Hundekot

So gehen Wittgensteins Kommunen gegen Hundekot an

Hundehalter müssen beim Gassi gehen die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner entfernen.

Hundehalter müssen beim Gassi gehen die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner entfernen.

Foto: Lisa Klaus / WP

Wittgenstein  Wittgensteiner Bürger beklagen sich über fehlende Entsorgungsmöglichkeiten des Hundekots. Das sind die Reaktionen dazu aus den drei Rathäusern.

. Es ist für viele Menschen ein Ärgernis: Hundekot auf Straßen, Wegen und öffentlichen Plätzen. Hundebesitzer wiederum ärgern sich, dass sie wegen Weniger, die sich nicht um die Hinterlassenschaften ihrer Hunde kümmern, in ihrer Gesamtheit in Verruf geraten. Wir haben Bad Berleburger, Erndtebrücker und Bad Laaspher zu dem Thema befragt – und in einer Sache stimmten sie fast alle überein.


Das sagen die Bürger

Tenor aus Bad Berleburg, Erndtebrück und Bad Laasphe: Die Entsorgungsmöglichkeiten fehlen oder sind nicht in ausreichender Zahl vorhanden – das führt bei Hundehaltern zu Unannehmlichkeiten und teilweise zu noch größeren Problemen als nur Hundekot in der Öffentlichkeit. „In Bad Berleburg und den dazu gehörigen Ortschaften fehlen überall Mülleimer auf den Wanderwegen. Das ist nicht schön, wenn man zehn Kilometer den Beutel hinter sich her schleppen muss“, schreibt uns zum Beispiel Susanne Wolzenburg.

Dasselbe Problem beschreibt Sarah Berger aus Bad Laasphe: „Hier in Bad Laasphe gibt es auch viel zu wenig Mülleimer vor allem bei den beliebten Waldwegen. Oft findet man die Beutel mit Kot auch in der Landschaft.“ Hundekot in Müllbeuteln, entsorgt in der Landschaft – vielfach wird das von den Bürgern wie Martin Wunderlich beobachtet: „Für manches habe ich Verständnis, aber nicht dafür, wenn gefüllte Beutel in die Landschaft geworden werden.“

Dass jedoch viele Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner jedoch auch ordnungsgemäß entfernen, will Waltraud Wydra nicht unvergessen lassen: „ Ich bin auch Hundehalter und entsorge wie viele andere die Hinterlassenschaften meines Hundes. Die Hundebesitzer die ich kenne, handeln vorbildlich, sie entsorgen ihre Tüten so wie es sein soll. Natürlich gibt es schwarze Schafe.“

Dass der Hundekot, der innerhalb kurzer Zeit von selbst verrottet, in biologisch nicht abbaubare Tüten verpackt wird, merken zudem einige kritisch Leser an. „Ich finde, es herrscht Überholbedarf. Man entfernt etwas, das sich von alleine abbauen würde mit Plastik, das sich in Jahrtausenden nicht abgebaut hat. Ich habe jetzt eine abbaubare Alternative, die genauso zu benutzen ist wie Plastikvariante. Dahinein sollte mehr investiert werden“, schlägt Annabel Schulz vor.

So ist es in Bad Berleburg

Kotbeutel werden für Hundehalter zur Verfügung gestellt, teilt Pressesprecherin Steffi Treude mit. Zuständig dafür ist die Abteilung „Infrastruktur und Erholung“ in Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern und dem Baubetriebshof der Stadtwerke. Von den Mülleimern soll es künftig mehr geben: „Die Anzahl der Beutelspender und auch Mülleimer wird nach und nach erhöht.

Zurzeit liegen noch neun Spender auf dem Baubetriebshof, die in Kürze aufgestellt werden. 31 Beutelspender oder Stationen (mit Eimer) sind aufgestellt“, berichtet Treude. Fällt einem Mitarbeiter zudem auf, dass ein Spaziergänger die Hinterlassenschaften seines Hundes nicht beseitigt, würde er ihn darauf ansprechen und hinweisen. Spezielle Kontrollen sind aber nicht geplant.

So ist es in Erndtebrück

Innerhalb der Gemeinde sind insgesamt 13 Hundetoiletten installiert. „Dabei sind damals alle Ortsteile mit ihren jeweiligen Ortsvorstehern beteiligt worden. Diese konnten Standortvorschläge für ihre Ortschaften bei der Gemeinde einreichen“, teilt Pressesprecherin Anne Torno mit. Außer für den Ortsteil Röspe sind in jedem Ortsteil eine Hundetoilette installiert worden – in Erndtebrück selbst sind sechs weitere Toiletten installiert.

Regelmäßig – also alle ein bis zwei Wochen – werden die Hundetoiletten von den Mitarbeitern des Bauhofes kontrolliert, was das Leeren der Eimer und das Nachfüllen der Beutel beinhaltet. „Hin und wieder werden weitere Aufstellungsorte durch örtliche Vereine oder Bürger vorgeschlagen – die Gemeinde versucht, im Rahmen ihrer finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten, den Wünschen der Einwohner nachzukommen.

Natürlich können dabei nicht immer alle Vorschläge berücksichtigt werden, da neben den Anschaffungskosten auch noch entsprechende Personalkosten anfallen, die dabei immer mit berücksichtigt werden müssen“, betont Torno. Eine Kontrolle der Spaziergänger sei aufgrund der ländlichen Gegend und der geringen Personalkapazität nicht realistisch.


So ist es in Bad Laasphe

An unterschiedlichen Punkten im gesamten Stadtgebiet, vor allem an stark frequentierten Wegen, werden in Bad Laasphe Kotbeutel zur Verfügung gestellt. „Im Bürgerbüro im Rathaus werden Hundekotbeutel kostenlos ausgegeben. Seitens der Stadtverwaltung ist auch den Hotelbesitzern im Stadtgebiet das Angebot gemacht worden, ihnen Beutel zur Verfügung zu stellen, damit sie ihren Gästen welche mitgeben können. Zudem haben die Ortsvorsteher einen Vorrat und ein Auge darauf, dass immer genug Beutel in den Spendern vorhanden sind“, berichtet Pressesprecherin Ann Kathrin Müsse.

Im gesamten Stadtgebiet stehen den Hundebesitzern über 70 Hundetoiletten zur Verfügung: „Dazu zählen unter anderem 38 hochwertige und robuste Edelstahl-Hundetoiletten, die bereits installiert sind, und zehn weitere, die nach und nach noch installiert werden. Außerdem wurden an 20 weiteren Mülltonnen Spender für Hundekotbeutel angebracht. Hinzu kommen sämtliche öffentliche Mülleimer, in die die Beutel ebenfalls geworfen werden können“, teilt Müsse mit. Was die Abfalltonnen betrifft, rüste die Stadt Bad Laasphe immer wieder nach.

Aber: „Sicherlich wird es kaum möglich sein, das Stadtgebiet flächendeckend – also an wirklich allen Wegen und in regelmäßigen Abständen – mit Hundetoiletten auszustatten.“ Daher appelliert die Verwaltung auch an die Hundebesitzer, die Hinterlassenschaften stets ordnungsgemäß zu beseitigen. Kontrollen finden bereits statt: „Wenn die Mitarbeiter vom Ordnungsamt unterwegs sind und die Hundetoiletten leeren, haben sie auch ein Auge auf die Hundebesitzer und weisen sie darauf hin, dass die Häufchen entfernt werden müssen, wenn sie das nicht von selbst tun.“

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