Preisgekrönt

Deutschlands beste Innenarchitektin heißt Sabine Keggenhoff

Professorin Dipl-Ing. Sabine Keggenhoff aus Arnsberg-Neheim wurde in Berlin vom Bund Deutscher Innenarchitekten mit dem alle vier Jahre vergebenen Deutschen Innenarchitekturpreis 2019 für das Siegener Projekt K3 - CityPastoral (im Bild Entwürfe) ausgezeichnet.

Professorin Dipl-Ing. Sabine Keggenhoff aus Arnsberg-Neheim wurde in Berlin vom Bund Deutscher Innenarchitekten mit dem alle vier Jahre vergebenen Deutschen Innenarchitekturpreis 2019 für das Siegener Projekt K3 - CityPastoral (im Bild Entwürfe) ausgezeichnet.

Foto: Jens Helmecke / WP - Jens Helmecke

Arnsberg/Siegen.  Deutschlands aktuell beste Innenarchitektin kommt aus dem Sauerland. Ausgezeichnet wurde Sabine Keggenhoff für ein Projekt in Siegen.

Alle vier Jahre zeichnet der Bund Deutscher Innenarchitekten (bdia) innovative Projekte mit dem Deutschen Innenarchitekturpreis aus. Aus über 110 Einreichungen wählte die Jury das K3 - CityPastoral in der Innenstadt von Siegen auf den ersten Platz – und damit die Neheimerin Sabine Keggenhoff zur aktuell besten Innenarchitektin Deutschlands.

Es ist nicht das erste Mal, dass Sabine Keggenhoff vom bdia ausgezeichnet wird. Mit dem Umbau des Flagshipstore für das Schmallenberger Unternehmen Falke am Ku’damm in Berlin erreichte sie 2013 schon mal Platz drei, eine Auszeichnung gab es auch für die Gestaltung des Casinos der Handwerkskammer Südwestfalen. Nun also Platz eins. „Mit diesem Preis wird die Innenarchitektur gefeiert“, sagt sie, und es klingt ein wenig Stolz mit.

Baukultur ist immer nachhaltig

Allen Projekten gemeinsam ist die Philosophie von Sabine Keggenhoff, die sie als Professorin an der Hochschule in Düsseldorf ihren Studierenden vermittelt: „Es geht darum, nachhaltig im Sinne von zeitlos zu bauen. Nicht einer Mode unterworfen.“

Für Keggenhoff gehören dazu in jedem Fall gutes Handwerk und nachhaltige Baustoffe. Beides spiegelt sich im Siegener Projekt wider, für das die Sauerländerin nun diese besondere Auszeichnung erhielt. Auftraggeber war die Katholische Kirche. Aus zwei leerstehenden Ladenlokalen wurde ein überkonfessioneller, geistlicher Ort im Herzen Siegens. Wo Handel nicht mehr funktionierte, finden nun Begegnung, Kommunikation und Besinnung statt. Einladend hell gestaltet mit kubischen Elementen aus Baubuche, die multifunktional genutzt werden können. Es ist seit 2016 ein Angebot für Menschen, die über die traditionelle Kirche nicht mehr erreicht werden. Neben klassischer Pastoralarbeit wird das Angebot um ein kulturelles Programm ergänzt. „Das Ziel war: beraten und ins Gespräch kommen“, erklärt die Preisträgerin. Durch die Rahmenbedingungen – unter anderem ein denkmalgeschütztes Gebäude – und den Anspruch, ein niedrigschwelliges Angebot zu schaffen, war es für die erfahrene Architektin ein „relativ komplexes Projekt“.

Ziel: Alte Räume nutzen

Das K3-CityPastoral stehe exemplarisch dafür, was Innenarchitektur leisten könne, heißt es in der Laudatio zur Preisverleihung in Berlin, gehalten von Reiner Nagel, dem Vorstandsvorsitzenden Bundesstiftung Baukultur. Keggenhoffs Entwurf und Umsetzung haben die Jury auch deshalb überzeugt, weil damit ein hochaktuelles Thema umgesetzt wurde. „Der Umbau im Bestand“, sagt bdia-Präsidentin Vera Schmitz, „wird immer wichtiger, denn die Nachfrage nach Wohnraum oder Büroflächen sowohl in der Stadt als auch auf dem Land ist sehr hoch.“

Ein Ansatz, den auch die Neheimer Professorin Sabine Keggenhoff vertritt. Auch sie hält es für sinnvoller, „alte Räume zu nutzen und Städte zu verdichten“, als auf der grünen Wiese dem Bauboom freien Lauf zu lassen.

Bauen hat für Keggenhoff immer auch mit Verantwortung zu tun. „Beton schafft Tatsachen. Es ist nicht egal, wo und wie man baut“, formuliert sie im Gespräch mit der Westfalenpost – und wünscht sich Bauherren, die Lust an Qualität haben. So wie die Katholische Kirche bei dem CityPastoral-Projekt in Siegen, wo sowohl das Dekanat als auch das Erzbistum Paderborn ihr freie Hand für die Umsetzung des nun preisgekrönten Projektes gelassen haben.

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