Umweltschutz

Verbot von Luftballons in Wittgenstein nicht ausgeschlossen

Luftballons sehen hübsch aus, können aber auch Probleme machen.

Luftballons sehen hübsch aus, können aber auch Probleme machen.

Foto: Sebastian Sternemann / FUNKE Foto Services

Wittgenstein.  Gasgefüllte Luftballons stehen als Umweltverschmutzer und Gefahr für Tiere in der Kritik. Möglich wäre ein Verbot auch in Wittgenstein.

Sie sind bunt, Kinder haben an ihnen ihre helle Freude und bei Großveranstaltungen sind farbenfrohe Luftballons oft nicht wegzudenken. Doch sie haben auch eine dunkle Seite: Einmal in der Luft, landen Ballons später zumeist unweigerlich in der Natur und stellen eine Bedrohung für Tiere dar – in Zeiten, in denen der Umweltschutz immer weiter in den Fokus rückt, nicht unkritisch.

Die Stadt Gütersloh will in Zukunft auf gasgefüllte Ballons auf städtischen Plätzen verzichten, in Niedersachsen haben in der Folge die Grünen eine Debatte losgetreten. Brisant ist das Thema in Wittgenstein schon allein wegen des im vergangenen Jahr verendeten Bison-Stiers Don, der an einem Darmverschluss, verursacht durch einen Luftballon, starb.

In der Kritik stehen dabei jedoch nicht die Luftballons, die auf Kindergeburtstagen das Wohnzimmer schmücken – vielmehr geht es um jene, die gasgefüllt bei Veranstaltungen steigen gelassen werden und deren Verbleib nicht kontrolliert werden kann, so wie zum Beispiel bei Luftballonwettbewerben.

Ein Ballon aus einem solchen Wettbewerb war es auch, der sich im Körper des eine Tonne schweren Dons in Feudingen Ende Juni 2018 nach seinem Tod wiederfand. In den Wittgensteiner Kommunen steht dieses aktuelle Thema derzeit nicht auf der Agenda – ausgeschlossen wird es aber nicht.

Bad Berleburg

In Bad Berleburg gab es bisher keine öffentliche Debatte über dieses Thema und auch keinen Vorstoß, das Steigenlassen von Ballons grundsätzlich zu verbieten, lässt die Stadtverwaltung verlauten. Rein rechtlich sei es derzeit so, dass für Massenstarts von Luftballons keine Genehmigung benötigt wird, wenn es sich um höchstens 500 Ballons handelt.

Andernfalls müsse sogar eine Genehmigung bei der Deutschen Flugsicherung eingeholt werden. Laut Peter Mengel, Abteilungsleiter „Sicherheit und Ordnung“ sieht theoretisch die Möglichkeit, über die Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Bad Berleburg Luftballonwettbewerbe als Ergänzung des Verunreinigungsverbots zu verbieten.

Ebenso bestünde die Möglichkeit, wie auch in Gütersloh ein Verbot von gasgefüllten Luftballons bei städtischen Veranstaltungen auszusprechen.

Ein solches Verbot müsste von der Stadtverordnetenversammlung ausgesprochen werden. In Gütersloh kam die Initiative von einer Bürgerin und wurde von der dortigen Politik unterstützt.

Bad Laasphe

In Bad Laasphe spielt dieses Thema aktuell politisch keine Rolle. Dennoch bestünde die Möglichkeit, eine solche Entscheidung zu treffen, heißt es aus dem Rathaus. Eine entsprechende Regelung könnte in der ordnungsbehördlichen Verordnung verankert werden, was wiederum einen Ratsbeschluss voraussetzen würde.

Allerdings sei es fraglich, ob eine solche Regelung in einer einzelnen Kommune wirklich zielführend sein würde, da sich die Gasballons bewegen und teilweise mehrere Kilometer zurücklegen. Dadurch landen sie in anderen Kommunen und stellen dort eine Gefahr für Tiere dar. Deshalb wäre ein flächendeckendes Verbot solcher mit Gas gefüllten Luftballons aus Sicht der Stadt Bad Laasphe erfolgversprechender.

Erndtebrück

Auch in Erndtebrück werden Veranstalter grundsätzlich immer auf die Informationen der Deutschen Flugsicherung hingewiesen. Denkbar sei eine solche Regelung wie in Gütersloh in Erndtebrück aber auch, teilt die Pressestelle der Verwaltung mit. Diese Regelung könne sich dann, wie bei der Stadt Gütersloh auch, ausschließlich auf öffentliche Flächen und Einrichtungen beziehen.

Da in den seltensten Fällen Veranstaltungen auf öffentlichen Flächen oder in öffentlichen Einrichtungen stattfinden würden und es in Erndtebrück eher selten zu Luftballonaufstiegen käme, würde bei einer solchen Regelung der Aufwand jedoch außer Verhältnis zu dem zu erreichten Zweck stehen, lässt die Verwaltung mitteilen.

Lesermeinung

Unsere Leser auf Facebook haben zu diesem Thema eine eindeutige Meinung. Bei einer Abstimmung sprachen sich 170 Personen für den Status Quo aus, während 61 Wittgensteiner eine Regelung wie in Gütersloh bevorzugen würden. „Alle reden vom Umweltschutz, wollen den Klimanotstand ausrufen und lassen dann diesen Plastikmist fliegen, der dann auch wieder in den Flüssen bzw im Meer landet“, kommentierte Marlon Ecklé.

„Versucht es mal mit Menschenverstand und nicht mit blindem Aktionismus. Umweltschutz ist eine gute Sache, die jeder machen sollte. Aber lasst den Kindern ihren Spaß. Da gibt es Milliarden Tonnen anderen Müll, der zuerst einmal weg sollte. Verpackungen aller Lebensmittel zum Beispiel“, gab Balthasar-Max Althaus zu bedenken.

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