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Coronavirus in NRW: Meldungen vom Sonntag (1. März)

Das Coronavirus breitet sich auch in NRW immer weiter aus. Auch die Isolierstation der Essener Uniklinik bereitet sich auf das Virus vor.

Das Coronavirus breitet sich auch in NRW immer weiter aus. Auch die Isolierstation der Essener Uniklinik bereitet sich auf das Virus vor.

Foto: dpa

Essen.  Ein erster Covid-19-Fall in Essen, dazu Mahnungen zur Besonnenheit: Hier finden Sie unseren Newsblog vom Sonntag, 1. März, zum Nachlesen.

In diesem Artikel haben wir unsere Berichterstattung für Sie archiviert. Hier finden Sie alle aktuellen Meldungen zum Coronavirus in NRW. Hier finden Sie die nationalen und internationalen Entwicklungen.

Chronik: Coronavirus - die Entwicklungen in NRW am Sonntag, 1. März 2020:

21.46 Uhr: Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) schrieb am Sonntag auf Twitter: „In der aktuellen Lage rufe ich die KölnerInnen zur Besonnenheit auf.“ Der Düsseldorfer OB Thomas Geisel (SPD) mahnte in einer Videobotschaft, wichtig sei nun dies: „Dass wir allesamt bei aller verständlichen Aufregung einen kühlen Kopf bewahren.“

21.10 Uhr: Bereits seit Freitagnacht gibt es in Bonn eine bestätigte Infektion mit Coronavirus. Der 22-Jährige ist Mitarbeiter der OGS Clemens-August-Schule. Wie die Stadt am Sonntag mitteilte, wurden dort bisher 185 Schülerinnen, Schüler und Lehrer getestet - alle mit negativem Ergebnis. Rund 30 Tests stehen noch aus. In zwei Verdachtsfällen gibt es Entwarnung. Laut der Nachrichtenagentur dpa hatten Krisenteams die betroffenen Familien am Wochenende aufgesucht, aber noch nicht alle Kontaktpersonen des OGS-Mitarbeiters angetroffen. Er hat demnach nur leichte Symptome und befindet nach Angaben der Uniklinik Bonn in häuslicher Quarantäne. Auch der Student hatte Karneval im Kreis Heinsberg gefeiert.

20.47 Uhr: Die erkrankte Frau aus Kettwig zeige "milde gesundheitliche Symptome", berichtete die Stadt Essen am Abend auf ihrer Twitter-Seite. Sie sei bereits seit dem Samstag "vorsorglich" in häuslicher Quarantäne.

19.56 Uhr: Auch am Sonntag tagte der Krisenstab des Kreises Heinsberg, wie Landrat Stephan Pusch in einem Video auf der Facebook-Seite der Verwaltung erklärte. Am Nachmittag würde sich die Zahl der Infizierten auf die 70 zu bewegen, sagte er. Zudem erwarte er zu Beginn der kommenden Woche einen sprunghaften Anstieg. "Gehen sie davon aus, dass sich die Zahl deutlich erhöhen wird, weil wir einen Schwung von Testergebnissen bekommen werden", sagte Pusch. Wann der Landkreis die Höchstzahl der Infizierten erreicht habe, könne er nicht sagen. Bei den zwei Personen, "die am Anfang die Sache ins Rollen gebracht haben", gebe es erste Anzeichen der Besserung.

18.59 Uhr: In Essen gibt es seit Sonntagabend einen ersten bestätigten Corona-Fall. Eine Frau aus Kettwig hatte eine Karnevalsveranstaltung im Kreis Heinsberg besucht, an der auch eine Person teilgenommen hatte, die inzwischen positiv auf das Virus getestet wurde. Die Frau hatte sich am Samstag Mittag am Bürgertelefon der Stadt Essen gemeldet und wurde aufgrund der angegebenen gesundheitlichen Symptome sowie der Angabe des Kontaktes zur erkrankten Person auf das Virus getestet.

18.56 Uhr: Vier von 100 Kita-Kindern waren im Kreis Heinsberg positiv auf Corona getestet worden - am Abend vermeldete der WDR eine gute Nachricht: Allen gehe es gut, sagte eine Sprecherin des Kreises dem öffentlich-rechtlichen Sender. Sie zeigten "allenfalls leichte Erkältungssymptome".

18.19 Uhr: Die Lüdenscheider Mosaik-Schule mit 95 Schülern und 20 Lehrern bleibt in der kommenden Woche geschlossen. Das hat der Krisenstab des Märkischen Kreises am Wochenende entschieden. Bei einem Lehrer der Förderschule war das Coronavirus nachgewiesen worden. Der Pädagoge ist der erste Corona-Fall im Sauerland.

