The Voice of Germany

"The Voice of Germany"-Liveshow endet dramatisch für Favorit

Das Gespräch von "The Voice of Germany"-Moderator Thore Schölermann mit Superstar Kiesza war nicht der einzige Fremdschäm-Moment mit dem Ex-Soap-Darsteller in der ersten Liveshow.

Das Gespräch von "The Voice of Germany"-Moderator Thore Schölermann mit Superstar Kiesza war nicht der einzige Fremdschäm-Moment mit dem Ex-Soap-Darsteller in der ersten Liveshow.

Foto: ProSieben/Sat.1

Essen.  Die erste Liveshow von "The Voice of Germany" mündete für Rapper und Mitfavorit Alex Hartung in einem dramatischen Ende. Die neue Duell-Form Clashes waren eine Offenbarung für die Stimmen in der Musikshow. Moderator Thore Schölermann hatte mit peinlichen Aussetzern zu kämpfen.

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Für „The Voice of Germany“ ist der Wechsel von den Aufzeichnungen in die Liveshows der größte und wichtigste Schritt in jeder Staffel. Bisher hatten die Produzenten der Privatsender ProSieben und Sat.1 in den Blind Auditions, Battles und Knockouts stets die Chance eine eigene bis ins kleinste Detail geplante Dramaturgie zu kreieren. Emotionen wurden mit perfekt zusammengeschnittener Mimik und Gestik der Protagonisten in die Wohnzimmer transportiert. Das brachte „The Voice of Germany“ Top-Zuschauerquoten von bis zu 25 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe.

Jetzt muss sich das Konzept aus Musik, Emotionen und klassischer Unterhaltung auch mit allen Unwägbarkeiten einer Liveshow bewähren. Das fängt beim Ton an, geht beim wackligen Moderator weiter und hört bei der Unberechenbarkeit der Zuschauer-Votings auf. Kommen wir erst einmal zu den positiven Aspekten:

Clashes sind bei „The Voice of Germany“ eine Offenbarung für die Stimmen

Stillstand ist Rückschritt haben sich die Macher von „The Voice of Germany“ vor der vierten Staffel wohl gesagt. So gibt es nach den Knockouts mit den so genannten Clashes eine weitere Neuerung, die am Freitagabend auf Sat.1 in der ersten Liveshow eine unterhaltsame Premiere hatte. Jeweils zwei Talente singen im Wechsel je zwei 40-sekündige Lied-Sequenzen. Im direkten Vergleich der Stimmen war das bei „The Voice of Germany“ eine Offenbarung. So lagen zwischen Charley Ann Schmutzler (Berlin) und Stephanie Kurpisch (Wriezen) Welten.

Letztere ist zwar eine der größten Rampensäue der vierten Staffel, stimmlich reicht es einfach nicht für den Titel „The Voice of Germany“. Dagegen mausert sich die stille Charley Ann Mutzler durch sympathisches Auftreten und eine angenehm intensive Stimme zu einer Mitfavoritin. Einige Zuschauer auf Twitter zogen sogar einen Vergleich mit einem Stimmwunder wie Adele.

Verkündung des Zwischenstandes mit verherrender Wirkung

Der Ausgang des Duells war allerdings schon vor der Clash-Runde keine Überraschung mehr. Zwar war auch beim vorangegangenen Solo-Lied ein Leistungsunterschied zwischen Charley Ann Schmutzler und Stephanie Kurpisch zu hören. Allerdings zeigte „The Voice of Germany“ einen Zwischenstand des Zuschauer- und SMS-Votings – mit eindeutigem Ergebnis von 84,8 Prozent für Schmutzler und einer verherrenden Wirkung bei ihrer Konkurrentin, die bei dem Blick auf die Statistik sichtlich angeschlagen wirkte.

Da wirkten auch ein paar nette Worte von ihrem Coach Rea Garvey nur wie ein hilfloser Versuch die Situation und den anschließenden Auftritt in den Clashes zu retten.

Coaches Smudo und Michi Beck ignorierten Leistungen in den Clashes

Sind die Zwischenergebnisse knapp, sorgen sie für zusätzliche Spannung. Werden die Abstände zu groß, ist die Spannung bei den Kandidaten und Zuschauern raus. Erst recht, wenn man das Verhalten der Coaches von „The Voice of Germany“ betrachtet. Weder Samu Haber noch Rea Garvey wollten in dem Clash ihres Teams einem Kandidaten mehr Prozentpunkte als dem anderen geben. Und obwohl Charley Ann Schmutzler in der Liveshow klar besser war als Stephanie Kurpisch beliessen es Smudo und Mich Beck bei 50/50.

Da könnte man sich das Voting der Coaches auch schenken und nur die Zuschauer abstimmen lassen. Obwohl alle gesehen haben, wer im ersten Duell die bessere Performance abgeliefert hat, sprach es nur Samu Haber aus. Von den Zuschauern bekam Schmutzler schließlich 81,7 Prozent der Stimmen und zog klar ins Halbfinale von „The Voice of Germany“ ein.

