Der Deal kostet Tausende Stellen

Eine Meisterleistung sind die Pläne der Energiebosse Teyssen (Eon) und Schmitz (RWE) zur Aufteilung ihrer Geschäfte schon jetzt. Dass zwei Erzrivalen einen solchen Deal vorbereiten, ohne dass etwas durchsickert, ist ein Glanzstück vertraulicher Kommunikation. Ebenso, dass sowohl Gewerkschaften als auch Regierungspolitiker in Bund und Land die Konzerne mit Lob überschütten. Nicht einmal Kartellwächter oder Verbraucherschützer mögen protestieren. Hat denn niemand Bedenken?

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Eine Meisterleistung sind die Pläne der Energiebosse Teyssen (Eon) und Schmitz (RWE) zur Aufteilung ihrer Geschäfte schon jetzt. Dass zwei Erzrivalen einen solchen Deal vorbereiten, ohne dass etwas durchsickert, ist ein Glanzstück vertraulicher Kommunikation. Ebenso, dass sowohl Gewerkschaften als auch Regierungspolitiker in Bund und Land die Konzerne mit Lob überschütten. Nicht einmal Kartellwächter oder Verbraucherschützer mögen protestieren. Hat denn niemand Bedenken?

Und ob: Zehntausende Beschäftigte bei Innogy wie Eon fragen sich seit Sonntagmorgen, wie sicher ihre Jobs noch sind. Die Nachricht traf sie wie aus dem Nichts und hat die Belegschaften tief verunsichert. Die Überschneidungen sind gewaltig, schließlich duellieren sich Eon und Innogy bisher in ein und demselben Markt. Der Abbau Tausender Stellen ist nur eine Frage des Wie und des Wann.

Die sehr wohlwollende Tonlage von Verdi und IGBCE ist denn auch weniger mit echter Begeisterung als mit der Angst vor noch Schlimmerem zu erklären. Eon hat verlustreiche Jahre und eine sehr teure Abspaltung seiner Kraftwerke hinter sich. Für die eigentlich geplante große Offensive fehlt deshalb das Kleingeld. Und RWE-Tochter Innogy trat nach erfolgreichem Börsengang 2016 zuletzt auch auf der Stelle. Wenn die beiden Marktführer aufhören, sich Konkurrenz zu machen und in ihren verbleibenden Geschäften stärker werden, kann das langfristig Jobs sichern. Aber zuerst kostet es welche.

Ganz nebenbei ist damit die Zeit der Revolutionäre vorbei. Eon-Chef Teyssen muss nicht länger den neugrünen Ökomanager geben, sondern kann sich wieder ganz der Rendite widmen. Innogy hatte mit Peter Terium einen echten Visionär – und ihn gefeuert. Überzeugend war freilich ihr gemeinsames Argument, alte und neue Energie müssten getrennt werden, weil sie gegeneinander arbeiten. Wie Kohle- und Ökostrom plötzlich wieder zusammenpassen sollen, muss allein RWE-Chef Schmitz erklären.

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