17.14 Uhr: In Dortmund gibt es derzeit noch zwei Coronavirus-Verdachtsfälle. Die Laborergebnisse stehen noch aus. Weitere Verdachtsfälle seien der Stadt nicht gemeldet worden.

16.37 Uhr: Das Coronavirus dringt schnell in viele Landesteile von NRW vor. Ein Schneeballeffekt zeichnet sich ab. Viele Infizierte werden isoliert. Im Kreis Heinsberg gibt es - Stand Sonntagnachmittag - mit 65 bestätigten Fällen die meisten Erkrankten - aber es geht darüber hinaus.

15.57 Uhr: Zwei Beamtinnen der Kreispolizei Viersen sind am Samstag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Kreispolizeibehörde Viersen hat am Samstagabend in Zusammenarbeit mit dem Kreisgesundheitsamt und dem Krisenstab des Kreises Viersen die ersten Maßnahmen getroffen. Alle Mitarbeiter, die in Kontakt mit den Beamtinnen gestanden haben, seien informiert. Vorsorglich bleiben mehrere Mitarbeiter in häuslicher Isolation, teilt die Kreispolizeibehörde Viersen mit. Die beide Beamtinnen würden derzeit keine Krankheitssymptome zeigen und befinden sich in häuslicher Isolation. "Wir nehmen die Lage ernst, aber es besteht derzeit kein Grund zur Besorgnis. Wir verstärken alle notwendigen Vorsorgemaßnahmen gegen die Verbreitung des Virus", sagt der Abteilungsleiter der Polizei, Manfred Krüchten.

15.46 Uhr: In Münster wird ein 51-Jähriger seit Samstagabend im Krankenhaus behandelt. Er hatte sich nach einem längeren Urlaub in Teheran nach seiner Rückkehr auf das Virus testen lassen. Sein Test fiel positiv aus. Laut der Stadt Münster sei er in einem guten gesundheitlichen Zustand. Seine Frau stehe vorerst unter freiwilliger Quarantäne. Der 51-Jährige ist der erste Infizierte, der nicht mit dem Kreis Heinsberg in Verbindung steht.

15.40 Uhr: Die Wählergruppe der Bürgerlich-Liberalen haben im Rat der Stadt Duisburg beklagt, dass an den Duisburger Schulen Sanitärartikel fehlen würden. An einer Schule sei keine Seife vorhanden - und das trotz des Coronavirus.

15.31 Uhr: Der NRW-weit am stärksten vom neuartigen Coronavirus betroffene Kreis Heinsberg will Engpässen in der medizinischen Versorgung entgegensteuern. In der Gemeinde Gangelt mit rund 12.000 Einwohnern seien aufgrund der Quarantänemaßnahmen mehrere Arztpraxen geschlossen, die übrigen sehr stark ausgelastet, teilte der Kreis am Sonntag mit. Zur Unterstützung der hausärztlichen Versorgung richte man ab Montag mit dem DRK eine Zentrale Anlaufstelle zur Probenentnahme ein. Zudem werde für die „normale“ medizinische Versorgung eine größere Arztpraxis bereitstehen. Ein Arzt, der selbst noch unter Quarantäne stehe, stelle seine Praxis bereit, sagte ein Kreissprecher. Eine telefonische Anmeldung sei zwingend.

15.15 Uhr: Eine niederländische Tanzdozentin aus Goch-Kessel befürchtet, dass sie sich mit dem Erreger in Nord-Italien angesteckt habe. Bislang habe sie aber noch keinen Arzt aufsuchen können. Anstatt im Fieberzelt in Kleve untersucht zu werden, habe sie im Regen warten sollen. „In diesem Zelt darf nur eine Person behandelt werden. Der Rest muss draußen warten – ohne Schutz in der Kälte. Ins Krankenhaus selbst darf man auch nicht. Es wehte ein eisiger Wind und es regnete stark“, schreibt sie auf Facebook.

15.09 Uhr: In Wuppertal wird ein Mann als Corona-Verdachtsfall geführt. Nach Informationen der Westdeutschen Zeitung befindet sich die gesamte Familie vorsorglich in häuslicher Quarantäne. Der Wuppertaler habe nach einer Reise in die Lombardei binnen der zweiwöchigen Inkubationszeit Grippe-Symptome gezeigt. Die Lebensgefährtin des Patienten zeige wohl keine Symptome. Allerdings bleibt die Schule an der sie arbeitet - die Chrisitan-Morgenstern-Schule - bis Mittwoch geschlossen. Gleiches gilt für den Waldorf-Kindergarten, den ein Kind aus der Familie besucht.

