Spendenlauf

Von Köln nach Bad Laasphe: Spendensammeln beim Ultramarathon

Björn Schäfer (links) und Dominik Wewior bei ihrem letzten Lauf 2014.

Foto: privat

Björn Schäfer (links) und Dominik Wewior bei ihrem letzten Lauf 2014.

Bad Laasphe/Köln.   Björn Schäfer und Dominik Wewior organisieren den Spendenlauf „Turnbeutel’s Run for Wishes“. Der Erlös geht an todkranke Kinder.

Die Füße schmerzen, der Kreislauf droht in den Keller zu sacken. Und hin und wieder spukt sie im Kopf herum, die Frage: „Warum mache ich das eigentlich?“ Drei Tage, 130 Kilometer, 2500 Höhenmeter. Von Köln nach Bad Laasphe, von der Domplatte bis zum Wilhelmsplatz. Zu Fuß. Was sich nach ehrgeizigem Extremsport à la Joey Kelly anhört, ist die neueste Aktion, die sich Björn Schäfer aus Banfe und Dominik Wewior aus Wallau ausgedacht haben. „Turnbeutel’s Run for Wishes“ – ein Lauf, der Spenden für todkranke Kinder sammeln soll. Aller Voraussicht nach soll das Geld in einen Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser Bad Laasphe investiert werden. „Wir warten derzeit nur noch auf eine Genehmigung“, so Schäfer. Sonst werde sich das Team mit einem Hospiz oder einer Familie aus der Region kurzschließen.

Zeit für Zigarette und Bierchen

Alles begann eigentlich schon im Jahr 2013, mit dem ersten Spendenlauf von Bad Laasphe nach Düsseldorf, ins Kinderhospiz Regenbogenland. Letztendlich geht es darum, den persönlichen Grad der Verrücktheit mit etwas Sinnvollem zu verbinden. Die gemeinsame Anstrengung bis über die körperliche Belastungsgrenze hinaus, das schweißt zusammen. „Wenn ich alleine laufen würde, würde ich das niemals schaffen“, ist sich Björn Schäfer sicher. „Doch in der Gruppe zieht jeder jeden mit.“

Für die „ernsthaften“ Läufer sei er – so hart es klingt – eine Lachnummer, sagt Björn Schäfer. Einen ausgefeilten Sport- und Ernährungsplan für seinen bevorstehenden Ultramarathon gibt es nicht. „Ich versuche jeden Tag ein bisschen Sport zu machen, mal auf dem Crosstrainer oder ein bisschen laufen. Aber manchmal bin ich auch einfach nur zu faul“, erzählt Schäfer. Und auch auf der Strecke selbst hechelt er keinen sportlichen Spitzenleistungen hinterher: „In der Gruppe machen wir immer mal wieder hier ein Päuschen. Zeit für eine Zigarette und ein Bierchen muss einfach sein.“ Auch so erreiche er sein Ziel – und dann kann er zufrieden grinsend den „ernsthaften“ Läufern entgegen winken.

Voraussetzung: sich selbst nicht zu ernst nehmen

Den Lauf wird Björn Schäfer mit etwa zehn Freunden bestreiten. „Über die Jahre als Hobby-Läufer habe ich viele Kontakte geknüpft, so dass ich mir mein Team quasi selbst zusammenstellen kann“, sagt er. Die Voraussetzungen: den Ehrgeiz für die persönliche Bestzeit in den Wind schießen und sich selbst nicht zu ernst nehmen. „Wir verkleiden uns nämlich auch mal gerne auf unseren Läufen.“ Ein bisschen wie Karneval in Wittgenstein.

Guten und ausreichenden Weg-Vorrat – den braucht man bei so einer Tour. Genauso wie die Menschen, die sowohl Essen und Trinken als auch die Weg-Logistik organisieren. „Nicht nur auf der Strecke, sondern auch neben der Strecke hilft ein ganzes Team mit“, erklärt Schäfer. Zum Beispiel Mitorganisator Dominik Wewior, der die Läufer mit dem Auto begleitet. Für ihn eine Ehrensache: „Ich war bereits an ähnlichen Aktionen beteiligt. Die Emotionen, die das bei einem selbst und den Empfängern hervorruft, sind einfach überwältigend und jede Anstrengung wert. So etwas schweißt zusammen und man findet Freunde fürs Leben.“

Zweck – ein viel zu bescheidenes Wort für diese Aktion. „Wir wollten dieses Mal ein soziales Projekt in Bad Laasphe unterstützen, das todkranken Kindern zugute kommt“, so Schäfer. Beim Spendenlauf in 2013 kamen rund 6000 Euro für das Regenbogenland Düsseldorf zusammen, beim Lauf 2014 – von Brilon nach Olpe – waren es am Ende sogar 13.000 Euro für das Kinderhospiz Balthasar in Olpe.

Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser

In diesem Jahr sollen die erlaufenen Spenden für einen Herzenswunsch-Krankenwagen eingesetzt werden. „Das ist quasi ein aufgepimpter Krankenwagen, gemütlich eingerichtet mit Flachbildfernseher, Spielekonsole und solchen Sachen“, erklärt Schäfer. Die Malteser Bad Laasphe hätten derzeit noch einen Krankenwagen „übrig“, den man zum Herzenswunsch-Krankenwagen umrüsten könnte, weiß Schäfer. Der Einsatz, so simpel wie berührend: „Wenn ein schwer krankes Kind zum Beispiel noch ein letztes Mal in den Freizeitpark möchte, wird es mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen dorthin gebracht.“ Für den Patienten ist das alles kostenlos, das Projekt wird vom ehrenamtlichen Engagement und Spendengeldern getragen.

Spendengelder, die das Team um Björn Schäfer und Dominik Wewior auf der Strecke zwischen Köln und Bad Laasphe sammeln werden. Für den letzten Wunsch eines Kindes – da spielen schmerzende Füße keine Rolle mehr.

>>> RUDELLAUF VON BANFE NACH BAD LAASPHE

  • Die Aktion „Turnbeutel’s Run for Wishes“ wird vom 27. bis 29. Juli 2018 stattfinden. Auf der letzten Etappe – zwischen Banfe und Bad Laasphe – kann jeder mitlaufen, der die Aktion unterstützen möchte.
  • Treff- und Sammelpunkt wird der Sportplatz des FC Banfe sein, wo sich die Läufer vor der knapp sieben Kilometer langen Zielstrecke noch einmal stärken und vor allem motivieren können.
  • Dafür ist jedoch eine Anmeldung erforderlich, damit das Organisationsteam besser planen kann – auch im Hinblick darauf, ob eventuell Straßen zwischen Banfe und Bad Laasphe seitens der Stadt gesperrt werden müssen.
  • Anmeldungen auf Facebook unter https://www.facebook.com/TRFW2018
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik