Beschäftigte bangen – Gewerkschaften loben

Essen.   Für die gut 40 000 Beschäftigten bei Innogy kam die Nachricht von der Aufteilung überraschend, am Montag gab es kein anderes Thema in den Büros als die Frage, was die Aufteilung mit ihren Arbeitsplätzen macht. Die Überschneidungen im Endkundengeschäft und den Verteilnetzen sind groß – diese Bereiche stellen bei Innogy mit 37 000 Beschäftigten den überwiegenden Teil der Belegschaft. Von ähnlicher Größe sind die Netz- und Vertriebssparten des Nachbarn Eon.

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Für die gut 40 000 Beschäftigten bei Innogy kam die Nachricht von der Aufteilung überraschend, am Montag gab es kein anderes Thema in den Büros als die Frage, was die Aufteilung mit ihren Arbeitsplätzen macht. Die Überschneidungen im Endkundengeschäft und den Verteilnetzen sind groß – diese Bereiche stellen bei Innogy mit 37 000 Beschäftigten den überwiegenden Teil der Belegschaft. Von ähnlicher Größe sind die Netz- und Vertriebssparten des Nachbarn Eon.

Die Gewerkschaften Verdi und IGBCE betonten in einer gemeinsamen Stellungnahme, sie gingen vom „Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und der Fortgeltung der Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen“ aus. Ansonsten stellten sie sich ausdrücklich hinter die Pläne. Verdi-Chef Frank Bsirske erklärte, die Transaktion sei für beide Unternehmen vorteilhaft und wertsteigernd. „Das ist auch im Interesse der Beschäftigten und kann langfristig tarifgebundene Arbeitsplätze erhalten.“ Ähnlich argumentierte IG BCE-Chef Michael Vassiliadis: „Die geplante Neuordnung der größten deutschen Energiekonzerne ist die richtige Antwort auf die gewaltigen Herausforderungen, die ihnen die Energiewende bereits gestellt hat und noch stellen wird. Beide haben nun die Möglichkeit, in Wachstum zu investieren.“

Nicht für alle positiv sieht Aktionärsschützer Thomas Hechtfischer die Pläne. Der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz erwartet den Abbau zahlreicher Stellen. „Wenn man zwei große Vertriebseinheiten zusammenschließt, braucht man insgesamt weniger Personal“, sagte er dieser Zeitung. Aus Aktionärssicht glaubt Hechtfischer, dass Eon „größer und stabiler“ wird. Innogy sei der große Verlierer, „aber auch bei RWE sehe ich den ganz großen Nutzen nicht“. Schließlich sei das neue Konstrukt der Ökotochter Innogy von sehr kurzer Dauer gewesen. „Hin und Her macht Taschen leer“, zitiert er eine alte Börsenweisheit.

Die geplante Übernahme großer Innogy-Teile durch Eon wird auch die Wettbewerbshüter beschäftigen. Aufgrund der Größe dieses Deals, der laut Verdi-Chef Bsirske rund 43 Milliarden Euro an Unternehmenswerten verschiebt, dürfte diese Sache auf europäischer Ebene behandelt werden. Sprich die EU-Kommission prüft das Geschäft auf mögliche Einschränkungen des Wettbewerbs. Verbraucherschützer waren gestern uneins, ob der Zusammenschluss des Endkundengeschäfts die Preise steigen lasse.

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