15.02 Uhr: In Duisburg stand am Samstag noch ein Testergebnis aus. Am Sonntag teilt die Stadt mit, dass diese Person negativ auf das Coronavirus getestet wurde. Von neun Verdachtsfällen in Duisburg waren damit zwei positiv. Die beiden am Samstag positiv getesteten Frauen seien mittlerweile in häuslicher Quarantäne außerhalb von Duisburg, schreibt die Stadt. Weitere begründete Verdachtsfälle legen derzeit nicht vor.

14.05 Uhr: Eine von der Quarantäne betroffene Frau aus Heinsberg hat gegenüber der dpa Zweifel geäußert, ob als Vorsorge gegen eine Sars-CoV-2-Ausbreitung genügend Tests vorgenommen werden. „Mein Mann und ich, wir arbeiten beide in sensiblen Bereichen. Wir gehen morgen wieder zur Arbeit ohne sicher zu sein, dass wir nicht infiziert sind.“ Sie sei im sozialen Bereich tätig und habe beruflich viel Kontakt zu Jugendlichen und Familien. Ihr Mann sei Pfleger. „Man hat bei uns keinen Abstrich genommen. Bei Leuten, die in sensiblen Bereichen arbeiten, sollten aber standardmäßig Tests durchgeführt werden.“ Mit 65 Infektionen bis Sonntagmittag ist der Kreis stark betroffen.

13.54 Uhr: Wie der Kölner "Express" berichtet, haben sich zwei Kölner Feuerwehrleute mit dem Coronavirus infiziert. Die beide Mitarbeiter der Feuerwache 5 würden sich seit Dienstag in häuslicher Quarantäne befinden, am Samstagabend habe sich der Verdacht bestätigt. „Auf FW 5 wurden daher die nun notwendigen Maßnahmen getroffen, um die Kontaktpersonen der beiden Betroffenen zu identifizieren und für diese in die nunmehr vorgeschriebene 14-tägige häusliche Quarantäne zu veranlassen“, heißt es in dem Schreiben, das dem Express vorliegt.

13.45 Uhr: Am Niederrhein fällt das Duell des SV Bislich gegen den HSC Berg in der Fußball-Kreisliga-A aus. Als Grund „wurde das Coronavirus angegeben“, sagt HSC-Coach Adolf Grill.

13.32 Uhr: Eine der häufig gelesenen Meldungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus am Samstag kam aus Hagen: Dort durfte ein Zug den Hauptbahnhof Hagen nicht mehr verlassen. Mehr als eine Stunde wurde der Zug festgehalten.

12.57 Uhr: Im Briloner Raum haben die ersten Gymnasien ihre Klassenfahrten bereits vor einigen Tagen abgesagt. Und auch die Gymnasien in Meschede und Schmallenberg haben erste Maßnahmen wegen des Coronavirus ergriffen. Dabei geht es nicht nur um Hygiene-Regeln.

12.47 Uhr: Seit Samstag steht das Fieberzelt vor dem Krankenhaus in Kleve. Offenbar wurde die Funktion des Zeltes von vielen Menschen falsch verstanden. „Zu uns kommen Menschen ohne Grippesymptome, um sich testen zu lassen. Das macht medizinisch keinen Sinn und saugt unnötige Ressourcen", schreibt Christian Weßels, Sprecher des Krankenhauses, in einer neuen Erklärung. Eigentlich soll das Zelt „zur Corona- und Grippe-Ausschlussdiagnostik“ dienen. Das Fieberzelt ist eine reine Vorsichtsmaßnahme.

12.38 Uhr: Wie die Stadt Bonn auf einer Pressekonferenz mitteilte, fielen die bisher ausgewerteten Tests der 185 Schüler und Lehrer der Clemens-August-Schule negativ aus. Da die Proben allerdings bis um 23 Uhr am Samstagabend eingereicht wurden, stehen noch einige Test aus. Vorsorglich bleibt die Schule für 14 Tage geschlossen. Ein Mitarbeiter der Offenen Ganztagsschule hatte sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

12.25 Uhr: Bereits am Samstag war bekannt geworden, dass die Messe Düsseldorf wegen der Ausbreitung des Corona-Virus alle bevorstehenden Eigenveranstaltungen verschiebt. Betroffen davon sind die Messen ProWein, wire, Tube, Beauty, Top Hair sowie die Energy Storage Europe.

