Wisente

Zwei Wisent-Ranger unterstützen jetzt das Artenschutzprojekt

Henrik Brinkschulte (vorne) und Henrik Trapp sind die neuen Wisent-Ranger.

Henrik Brinkschulte (vorne) und Henrik Trapp sind die neuen Wisent-Ranger.

Foto: Britta Prasse

Wingeshausen.  Henrik Brinkschulte (21) und Henrik Trapp (23) kümmern sich jetzt um die Wisente. Sie erzählen, warum sie unbedingt Wisent-Ranger werden wollten.

Sie kümmern sich um das Futter, stehen im engen Kontakt mit Tierärzten und der wissenschaftlichen Koordinatorin Kaja Heising und bieten Publikumsführungen in der Wildnis an: Henrik Brinkschulte und Henrik Trapp sind die neuen Wisent-Ranger im Trägerverein. Damit folgen sie auf Jochen Born, der vor rund eineinhalb Jahren krankheitsbedingt zurücktreten musste. Am Dienstagvormittag wurden Brinkschulte und Trapp offiziell den Medien im Gelände der Wisent-Welt vorgestellt.

Rentkammer wird entlastet

„Mit Unterstützung des Landes NRW konnten wir eine intensivere Betreuung der Herden in die Wege leiten“, so Bernd Fuhrmann, erster Vorsitzende des Trägervereins. Nachdem der 21-jährige Henrik Brinkschulte bereits am 1. Juli seine Tätigkeit als Wisent-Ranger aufgenommen hatte, wird er seit Anfang des Monats auch von dem 23-jährigen Henrik Trapp unterstützt. Mit dieser zweiten Ranger-Stelle wird vor allem die Wittgenstein-Berleburg’sche Rentkammer entlastet, die bisher Aufgaben für den Wisent-Verein – unter anderem die Winterfütterung – übernommen hatte. Und auch für Kaja Heising, die mit ihrem Team zwischenzeitlich für viele Tätigkeitsfelder des Wisent-Rangers mitverantwortlich war, sind Brinkschulte und Trapp eine deutliche Entlastung. Und dennoch ist sie dankbar für die Erkenntnisse, die sie aus der Übergangszeit zwischen dem vorigen und den jetzigen Wisent-Rangern erlangt hat: „Es war so eine positive Erfahrung mitzuerleben, wie viele Leute – auch ehrenamtlich – hinter diesem Projekt stehen.“

Mit dem Projekt groß geworden

Für Brinkschulte und Trapp scheint die Arbeit des Wisent-Rangers ein Traumjob zu sein. Beide lieben den Umgang mit den einzigartigen Tieren, beide haben Spaß an der Arbeit in der Natur – egal, bei welchem Wetter. Brinkschulte kommt aus Wingeshausen, hat eine dreijährige Lehre zum Landwirt absolviert und danach ein Jahr als Landwirt-Geselle gearbeitet. Nebenbei war er rund eineinhalb Jahre als Wisent-Ranger auf Minijob-Basis beschäftigt. „Ich bin quasi mit dem Projekt groß geworden“, sagt der 21-Jährige, der stolz ist ein Teil des Artenschutzprojektes sein zu dürfen.

Vom Kfz-Mechatroniker zum Ranger

Trapp hat einen – auf den Blick – eher ungewöhnlicheren Werdegang. Der 23-Jährige aus Christianseck ist gelernter Kfz-Mechatroniker und hat sowohl bei VW als auch beim Berleburger Schaumstoffwerk gearbeitet. In seiner Freizeit hat er sich aber auch schon immer um die Tiere auf dem landwirtschaftlichen Betrieb gekümmert, den er gemeinsam mit seiner Familie führt. Dort leben neben Rindern vor allem Ziegen, Mufflons, Pferde und Esel. Darüber hinaus ist er auch in der Kaschmirziegen- und Herdenschutzhunde-Zucht erfolgreich. Das Reizvolle an seinem Job als Wisent-Ranger ist für ihn die Arbeit im Freien – etwas, das er jetzt auch noch mit seinen handwerklichen Fertigkeiten verbinden kann.

Sowohl Henrik Brinkschulte als auch Henrik Trapp arbeiten auf Vollzeit-Basis. Beide Ranger-Stellen werden vom Land NRW finanziell gefördert, vorerst bis Ende 2020. „Wir sind aber zuversichtlich, dass das auf mindestens fünf Jahre ausgelegt ist“, so Fuhrmann. Unabhängig von einem Gerichtsurteil im Wisent-Streit.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben