Soziales Netzwerk

Facebook-Mitgründer fordert Zerschlagung von Facebook

Laut Facebook-Mitgründer Chris Hughes müsse das Netzwerk gezwungen werden, Instagram und WhatsApp abzustoßen.

Laut Facebook-Mitgründer Chris Hughes müsse das Netzwerk gezwungen werden, Instagram und WhatsApp abzustoßen.

Foto: Carsten Rehder / dpa

New York  Facebook ist nicht nur ein soziales Netzwerk. Auch WhatsApp und Instagram gehören zum Konzern. Das sei fatal, meint nun ein Mitgründer.

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Wie mächtig darf ein Tech-Konzern werden? Diese Frage beschäftigt derzeit die US-Politik. Besonders im Fokus steht dabei Facebook, dessen Marktmacht seit den Übernahmen von Instagram und WhatsApp enorm ist. Kritiker fordern nun die Zerschlagung – sogar einer der Mitgründer von Facebook schloss sich dem jetzt an.

Das Netzwerk müsse gezwungen werden, Instagram und WhatsApp wieder abzustoßen, schrieb Chris Hughes in einem am Donnerstag veröffentlichten Beitrag in der „New York Times“. Er hatte das Unternehmen vor mehr als einem Jahrzehnt verlassen.

Facebook habe sich unter anderem dank der Übernahmen von Instagram und WhatsApp eine Monopol-Position gesichert, argumentierte Hughes. „Selbst wenn Leute Facebook verlassen wollen, haben sie keine wirkliche Alternative.“

Chris Hughes: Facebooks Dominanz verhindert Wettbewerb

Facebook hatte Instagram im Jahr 2012 für rund eine Milliarde Dollar gekauft und WhatsApp 2014 für rund 22 Milliarden Dollar. Es sei ein Fehler der US-Wettbewerbsaufsicht FTC gewesen, diese Deals zu erlauben, so Hughes. Denn die Dominanz von Facebook verhindere neuen Wettbewerb in der Branche.

Zu den Kritikern von Facebooks Marktmacht gehört auch die demokratische Senatorin Elizabeth Warren. Sie hat sich die Zerschlagung großer Tech-Konzerne bei ihrer Bewerbung um die Präsidentschaft im Jahr 2020 auf die Fahnen geschrieben.

Mark Zuckerberg hat laut Hughes „unkontrollierte Macht“

Für ihn persönlich seien der Missbrauch der Facebook-Plattform für politische Einflussnahme aus Russland im Zuge des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 und der Datenskandal um Cambridge Analytica der Weckruf gewesen, schrieb Hughes in der „New York Times“.

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Mitgründer und Chef Mark Zuckerberg sei ein guter Mensch, aber habe durch seine Aktien mit zusätzlichen Stimmrechten „unkontrollierte Macht“, die beispiellos sei, warnte Hughes. „Mark kann allein entscheiden, wie Facebook-Algorithmen konfiguriert werden, um zu bestimmen, was Menschen in ihren Newsfeeds sehen, welche Datenschutz-Einstellungen sie nutzen können und sogar welche Mitteilungen zugestellt werden.“

Die Zeit drängt – Facebook will Fakten schaffen

Zuckerberg hatte jüngst angekündigt, den Datenschutz bei Facebook zu verbessern und stärker auf private und verschlüsselte Kommunikation auszurichten, die auch das Online-Netzwerk nicht mitlesen könne. Dafür soll auch eine gemeinsame technische Infrastruktur für WhatsApp, Facebooks zweiten Chat-Dienst Messenger und die Mitteilungsfunktion von Instagram geschaffen werden.

Hughes schloss sich der Meinung an, dass dies eine Zerschlagung erschweren würde – deswegen sei es wichtig, schnell zu handeln. Zuckerberg wiederum warnte vor einer Zersplitterung des Internets und forderte eine globale Regulierung. Zuletzt war er auf Deutschlandbesuch in Berlin: Zuckerbergs perfekter PR-Coup.

(dpa/cho)

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