Dortmund Airport ist dank Wizz Air das Tor nach Osteuropa

Abflug aus Dortmund: Ein Flieger von Wizz Air.

Abflug aus Dortmund: Ein Flieger von Wizz Air.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Die ungarische Billigfluglinie hat ihr Streckenangebot aus Dortmund in den vergangenen Jahren kontinuierlich erweitert.

Seit beinahe zwei Jahren befindet sich der Flughafen Dortmund im kräftigen Aufwind. Er hat relativ die höchste Wachstumsraten bundesweit bei den Passagierzahlen, ist gleichzeitig der pünktlichste deutsche Verkehrsflughafen und befindet sich auf sicherem Kurs, die Wirtschaftlichkeitsvorgaben der EU klar zu erfüllen. Der Grund ist ein Alleinstellungsmerkmal: Dortmund ist zum Tor nach Osteuropa geworden. Und dahinter steckt ein Partner: Wizz Air.

1,4 Millionen Wizz-Air-Passagiere

Die ungarische Billigfluglinie hat das Streckenangebot von Dortmund in den vergangenen Jahren kontinuierlich erweitert und bewegt mittlerweile beinahe zwei Drittel aller Fluggäste, die ab oder nach Dortmund fliegen. Vor allem eben in Richtung Osten – vom Baltikum über Ziele in Polen, der Ukraine, natürlich Ungarn bis nach Südosteuropa mit Rumänien, Bulgarien und Georgien oder Urlaubszielen wie Nordmazedonien. 1,45 Millionen der 2,3 Millionen Passagiere in Dortmund flogen mit Wizz Air, Tendenz steigend.

Ein Risiko sieht Flughafenchef Udo Mager trotz einiger Airline-Pleiten in der jüngeren Vergangenheit nicht: „Wir arbeiten seit 2004 mit Wizz Air zusammen. Es handelt sich um eine Partnerschaft, die sich für beide Seiten ausgezahlt hat. Ich kenne übrigens kein Unternehmen, dass sich über einen langjährigen guten Kunden beklagen würde. Wizz Air ist eine gesunde und wachsende Airline mit einer modernen Flotte. Die Airline hat weit über einhundert weitere Flugzeuge bestellt.“

Mager sieht darüber hinaus Unterschiede zu anderen dezentralen deutschen Flughäfen, die allein auf eine Airline setzen. „Einer allein kann kommen und gehen. Wir sind mit fünf Airlines breiter aufgestellt.“

Kattowitz öfter gebucht als Palma

Zudem habe der Erfolg als „Tor zum Osten“ auch mit den Menschen im Einzugsgebiet zu tun. „Sie können dieses Alleinstellungsmerkmal nicht einfach auf einen anderen Standort übertragen, weil sie die Region mitnehmen müssten.“ Die erfolgreichste Strecke von und nach Dortmund ist nicht etwa der Deutschen liebstes Urlaubsziel Palma de Mallorca. Das Jahr besteht eben nicht nur aus Urlaub. In den NRW-Sommerferien war Palma tatsächlich stärkstes Ziel. Über die gesamten zwölf Monate verteilt war 2018 aber die Strecke Kattowitz mit mehr als einer Viertelmillion Passagieren die stärkste – deutlich vor London und München, die beide ebenfalls über die 200.000-er Marke kamen.

Flughafenchef Mager hält die Strategie des Dortmunder Flughafens für eine besonders gute und verteidigt sie gegenüber Kritikern aus der Region und der Politik mit Leidenschaft: „Ich diskutiere häufig über die Osteuropa-Ausrichtung und halte Vorwürfe in diesem Zusammenhang für stigmatisierend. Osteuropa ist doch kein schlechter Teil Europas! Budapest ist insoweit nicht weniger relevant als Paris.“

Basis in Dortmund

Aus Magers Sicht fehlt zur Abrundung des Wizz-Air-Engagements eigentlich nur noch eines: die Stationierung eines Flugzeuges oder die Einrichtung einer Basis in Dortmund. Dann stünde theoretisch das gesamte Streckennetz der Ungarn auch ab Dortmund zur Verfügung – und das kennt keine Begrenzung nach Himmelsrichtungen.

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