Hyperloop

Container sollen mit Tempo 1200 durch Hamburger Hafen sausen

Bislang nur eine Vision: So stellt sich Hyperloop Transportation die Hochgeschwindigkeitskapseln.

Bislang nur eine Vision: So stellt sich Hyperloop Transportation die Hochgeschwindigkeitskapseln.

Foto: Hyperloop Transportation Technologies

Hamburg  Hamburger träumen von Hochgeschwindigkeitstransporten mit bis zu 1200 kmh von Containern im Hafen. Bis 2021 soll eine Kapsel entstehen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Im Hamburger Hafen wird ein Containerschiff entladen. Per Kran werden die Boxen von dem Meeresriesen geholt. Automatische Fahrzeuge bringen die Container von der Kaikante einige Meter landeinwärts. Parallel zur Wasserkante sprießen Stelzen aus dem Boden. Darauf werden Röhren installiert, die miteinander verbunden werden. Sie erhalten eine Decke, der Schriftzug „Hyperloop“ wird eingeblendet.

Es ist eine erste Animation, wie sich der Terminalbetreiber, die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), den Containertransport vorstellen könnte. In Zukunft sollen die Schiffsboxen mit einem Spitzentempo von bis zu 1200 Kilometer pro Stunde durch Röhren sausen. Dazu gründete die HHLA mit der US-Firma Hyperloop Transportation Technologies (HTT) ein Joint Venture, sagte die HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath.

Erster Prototyp für Personen bereits entwickelt

„Wir fangen mit knapp sieben Millionen Euro an“, beziffert HTT-Gründer und -Chef Dirk Ahlborn die geplante Investition. Teams aus beiden Firmen „werden jetzt anfangen zusammenzuarbeiten“. Die künftige Zahl der Mitarbeiter ist noch offen. Das erste Arbeitsziel steht aber schon fest: Sie sollen eine selbstfahrende Kapsel entwerfen und bauen, die Schiffscontainer an der Kaikante abholen können.

Den ersten Prototypen für Personen hat HTT bereits entwickelt. Er entstammt der ursprünglichen Idee des Tesla-Gründers Elon Musk , Menschen mit Hochgeschwindigkeit zu befördern. Das war bisher der Schwerpunkt der Planungen von HTT.

Der Bau soll im Jahr 2019 beginnen

In Abu Dhabi und Toulouse sollen zwei kommerzielle Strecken realisiert werden, der Bau 2019 beginnen. Nun kann HTT auch Erfahrungen im Warenbereich sammeln, sagte Ahlborn: „Wir sind in der Lage, Güter schnell und kostengünstig zu transportieren.“ Damit würden Tausende Lkw-Fahrten und deren Abgase eingespart, Straßen entlastet.

Im Hamburger Hafen sollen durch die neue Technologie bis zu 4100 Container pro Tag zusätzlich auf dem Terminal transportiert werden können, hofft Titzrath. Das wäre eine deutliche Steigerung der jetzigen Kapazität. Die dafür nötige Kapsel und Übergabestation sollen im Oktober 2021 auf dem internationalen Mobilitäts- und Logistikkongress ITS präsentiert werden, den die Hansestadt ausrichtet.

Energiebedarf des Hyperloops nicht besonders hoch

Dann soll es an der Übergabestation auch eine rund 100 Meter lange Röhre als erste Kurzstrecke geben. Der Energiebedarf des Hyperloop s sei nicht besonders hoch, sagt Ahlborn: „Wir simulieren die gleiche Atmosphäre wie in 30 Kilometer Höhe.“ Durch Vakuumpumpen herrscht in den Röhren ein starker Unterdruck. Der Luftwiderstand ist sehr gering. Die Kapseln schweben über permanenten Magneten – das erinnert an den Transrapid. So sollen bis zu 1200 Kilometer pro Stunde erreicht werden. Alle 40 Sekunden könnte eine Kapsel mit Container ins Röhrensystem starten.

Für den Erfolg des Hyperloops ist letztlich entscheidend, ob der zweite Schritt gelingt: „Ware ins Hinterland transportieren zu können“, sagte Titzrath. Bis dahin dürfte noch viel Zeit vergehen. Denn: Ein Kilometer Strecke kostet laut HTT etwa 20 Millionen Euro. Bislang gibt es aber weder festgelegte Trassen, einen Zeitplan noch Finanziers. Bekannterweise ist das Planungsrecht in Deutschland aber kompliziert und langwierig. So sei auch der Transrapid nicht an der Technologie gescheitert, meint die HHLA-Chefin, sondern am politischen Willen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (3) Kommentar schreiben