Diesel-Affäre

Daimler soll bei weiterer Diesel-Software manipuliert haben

Ein Mercedes GLK 220 CDI

Ein Mercedes GLK 220 CDI

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Berlin  Hat Daimler bei seinen Dieselautos noch mehr geschummelt? Betroffen sein sollen demnach 60.000 Autos des Modells Mercedes GLK 220 CDI.

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Neuer Manipulationsverdacht gegen Daimler: Der Autohersteller soll auch bei einer anderen Software für die Abgasreinigung betrogen haben. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) habe entsprechend ein formelles Anhörungsverfahren gegen Daimler eingeleitet, berichtet die „Bild am Sonntag“.

Ein Sprecher des Autokonzerns aus Stuttgart bestätigte am Sonntag, dass es eine solche Anhörung gebe. Mit dem KBA liefen dazu bereits seit Monaten Gespräche.

Manipulationsverdacht bei Daimler – 60.000 Fahrzeuge sollen betroffen sein

Das Kraftfahrtbundesamt erwartet von Daimler nun eine Stellungnahme. Die hat das Unternehmen nach Angaben des Sprechers noch nicht abgegeben. Das wolle man aber noch im April tun.

Laut „Bild am Sonntag“ geht es um rund 60.000 Fahrzeuge des Modells GLK 220 CDI mit der Abgasnorm 5, die zwischen 2012 und 2015 produziert wurden. Die Behörde sei bereits im Herbst 2018 auf die verdächtige Software-Funktion bei dem Motor OM 651 gestoßen.

Weitere Emissionsmessungen bei einem GLK-Modell hätten den Verdacht erhärtet. So werde der gesetzliche Grenzwert für Stickoxide im Neuen Europäischen Prüfzyklus (NEFZ) nur eingehalten, wenn die sogenannte Kühlmittel-Sollwert-Temperaturregelung aktiv sei, berichtete „Bild am Sonntag“. Im Straßenbetrieb werde die Funktion dagegen deaktiviert und der Grenzwert von 180 Milligramm pro Kilometer deutlich überschritten.

ADAC überprüft mit Hardware nachgerüstete Diesel-Pkw

Der ADAC Württemberg hat die letzten sechs Monate untersucht, wie sich die Nachrüstung von Hardware auf die Funktions- und Leistungsfähigkeit auswirkt.
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Eigentlich sollte im Diesel-Skandal ein Großteil von Schummel-Dieseln schon umgerüstet sein. Doch bei 1,2 Millionen Dieselautos fahren noch ohne Software-Update. Der ADAC hat einige Nachrüstsysteme getestet und rechnet im Herbst mit der Markteinführung. (sdo/dpa)

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