Leben im Alter

Siegen-Wittgenstein braucht mehr stationäre Pflegeplätze

Stationäre Pflege - Kreis Siegen-Wittgenstein

Stationäre Pflege - Kreis Siegen-Wittgenstein

Foto: Manuela Nossutta / WP Berleburg

Siegen-Wittgenstein.  Mit dem demografischen Wandel steigt der Bedarf. Die Bevölkerungszahl sinkt. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung und damit der Bedarf.

Es geht um ein halbes Prozent. Doch diese Steigerung hat großen Einfluss auf das Leben in Siegen-Wittgenstein. Daraus folgt, dass weitere stationäre Pflegeplätze geschaffen werden sollen. Der aktuelle Entwurf für den Pflegebedarfsplan weist für das Jahr 2017 gemessen an der Gesamtbevölkerung eine Quote von 4,5 Prozent Menschen mit Pflegebedarf aus. Mit Blick auf das Jahr 2022 wird sich dieser Pflegebedarf in Siegen-Wittgenstein um eben dieses halbe Prozent auf 5 erhöhen. Am stärksten Betroffen ist dabei die Gruppe der Menschen über 80 Jahren, die gemessen ander Gesamtbevölkerung deutlich wächst.

Demografie

Zwar sinkt die Zahl der Gesamtbevölkerung, und damit theoretisch auch die Zahl der potenziellen Pflegebedürftigen, allerdings macht sich gleichzeitig der Demographische Wandel bemerkbar. Das heißt, der Anteil der älteren und damit auch potenziell stärker pflegebedürftigen Menschen steigt: 1987 lag das Durchschnittsalter der Menschen im Kreis bei 37,7 Jahren. 2017 waren es 44,1 und 2030 werden es 45,9 Jahre sein. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung: 1987 gab es im Kreisgebiet 812 Menschen, die 90 Jahre und älter waren. In 2030 wird diese Zahl bei 3842 liegen, also vier Mal so groß sein. In Bad Berleburg lag der Anteil der Bevölkerung im Rentenalter von 65 Jahren und älter 2017 bei 15,5 Prozent. In Erndtebrück waren es 16 und in Bad Laasphe 15,6 Prozent. Damit lag Wittgenstein über dem Kreisschnitt von 15,37 Prozent. In Siegen lag dieser Anteil 2017 bei 14,83. Nur Burbach mit 14,4 war noch jünger.

Konsequenz

Die Konsequenz daraus ist: In Siegen-Wittgenstein sollen drei weitere Pflegeheime entstehen. Der Kreis sieht in Freudenberg, Kreuztal und Siegen zusätzliche Bedarfe an stationären Pflegeplätzen. Das sieht der Pflegebedarfsplan für die Jahre 2019 bis 2022 vor, über den der Ausschuss für Soziales und Integration am Donnerstag, 5. September 2019, in öffentlicher Sitzung beraten wird. „Mit diesen Vorschlägen gehen wir konsequent auf dem Weg weiter, ein bedarfsgerechtes Angebot an stationären Pflegeplätzen in Siegen-Wittgenstein vorzuhalten“, unterstreicht Landrat Andreas Müller. So hatte der Kreis zuletzt im Juni nach einem Ausschreibungsverfahren der Diakonischen Altenhilfe den Zuschlag für die Errichtung einer Pflegeeinrichtung mit 110 Plätzen im Bereich des Kaisergartens in Siegen gegeben.

Wittgenstein

Bereits im April erhielt die MENetatis GmbH aus Bergheim gemeinsam mit der Projektentwicklungsgesellschaft Immotec die Bedarfsbestätigung für eine neue Pflegeeinrichtung in Bad Berleburg mit 80 Plätzen, davon zehn für Kurzzeitpflege. In Bad Laasphe hatte im vergangenen Jahr die Mediko Pflege- und Gesundheitszentren GmbH aus Winsen an der Aller vom Kreis den Zuschlag für den Betrieb eines Seniorenzentrums mit 82 Pflegeplätzen, davon zwölf solitären Kurzzeitpflegeplätze, erhalten. Die Einrichtung soll 2021 eröffnen, so der Betreiber.

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