Freibad-Bilanz

Sommer 2019: So war die Freibad-Saison in Wittgenstein

„Ab ins Wasser!“ – das dachten sich in diesem Sommer weniger Menschen als im Supersommer 2018.

„Ab ins Wasser!“ – das dachten sich in diesem Sommer weniger Menschen als im Supersommer 2018.

Foto: Britta Prasse / WP

Wittgenstein.  Mit der Hitzewelle im Juni erreichen die Freibadbetreiber in Wittgenstein Rekordzahlen. An den Supersommer 2018 kommen sie jedoch nicht heran.

Der Sommer ist vorbei. Meteorologisch hat der Herbst bereits am 1. September angefangen, am 23. September folgt der astronomische Herbstanfang. Auch die Wittgensteiner Freibäder haben auf die sinkenden Temperaturen reagiert und am vergangenen Wochenende den Badebetrieb weitestgehend eingestellt. Nur das Freibad im Rothaarbad hat heute noch geöffnet, bevor es ab morgen winterfest gemacht wird. Das Schlagwort „Supersommer“ fiel in diesem Jahr nicht; dennoch können die Freibadbetreiber zufrieden sein mit den Besucherzahlen.

Der Rekord-Monat

„Allein im Juni hatten wir schon 13.500 Badegäste – so viele wie noch nie in diesem Monat“, sagt Manuel Spies von der Stabstelle Wirtschaftsförderung der Stadt Bad Berleburg. „Da wussten wir schon, dass es ein erfolgreicher Sommer werden wird.“ Diese Beobachtungen decken sich auch mit den Erfahrungen, die die Betreiber des Wabachbades in Bad Laasphe gemacht haben. „Mit knapp 16.000 Gästen war der Juni der besucherstärkste Monat in diesem Jahr“, so Ann Kathrin Müsse, Pressesprecherin der Stadt Bad Laasphe.

Der Grund: eine Hitzewelle der Superlative. Noch nie war ein Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen so warm wie in 2019. Die Durchschnittstemperatur lag in Nordrhein-Westfalen bei 19,5 Grad – rund vier Grad über der bisherigen Rekordmarke. Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilt, wurde in NRW mit fast 300 Sonnenstunden ein neuer Sonnenscheinrekord aufgestellt. Bis dahin galt der Juni 1976 als der sonnenreichste Monat (287 Stunden).

Der Monat der Extreme

Nach einem derartigen Hitzeauftakt kommen die Besucherzahlen in den Monaten Juli und August nicht mehr an die Juni-Statistik heran. Ins Rothaar-Freibad kamen im Juli zum Beispiel „nur“ noch 9300 Gäste, 4300 weniger als im Juli 2018. Dafür erlebte das Erndtebrücker Schwimmbad einen Besucheraufschwung: Über 3200 Badewillige kamen im Juli – fast 20 Prozent mehr als noch im Vormonat. Insgesamt zeigte sich der Juli als ein Monat der Extreme: Mitte des Monats war es zum Teil so kalt – wie zum Beispiel in Hesselbach oder Hemschlar –, dass die Dörfer tatsächlich die kältesten Orte Deutschlands waren. Ende des Monats kletterten die Temperaturen dann wieder auf bis zu 35 Grad – und waren damit höher als auf Mallorca.

Der unbeständige Monat

Wechselhaft zeigte sich hingegen der August, vor allem im zweiten Drittel des Monats. An insgesamt sechs von zehn Tagen regnete es, was sich auch in den Besucherzahlen niederschlug: 7300 Gäste kamen beispielsweise noch zum Schwimmen ins Rothaar-Freibad und damit 2100 weniger als noch im August 2018. Trotzdem sei man mit dem diesjährigen Ergebnis zufrieden, meint Manuel Spies: „Es ist durchaus vergleichbar mit den Zahlen aus 2018 – nur, dass sie sich quasi einen Monat nach vorne verschoben haben.“

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