Digitalisierung

So sieht der digitale Alltag in Erndtebrück aus

Bürgermeister Gronau mit der Schülergruppe des Mint-Camps vom Talentnetz SiWi am Erndtebrücker Bahnhof. Hier berichtet er von der Digitalisierung des Ortskerns.

Bürgermeister Gronau mit der Schülergruppe des Mint-Camps vom Talentnetz SiWi am Erndtebrücker Bahnhof. Hier berichtet er von der Digitalisierung des Ortskerns.

Foto: Gemeinde Erndtebrück

Schüler des MINT-Camps informieren sich über innovative Digitalisierungsprojekte, die bereits in Erndtebrück umgesetzt worden sind.

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Erndtebrück. Oft bemerkt man die Anzahl von vielen Veränderungen erst, wenn man sie Außenstehenden zeigt. So ging es jetzt der Gemeinde Erndtebrück, als Bürgermeister Gronau die Schülergruppe des MINT-Camps vom Talentnetz SiWi am Erndtebrücker Bahnhof empfing, um ihnen von der Digitalisierung des Ortskerns zu berichten.

Neben Firmen wie Conze oder Datasec in Siegen besuchte die Gruppe die Edergemeinde, um sich über die Möglichkeiten der Digitalisierung einer Kommune zu erkunden und so in der MINT-Camp Woche Anfang November komplett in die Welt des Digitalen einzutauchen. Bei der Vorbereitung des MINT-Camps waren die Veranstalter auf die innovativen Digitalisierungsprojekte in Erndtebrück aufmerksam geworden.

Vom Bahnhof aus führte Bürgermeister Henning Gronau die Gruppe zum nebengelegenen P+R-Parkplatz. Hier gab es auch schon das erste reale Beispiel für E-Mobilität. Der Dienstwagen der Gemeinde Erndtebrück, ein Renault ZOE, parkte hier an einer der fünf Ladestationen im Gemeindegebiet. Neben den zwei E-Chargern am P+R-Parkplatz befinden sich noch zwei weitere Ladestationen für E-Autos beim Rathaus und eine Station am Marktplatz an der Siegener Straße.

Die Smart-Pole

Weiter ging es mit der Ortsbegehung am Marktplatz neben dem Alten Rathaus. Hier konnte die Schülergruppe ein besonderes Beispiel für die Digitalisierung des Ortskerns entdecken: die Smart-Pole. Diese Multifunktionsleuchte ist sowohl Ladestation als auch Straßenbeleuchtung und deckt Erndtebrück zusätzlich mit WLAN ab.

Flächendeckendes WLAN

Das freie WLAN ist im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen innogy und der Gemeinde Erndtebrück entstanden, das auf Anstoß der Gemeinde initiiert wurde. Seit dem 18. April ist im Ortskern flächendeckend freies WLAN verfügbar, das über fünf Standorte gestreut wird. Dies wollten die Schüler natürlich direkt ausprobieren und so wurden viele Gesichter nach dem Einloggen in das kostenlose WLAN vom „Willkommen in Erndtebrück“-Bildschirm erleuchtet.

Hierbei erzählte ein ortsansässiger Schüler, er nutze das kostenfreie WLAN bereits täglich auf dem Weg zum Erndtebrücker Bahnhof. Erst in dem Moment, in dem sich die Zugtüren schließen, würde auch der Empfang unterbrochen. Auch wenn in vielen Städten und Gemeinden inzwischen an verschiedenen Stellen freies WLAN als „Insellösung“ verfügbar ist, ist ein flächendeckendes Netz im Ortskern, das von einer Kommune bereitgestellt wird, derzeit noch eine Besonderheit.

Bei Planung und Aufbau des WLAN-Netzes lag ein besonderes Augenmerk darauf, die Benutzbarkeit so einfach wie möglich zu gestalten. Nachdem sich ein Nutzer einmal angemeldet hat, ist dieser den ganzen Tag lang automatisch verbunden, auch wenn das Gerät zwischenzeitlich ausgeschaltet und das WLAN nicht genutzt wird.

Bewegt man sich in der Ortsmitte z.B. im Laufe des Einkaufs fort, verbindet sich das Smartphone oder Tablet automatisch mit dem nächst signalstärkeren Access Point. Dadurch ist eine bestmögliche Verbindung immer gewährleistet. Übergänge sind für den Nutzer nicht spürbar.

Weitere Pläne

Zukünftig ist auch eine Startseite denkbar, auf der beispielsweise über aktuelle touristische Angebote und Einkaufsmöglichkeiten informiert wird, damit sich Einheimische und Auswärtige noch besser in Erndtebrück zurechtfinden können. Die Schüler trugen zudem mit vielen Fragen und guten Ideen dazu bei, dass weitere Entwicklungsschritte in dem Digitalisierungsprojekt geprüft werden.

Anschließend mussten die Besucher ihren Blick wieder vom Handybildschirm heben, um auf der gegenüberliegenden Seite der Siegener Straße eine runde Leuchtanzeige mit blau-grüner Schrift zu entdecken. Diese ist an der hiesigen Straßenbeleuchtung befestigt und gibt Besuchern oder Ortsansässigen die Information, ob und wie viele Parkplätze auf dem P+R-Parkplatz hinter dem Bahnhof noch zur freien Verfügung stehen.

Papierloses Rathaus

Abschließend berichtete Bürgermeister Gronau auch von Maßnahmen zur Digitalisierung des Rathauses. Neben geplanten Projekten wie zum Beispiel der mobilen Auftragserfassung des Bauhofes oder der digitalen Bearbeitung von Schriftverkehr, gab der Bürgermeister auch weitere Beispiele, wie Papier und Druck-Erzeugnisse im Arbeitsalltag der Verwaltung möglichst vermieden werden.

Am Bücherschrank, gegenüber der Brückenapotheke, endete die digitale Entdeckungstour der Schüler vom MINT-Camp. Diese Bücherbox, auch wenn sie das analoge Medium Buch bedient, trägt ebenso im Kleinen den Geist der Digitalisierung: Entdecken, Tauschen und Vernetzen.

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