 auf 940. Vor allem die ungarische Wizz legte neue Verbindungen von Dortmund auf. Easyjet wuchs vor allem am Berliner Flughafen. Die Airlines gehen sich mit ihren Angeboten immer noch gezielt aus dem Weg: Auf fast neun von zehn Verbindungen ist jeweils nur eine Gesellschaft aktiv. Echte Konkurrenz von mehr als zwei Billig-Airlines herrschte nur auf zehn Strecken vorzugsweise nach Mallorca und Barcelona.

In den kommenden Tagen dürften jedoch viele Verbindungen erst einmal ausfallen oder nur mit Einschränkungen bedient werden. Denn Lufthansa-Flugbegleiter wollen zwei Tage lang streiken. Die Gewerkschaft hat dabei auch vor Auswirkungen auf die Lufthansa-Töchter Eurowings und Germanwings gewarnt. (dpa/ac)

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