Keine Sportwagen zu Weihnachten

Zug-Unfall: 20 Porsche haben nur Schrottwert

Foto: Hercher, Kay-Helge

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Siegerland/Dillenburg. Sachschaden in Millionenhöhe und zum Teil erhebliche Behinderungen im Regionalverkehr sind das Ergebnis eines schweren Eisenbahnunglückes in der Nacht zu Mittwoch auf dem Dillenburger Bahnhof.

Rund 20 englische Porschefans werden auf ihren nagelneuen Sportwagen an Weihnachten verzichten müssen. Die Nobelkarossen hatten nach dem Zusammenstoß von zwei Güterzügen zwischen dem Dillenburger Bahnhof und der Haltestelle Niederscheld gestern nur noch Schrottwert.

Gegen kurz vor halb eins in der Nacht war südlich des Bahnhofes Dillenburg bei Niederscheld ein Güterzug mit Kesselwagen auf einen stehenden Güterzug mit den hochwertigen Nobelkarossen aufgefahren. Dabei entgleiste die Lok des aufgefahrenen Güterzuges, welcher ein Erdöldestilat transportierte.

Erste Befürchtungen, dass gefährlichen Chemikalien auslaufen und in das Erdreich eindringen könnten, erwiesen sich bereits kurz nach dem Eintreffen der Rettungskräfte als unbegründet. Die Kessel hatten dem Druck des Aufpralles bei dem Zusammenstoß Stand gehalten. „Gefahrgut ist bei dem Unfall nach bisherigen Erkenntnissen nicht ausgetreten”, betonte Klaus Munsteiner, Pressesprecher der Bundespolizeidirektion Koblenz, die gestern vor Ort die Ermittlungen führte.

Der Lokführer des mit den Sportwagen beladenen Zuges, der in Richtung Siegen unterwegs war, wurde leicht verletzt und musste aus der Lok befreit werden. Dazu musste aus Gründen der Sicherheit zuerst die Oberleitung geerdet werden. Er konnte allerdings nach kurzem Aufenthalt im Krankenhaus wieder entlassen werden.

Bei dem Güterzug mit den Neufahrzeugen wurden die letzten drei Wagen und die darauf befindlichen Fahrzeuge schwer beschädigt. Einige Fahrzeuge fielen in den Gleisbereich. Betroffen waren hierbei drei Güterzugwagen mit Neufahrzeugen am Schluss des Zuges. Darüber hinaus wurde auch die dortige Oberleitung durch die Kollision beschädigt. Während des ganzen Tages versuchten die Beamten gestern zu ermitteln, wie es zu dem Zusammenstoß der beiden Züge kommen konnte. Diese Untersuchungen gestalteten sich aber so schwierig, dass gestern kein Ergebnis festgestellt werden konnte.

Denn erst im Laufe des späten Nachmittages und frühen Abends begann ein Spezialkran mit der Bergung der umgestürzten Waggons, in denen sich die Sportwagen befanden - so beschädigt, dass sie nur noch wirtschaftlichen Schrottwert haben. Danach konnten die Helfer mit dem Wiedereinsetzen der Lokomotive in die Gleise beginnen.

Nach Angaben Munsteiners kam es nur im Personenverkehr auf der Regionalbahn-Strecke zwischen Gießen und Aachen, die über Siegen führt, zu leichten Verzögerungen. Der Güterverkehr wurde weiträumig umgeleitet.

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