Traum von „The Voice of Germany“ ist für Weseler geplatzt 

In den anderen Paarungen der ersten Liveshow ging es allerdings wesentlich knapper zu. Das Duell zwischen Ben Dettinger aus Stuttgart und dem gebürtigen Weseler Björn Amadeus Kahl wurde für ihren Coach Stefanie Kloß und die Fernsehzuschauer zur Geschmackssache. Während Dettinger durch seine Natürlichkeit in der Stimme punkten konnte, berührte Kahl mit seinem Gesang viele „The Voice of Germany“-Fans.

Allerdings driftet der Weseler bei allen Emotionen etwas zu oft ins Jammerhafte ab. Obwohl Kahl beim Zuschauervoting mit 52 Prozent der Stimmen knapp vorne lag, ist der Traum von „The Voice of Germany“ für den 22-Jährigen geplatzt. Denn Stefanie Kloß hatte Dettinger 58 Prozentpunkte gegeben.

Überraschung bei Samu Haber

Eine Überraschung gab es erneut im Team von Samu Haber. Hier hatte Katrin Richling das Duell gegen Andrei Vesa gesanglich als auch durch ihre größere Ausdrucksstärke eigentlich gewonnen. Doch Vesa hat sich durch seine Leitungen in den bisherigen Shows und seiner sympathischen Art offenbar eine treue Fangemeinde erarbeitet, die ihm 62,3 Prozent der Zuschauerstimmen einbrachte.

Dramatisch knappes Duell für Rapper Alex Hartung 

Das brisanteste Duell des Abends mündete in einem dramatischen Finale. Über Rapper Alex Hartung aus Bremen wurde in den vergangenen Wochen viel diskutiert. Dank Talent, Fleiß und einer enormen Bühnenpräsenz ist er im Sprechgesang kaum zu schlagen – aber kann ein reiner Rapper „The Voice of Germany“ werden? Das wollte Rea Garvey schon im Viertelfinale wissen und wählte mit dem vielseitigen Soft-Metaller Philipp Leon Altmeyer einen harten Gegner für Hartung aus.

Kampfansage von Altmeyer an Hartung

„Du bist ein guter Rapper, aber die Show heißt immer noch ,The Voice'“, lautete die Kampfansage von Altmeyer. Der lieferte auch gleich sehr gute und glaubhafte Auftritte. Dagegen setzte Hartung stark gerappte Text-Elemente. Wenn man allerdings bei dem Lied „Empire State of Mind“ von Alicia Keys und Jay C nur die „Strophe“ wiedergeben, aber ohne Stimme nicht den prägnanten Refrain singen kann, fehlt das gewisse Etwas, um es in einer Show, in der die Stimme im Vordergrund steht, bis ins Finale zu schaffen.

So schied Hartung in einem dramatisch knappen Duell aus. 50,4 Prozent der Zuschauer stimmten für Altmeyer, der sein Glück kaum fassen konnte.

Überflüssige Dialoge und ein Moderator zum Fremdschämen 

Das würden die Fernsehzuschauer in den nächsten Liveshows nicht vermissen:

„The Voice of Germany“ lebt von dem hohen musikalischen Niveau der Kandidaten und der sympathisch-kompetenten Jury. Überflüssige sinnfreie Dialoge, wie toll doch die Show ist, ziehen das Niveau nur nach unten. Ein Beispiel aus dem Backstage-Bereich - Co-Moderatorin Doris Golpashin: „Geiles Feeling hier oder?“ Kandidatin Anna Liza Risse: „Ja ist mega. Wir haben schon in den Proben gesehen, wie geil das hier ist. Aber jetzt noch viel geiler“.

Viel Luft nach oben hat noch Moderator Thore Schölermann. Erst verwechselt er Michi Beck mit Smudo, dann führt er ein peinliches Interview mit dem britischen Superstar Kiesza, vergisst eine Werbepause und pflegt einen distanzlosen, kumpelhaften Umgang mit den Kandidaten zum Fremdschämen. Wie man professionell mit jungen Musikern zusammenarbeitet, da können ihm sicherlich die „The Voice of Germany“-Coaches Rea Garvey, Stefanie Kloß, Smudo, Michi Beck und Samu Haber noch ein paar wertvolle Tipps geben.

Die weiteren Duelle in den Clashes von „The Voice of Germany“ 

Im zweiten Viertelfinale von „The Voice of Germany“ kommt es am Freitag, 20.15 Uhr auf Sat.1 zu folgenden Paarungen:

Team Fanta:

Calvin Bynum (26) aus Heilbronn gegen Rene Lugonic (18) aus Bielefeld

The Voice of Germany Team Stefanie Kloß

Marion Campbell (40) aus Hamburg gegen Anna Liza Risse (18) aus Erkrath

Team Rea Garvey

Carlos Jevez (24) aus Frankfurt am Main gegen Lina Arndt (18) aus Berlin

Team Samu Haber

Daniel Mersadeh (21) aus Heidelberg gegen Rene Nocon (39) aus Hamburg

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