Politik

Südwestfalen-SPD will Druck in NRW machen

Blick über das Rothaargebirge von der Hochheide auf dem Kahlen Asten hinüber zum Bergmassiv der Hunau (Schmallenberg)

Blick über das Rothaargebirge von der Hochheide auf dem Kahlen Asten hinüber zum Bergmassiv der Hunau (Schmallenberg)

Foto: Föst, Bastian

Bad Berleburg/Hagen.   Noch in diesem Jahr will die SPD eine Südwestfalen-Arbeitsgemeinschaft gründen. Dadurch sollen die Interessen des heimischen Raumes bei der Landesregierung in Düsseldorf gestärkt werden.

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Die SPD will noch in diesem Jahr eine Südwestfalen-Arbeitsgemeinschaft mit einem eigenen Sprecher gründen. Darauf haben sich die fünf Unterbezirke geeinigt. Damit sollen die Interessen des heimischen Raumes bei der Landesregierung in Düsseldorf und in Berlin stärker vertreten werden. Das bestätigte der Siegerländer SPD-Landtagsabgeordnete Falk Heinrichs im Gespräch mit dieser Zeitung.

„Es geht darum, dass wir als Südwestfalen wahrgenommen werden“, betonte Heinrichs. „Das Ruhrgebiet darf nicht denken, dass in Hagen die Welt aufhört. Das schaffen wir nur zusammen.“ Noch in diesem Jahr soll sich die „Südwestfalen-SPD“ konstituieren. Eine eigene Satzung werde gerade erarbeitet. Hagen soll darin wegen der Ruhrgebiets-Randlage einen Sonderstatus erhalten. An der Satzung arbeiten die Europa-, Landtags- und Bundestagsabgeordneten sowie die Kreistags-Fraktionsvorsitzenden der Region.

Mit der Südwestfalen-SPD sollen die Probleme des ländlichen Raumes in die Öffentlichkeit und die politischen Entscheidungszentren transportiert werden. Diese Probleme seien ganz anders gelagert als in den Städten. Heinrichs: „Ein gutes Beispiel dafür ist die Dichtheitsprüfung beim Abwasser. In den Ballungszentren wird die nicht als so bedrohlich empfunden. Dort wohnen vielfach aber auch mehrere Mietparteien in einem Haus. Bei uns auf dem Land gibt es 80 Prozent Eigenheime.“ Für deren Besitzer sei die Thematik ungleich relevanter.

„Wichtig ist, dass Geld in die Kommunen kommt“

Strukturell habe die ländliche Region andere Probleme als die Städte. „Die ländlichen Kommunen dürfen nicht ausbluten“, verwies Heinrichs, selbst noch als Ratsherr im südwestfälischen Burbach aktiv, auf demografische Entwicklungen, denen die Politik mit entsprechenden Maßnahmen begegnen müsse. Dazu gehöre eine intakte Infrastruktur, die aber nur mit einer vernünftigen finanziellen Ausstattung aufrecht erhalten werden könne: „Wichtig ist, dass Geld in die Kommunen kommt.“

Zuletzt hatte insbesondere die südwestfälische CDU der rot-grünen Landesregierung wiederholt vorgeworfen, Fördergelder zu einseitig in die Ballungszentren zu vergeben.

„Wer seine Kräfte bündelt, wird besser gehört“, sagte der Siegener SPD-Bundestagsabgeordnete Willi Brase, einer der Motoren der Bewegung, unserer Zeitung. Das gelte auch für die Landesregierung in Düsseldorf.

Vielen Parlamentariern sei gar nicht bekannt, dass Südwestfalen die drittgrößte Industrieregion Deutschlands mit über 100 Weltfirmen sei, erklärte Heinrichs. Und Brase ergänzte: „Wir sind eine starke Region, und es wird Zeit, dass wir das auch deutlich machen.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar "Mit einer Stimme für Südwestfalen" von Martin Korte.

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