Campus Buschhütten

Die smarte Fabrik der Zukunft im Siegerland

Noch sind die Vorarbeiten in der 120 Meter langen und 130 Jahre alten Halle in Kreuztal-Buschhütten in vollem Gange. In einem Jahr soll hier die Smarte Denkfabrik Siegen beheimatet sein und Studierende und Auszubildende Zukunft lernen und produzieren.

Noch sind die Vorarbeiten in der 120 Meter langen und 130 Jahre alten Halle in Kreuztal-Buschhütten in vollem Gange. In einem Jahr soll hier die Smarte Denkfabrik Siegen beheimatet sein und Studierende und Auszubildende Zukunft lernen und produzieren.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Kreuztal.  Campus-Projekt in Kreuztal-Buschhütten soll die Region mit Innovationsgeist befruchten.

Die Universität Siegen und das Unternehmen Achenbach Buschhütten haben am Donnerstag in Kreuztal den Vertrag für das gemeinsame Projekt „Campus Buschhütten“ unterzeichnet. Herzstück ist eine 130 Jahre alte Industriehalle, in der bald Zukunft produziert werden soll.

Vorbild ist nicht zufällig das Beispiel Aachen, wo Wissenschaft und Wirtschaft bei Zukunftsthemen eng miteinander verzahnt sind, was unter anderem zur Ausgründung der Start-ups Streetscooter und e.Go Mobile geführt hat. Motor dort ist Professor Dr. Günther Schuh, aus dessen Umfeld schließlich auch Peter Burggräf kommt, heute Professor an der Universität Siegen. Er betreut den neuen Studiengang „International Production Engineering and Management“ (IPEM), der in diesem Wintersemester mit 25 Masterstudenten startet und künftig auch auf dem Campus und in der Fabrik der Zukunft eine Heimat finden soll. „Vielleicht sieht es jetzt noch nicht nach Zukunft aus“, räumt Burggräf bei der Vorstellung bei Achenbach Buschhütten ein, „aber hier soll genau der Übergang von Tradition in die moderne, digitale und klimaneutrale Welt symbolisiert werden.“

Tatsächlich befindet sich die 120 Meter lange und bis zu 16 Meter hohe alte Backsteinhalle noch mitten im Umbau, betreut vom Mönchengladbacher Architekten Florian Hoogen, der bereits einige Erfahrung mit ähnlichen Projekten in Aachen vorweisen kann. Dass sich in etwa einem Jahr Wissenschaftler, Studierende und junge Fachkräfte von morgen auf dem Campus an der Siegener Straße in Kreuztal-Buschhütten tummeln werden, ist heute in der Tat noch nicht sichtbar.

Industrie als Motor für die Uni

Von der Idee, die Axel E. Barten, Geschäftsführer der Achenbach Buschhütten GmbH, und Günther Schuh vor „fünf, sechs Jahren“ (Barten) in einem Gespräch kam, bis zur Realisierung hat es dann doch eine Weile gedauert. Nun scheinen alle Hürden genommen, von Brandschutzauflagen eben bis zur Vertragsunterzeichnung mit der Universität Siegen, die auch nicht von heute auf morgen ging. „Industrie ist ein Motor einer Universität“, bemerkt Professor Holger Burckhart, auch wenn Wirtschaft und Wissenschaft seiner Ansicht nach kritische Partner im Sinne von Autonomie des jeweils anderen bleiben sollten. Auch dazu dient ein Vertrag zwischen der Universität als Mieter und dem Unternehmen als Vermieter, das neben dem Lehrstuhl, der Smarten Demonstrationsfabrik Siegen (SDFS) und dem Aachener Werkzeug-Maschinenlabor der RWTH um Professor Schuh gleichzeitig mit der „Smarten Lernfabrik“ für die duale Berufsausbildung selbst einer von vier Nutzern unter dem Campusdach sein wird.

„Hier werden in Zukunft neue Produktionstechniken entwickelt und getestet. Und es werden reale Produkte hergestellt“, blickt Axel E. Barten schon einmal in die Zukunft – ganz ähnlich wie in Aachen, wo es einen engen Austausch zwischen Wissenschaft wie dem Werkzeugmaschinenlabor (Institut der RWTH) und der Wirtschaft gibt.

Produktion für e.GoLife

Der Standort Buschhütten profitiert von der Nähe zu Aachen und deren Innovationen tatsächlich schon heute. Für das Elektromobil e.GoLife werden am Standort bereits heute die Hinterachsen geschweißt, in einer Halle neben dem künftigen Campus. Die smarte Fabrik der Zukunft soll im Idealfall die gesamte Region mit Innovationen und Gründergeist befruchten. Auch wenn Mitinitiator Barten die Erwartungen nicht zu hoch schrauben will: „Ganz so wie in Aachen wird es nicht werden.“

Dennoch: Das attraktive Projekt, in dem auch Platz für Co-Working-Spaces (anmietbare Arbeitsplätze oder ganze Büros beispielsweise für Start-ups) sein soll, dürfte ziemlich sicher anziehende Wirkung auf kluge Köpfe – nicht nur aus dem Umfeld von Sauer- und Siegerland – einerseits und weiterer Unternehmen andererseits haben.

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