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NRW-Gesundheitsministerium: Ausreichend Intensivbetten frei

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Düsseldorf.  Nachdem die Kölner Krankenhäuser wegen steigender Corona-Zahlen auf ihren Intensivstationen Alarm schlagen, beruhigt das Gesundheitsministerium.

Trotz steigender Corona-Patientenzahlen stehen in Nordrhein-Westfalen nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums zurzeit noch ausreichend freie Intensivbetten mit Beatmungstechnik zur Verfügung. Mit Stand Freitag seien es über 510, erklärte ein Sprecher des Ministeriums am Samstag. Es bleibe trotzdem weiterhin wichtig, wachsam zu sein: „Wir müssen darauf achten, dass die Zahlen der Infizierten nicht zu stark steigen, damit wir auch künftig ausreichend freie Kapazitäten an Intensivbetten haben“, betonte er.

Die Inanspruchnahme der Intensiv- und Beatmungskapazitäten durch die Versorgung von Corona-Patienten habe in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen beiden zwei Wochen zugenommen, erläuterte der Sprecher. Die Krankenhäuser seien deswegen bereits gebeten worden, beim Steuern ihrer planbaren Belegung die erforderlichen Reservekapazitäten besonders in den Blick zu nehmen und gegebenenfalls derzeit nicht betriebene Intensivkapazitäten auch wieder zu aktivieren.

Köln hatte wegen steigender Zahlen am Freitag Alarm geschlagen

Nordrhein-Westfalens größte Stadt Köln hatte wegen steigender Zahlen auf den Intensivstationen am Freitag Alarm geschlagen. Die Kölner Krankenhäuser und Kliniken sähen sich auf den Intensivstationen einer bedrohlichen Situation gegenüber, erklärte die Stadt. Die Zahl der Patienten dort steige dynamisch an. Deshalb wurden erfolgte Lockerungen zurückgenommen. So müssen ab Montag wieder alle Kölner Museen und der Zoo geschlossen bleiben.

Darüber hinaus erwartet Nordrhein-Westfalens einzige Millionenstadt vom Land kurzfristig weitergehende Maßnahmen. „Als Stadt haben wir mit den heutigen Entscheidungen unsere Handlungsmöglichkeiten nahezu ausgeschöpft“, erklärte die Leiterin des Krisenstabes, Andrea Blome. Das Land sei hier auch deshalb gefragt, da die aktuelle Situation nicht nur Köln alleine betreffe. „Schon heute nehmen wir in Köln Patienten aus anderen Kreisen und Städten auf. Daher ist hier ein landesweites Handeln dringend notwendig. Die Zeit drängt.“

Gesundheitsministerium verweist auf Corona-Notbremse

Das Gesundheitsministerium verwies zunächst auf die grundsätzliche Regelung der Corona-Notbremse beim Überschreiten des Schwellenwerts von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Das NRW-Gesundheitsministerium stehe betroffenen Kreisen und Städten für die Konzeption einer Allgemeinverfügung mit möglichen weitergehenden Schutzmaßnahmen nicht nur zur Erteilung des erforderlichen Einvernehmens, sondern auch beratend zur Verfügung.

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten liegt seit dem Osterwochenende in NRW wieder auf einem hohen Niveau: Das geht aus dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervor.

Demnach stieg die Zahl der Patientinnen und Patienten auf 934 - so viele wie seit dem 15. Januar nicht mehr (Stand 10. April). NRW kann auf eine Notreserve von weiteren 2449 Intensivbetten zurückgreifen - die medizinische Versorgung ist also aktuell landesweit betrachtet nicht gefährdet.

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Zahl der ausgelasteten Krankenhäuser steigt bundesweit

Wie aus unserem interaktiven Klinikmonitor hervorgeht, steigt aber die Zahl der Krankenhäuser, die komplett ausgelastet sind: 291 der bundesweit meldenden 1.232 Krankenhäuser gelten am Samstag als ausgelastet - das entspricht einem Anteil von 24 Prozent. Erstmals seit Anfang Februar übersteigt die Anzahl der Kliniken im eingeschränkten Betrieb zudem die Zahl der Häuser, die regulär arbeiten können: Landesweit können 83 Krankenhäuser einen Regelbetrieb anbieten, in 131 Krankenhäusern ist nur noch eingeschränktes Arbeiten möglich. Und weitere 79 Häuser berichten, dass sie durch den Patientenzuwachs teilweise eingeschränkt sind - Tendenz steigend.

Bundesweite Reserve von bis zu 12.000 Intensivbetten

Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft gab es vor der Corona-Krise bundesweit rund 28.000 Intensivbetten, davon 22.000 mit Beatmungsmöglichkeit. Diese waren durchschnittlich zu 70 bis 80 Prozent belegt. Durch Corona wurden die Kapazitäten ausgebaut: So wurde die die Zahl der für Covid-19-Patienten geeigneten Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit auf mehr als 28.000 gesteigert. Zusätzlich steht eine Reserve bereit, die innerhalb einer Woche aktiviert werden kann. Diese Reserve schwankt je nach Personalsituation zwischen 10.000 und 12.000 Betten. (mit dpa)

Die Details zum Corona-Gipfel lesen Sie hier:

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