Klimaschutz

Wittgensteins Kinder nehmen Klimaschutz in die eigene Hand

Ein junger Baum für ein besseres Klima: Am Samstag pflanzen Kinder der Region in einem Erndtebrücker Waldstück Douglasien, Lärchen und Weißtannen.

Ein junger Baum für ein besseres Klima: Am Samstag pflanzen Kinder der Region in einem Erndtebrücker Waldstück Douglasien, Lärchen und Weißtannen.

Foto: Lisa Klaus

Erndtebrück.  Schüler werden in der Kinderakademie der Organisation „Plant for the Planet“ in Erndtebrück zu Klimaschützern ausgebildet. Was sie vorhaben.

„Jetzt habe ich gerade meinen ersten Baum gepflanzt.“ Mats Jonne kniet zusammen mit Luke stolz vor der kleinen Douglasie, die die beiden zusammen in die Erde in einem Erndtebrücker Waldstück gebracht haben. Die Aktion ist Teil eines zukunftsweisenden Projekts: die „Plant for the Planet“-Kinderakademie. Am Samstag ließen sich 80 Kinder aus der Region in der Realschule Erndtebrück zu angehenden Klimaschützern ausbilden und durften als Höhepunkt des Tages Bäume pflanzen.

Greta Thunberg macht es vor, zahlreiche Kinder folgen ihrem Beispiel: Nicht nur mit Aktionen wie den „Fridays for Future“-Demonstrationen wollen Kinder und Jugendliche das Runder noch herumreißen und den Klimawandel stoppen. „Wir hoffen, dass diejenigen, die heute an der Akademie teilnehmen, sich in Zukunft für den Klimaschutz einsetzten werden“, sagt Friederike Wahnschaffe.

Gemeinsam für das Klima

Die 15-Jährige und ihre Freundin Leticia Haas, beide Schülerinnen der Realschule Erndtebrück, waren bereits im vergangenen November Teil der

Akademie in Dortmund und geben nun ihr Wissen an die heimischen Kinder und Jugendlichen weiter.

Regelmäßig treffen sich die beiden mit anderen jungen Klima-Aktivisten, besprechen vergangene Aktionen wie die Verkostung und Verkauf von Fair-Trade-Schokolade und planen ihr weiteres Vorgehen. Demnächst haben sie auch vor – unabhängig von „Plant for the Planet“ – an den „Fridays for Future“-Demonstrationen teilzunehmen.

Jeder kann etwas tun

Bei der Akademie am Samstag sind Schüler der Grundschule und Realschule Erndtebrück, des Gymnasien in Netphen und Stift Keppel in Hilchenbach sowie der Grundschule Bad Laasphe dabei. Bevor es zum Pflanzen der Bäume in den Wald ging, erfuhren die Schüler zunächst, was Klimaschutz und Klimawandel bedeutet.

„Wir haben ihnen erklärt, dass auch jeder schon mit kleinen Dingen etwas für das Klima tun kann, wie zum Beispiel das Licht ausmachen, wenn man einen Raum verlässt, öfter mit dem Fahrrad fahren, weniger Plastik verbrauchen“, erklärt Leticia Haas. Damit die angehenden Klimaschützer ihr eigenes Wissen in Zukunft auch an andere weitergeben können, bekommen sie am Samstag zusätzlich ein Rhetorik-Training in kleinen Arbeitsgruppen.

„Dabei lernen sie, frei zu sprechen, sich richtig auszudrücken und einen Vortrag so zu halten, dass man ihnen auch zuhört“, betont Friederike Wahnschaffe.

Akademie ein Höhepunkt

Ziel ist es, dass die Schüler in Zukunft – wie am Samstag Friederike Wahnschaffe und Leticia Haas – ihre Mitmenschen bei weiteren Veranstaltungen auf den Klimawandel und die Wichtigkeit des

Klimaschutzes hinweisen. Bürgermeister Henning Gronau zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Schüler: „Das ist eine Gruppe, die ich von der ersten Stunde an unterstütze.

Sie setzen sich ganz vorbildlich für die gute Sache, nämlich den Klimaschutz, ein. Mit der Akademie ist jetzt ein vorläufiger Höhepunkt erreicht und ich bin sehr stolz darauf dass so viele Schüler daran teilnehmen und sich zu Klimaschützern ausbilden lassen.“

Die meisten der Teilnehmer von „Plant for the Planet“ waren mit der Materie bereits vertraut:„Vielen war die Dringlichkeit der Thematik durchaus schon bewusst. Den Kleineren musste man aber natürlich erst noch erklären, was der CO2-Ausstoß ist und was man dagegen tun kann“, berichtet Friederike Wahnschaffe.

Gutes Werk für das Klima

„Jetzt retten wir Kinder die Welt!“ heißt der Vortrag, den die Teilnehmer der Akademie am Samstagvormittag zu hören bekommen. Nach dem Weltspiel, bei dem die Kinder etwas über Verteilungsgerechtigkeit und Weltbürgertum lernen, und dem Rhetoriktraining geht es gemeinsam – selbstverständlich zu Fuß – mit Schaufeln und Spaten über den Schultern ein paar Kilometer in den Wald.

Dort warten bereits kleine Lärchen, Douglasien und Weißtannen darauf, von den Schülern nach fachmännischer Anleitung eingebuddelt zu werden.

Nachdem Luke und Mats Jonne ihr Loch auf der Lichtung neben den vielen

anderen Schülern gegraben haben, setzen sie gemeinsam den Douglasien-Zögling in die Erde – nicht ohne vorher die genau passende Pflanze ausgewählt zu haben: „Lass uns die mit den längeren Wurzeln nehmen, die geht dann besser an“, weiß Luke, für den die kleine Douglasie schon der 18. Baum ist, den er pflanzt.

Zum Schluss gibt Mats Jonne der jungen Pflanze noch Wasser, so wie es um ihn und Luke herum mit zahlreichen weiteren Jungpflanzen geschieht. Am Ende des Tages stehen rund 80 neue Bäume auf der Lichtung und die Jugendlichen haben ein gutes Werk für den Klimaschutz getan.

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