12.10 Uhr: Nun gibt es auch den ersten bestätigten Fall einer Coronavirus-Infektion im Kreis Düren. Laut Informationen der Stadt befinde sich der 24-Jährige in häuslicher Quarantäne. "Entscheidend ist nun, eine weitere Ausbreitung soweit es geht zu verhindern", sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. Der Mann, der in Köln arbeitet, soll sich bei einem Arbeitskollegen angesteckt haben. Dieser war Gast auf der Karnevalssitzung in Gangelt.

11.42 Uhr: Im Raum Aachen ist die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen auf sechs gestiegen. Das berichteten die Krisenstäbe der Stadt Aachen und der Städteregion Aachen, die am Sonntag jeweils drei Covid-19-Betroffene meldeten. Neben der bereits bekannten Frau aus Gangelt im Kreis Heinsberg, die in einer Aachener Klinik isoliert behandelt wird, sind nun ein 29-Jähriger und seine gleichaltrige Lebensgefährtin positiv getestet worden. Sie befinden sich in häuslicher Quarantäne.

11.28 Uhr: Im bisher NRW-weit am stärksten vom Coronavirus Sars-CoV-2 betroffenen Kreis Heinsberg ist am Sonntag erneut der Krisenstab zusammengekommen. Bis in den späten Samstagabend waren dort 60 Infektionen bekanntgeworden. Neuere Zahlen lagen am Sonntagmorgen zunächst nicht vor, wie ein Kreissprecher sagte.

11.23 Uhr: Die Uniklinik in Essen sieht sich mit Blick auf den Coronavirus gut vorbereitet. Derzeit liegt noch kein Corona-Patient auf der Infektionsstation. „Wir sind gut vorbereitet, es herrscht keine Panik“, sagt Sebastian Dolff, leitender Oberarzt für Infektiologie in Essen.

10.50 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer geht nicht von einem schnellen Ende des Kampfes gegen das Coronavirus aus. „Ich rechne damit, dass wir zum Jahreswechsel einen entsprechenden Impfstoff zur Verfügung haben“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Bis dahin müsse man das Virus „mit den klassischen Mitteln des Seuchenschutzes bekämpfen. Wir müssen die Infektionsketten konsequent unterbrechen.“ Auch die Absperrung von Regionen oder Städten schloss Seehofer nicht völlig aus. „Dieses Szenario wäre das letzte Mittel“, sagte der CSU-Politiker. Seehofer selbst gibt als Schutzmaßnahme nach eigener Aussage anderen Menschen derzeit nicht mehr die Hand. „Ich sage aber jedes Mal, dass das nichts mit Unhöflichkeit zu tun hat.“

10.11 Uhr: Im Kreis Kleve am Niederrhein ist ein Diagnostikzelt für Coronavirus-Tests an den Start gegangen. Das Katholische Karl-Leisner-Klinikum richtete „zur Corona- und Grippe-Ausschlussdiagnostik“ eine zentrale Fieberambulanz ein. Diese steht als Zelt vor dem St.-Antonius-Hospital und ist einer Klinik-Mitteilung zufolge seit Samstag startklar. An anderen Standorten des Krankenhauses finde damit keine Diagnose mehr statt - auch, um Mitarbeiter und Patienten vor einer Infektion zu schützen.

9.17 Uhr: Im Düsseldorfer Gesundheitsamt startet am Montag ein Diagnostikzentrum, das ausschließlich Corona-Tests durchführt. Wer befürchtet, sich angesteckt zu haben, soll sich aber zuerst an die 0211/8996090 wenden. Am Telefon klärt geschultes Personal dann ab, ob der Verdacht begründet ist und wie es weiter geht.

8.58 Uhr: Insgesamt gibt es jetzt in NRW rund 70 nachgewiesene Covid-19-Fälle. Neu dazu gekommen sind am Samstag je zwei Infektionen in Köln und Duisburg, drei aus dem Raum Aachen, eine in Lüdenscheid, in Mönchengladbach und in Bonn. Dort hat sich ein OGS-Mitarbeiter angesteckt – die Schule bleibt zwei Wochen geschlossen, die Corona-Testergebnisse der 185 Kinder sollen heute vorliegen.

8.37 Uhr: Quarantäne-Ende für Hunderte Heinsberger: Für die rund 300 Karnevalisten und ihre Familien, die zusammen mit dem infizierten Ehepaar die Kappensitzung in Gangelt besucht hatten, endet heute die vorsorgliche häusliche Quarantäne. Wer bis jetzt die keine Symptome habe, dürfe sich wieder uneingeschränkt bewegen, sagte ein Sprecher des Kreises Heinsberg. (red/mit dpa)

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