Politik

Sanierung der Bad Laaspher Ortsdurchfahrt erst in 2020

Beim Workshop der IHK Siegen mit Prof. Dr. Jürgen Steinbrecher wurde nun das Sanierungskonzept der B62 thematisiert.  

Beim Workshop der IHK Siegen mit Prof. Dr. Jürgen Steinbrecher wurde nun das Sanierungskonzept der B62 thematisiert.  

Foto: IHK

Bad Laasphe.   Sanierung der B62 in Bad Laasphe beginnt später. Landesbetrieb Straßenbau reagiert auf Workshop mit heimischen Händlern, das meldet die IHK.

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Es ist eine Neuigkeit, die dem Willen der engagierten Bad Laaspher Händlerschaft entgegenkommt: Der Landesbetrieb Straßenbau NRW hat sich dazu entschieden, den Ausbau der Bundesstraße 62 in der Ortsmitte der Lahnstadt ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen zu beginnen. Somit verschiebt sich der Auftakt der Sanierungsmaßnahme ins Jahr 2020. Bis dahin soll ein fundiertes und in einigen Punkten modifiziertes Gesamtkonzept für die B62 inklusive Radnetz stehen. Dies schreibt die Industrie- und Handelskammer in einer Pressemitteilung.

Weiter heißt es dort: Erst vor einigen Tagen hatte die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) einen Workshop initiiert, im Zuge dessen Straßen.NRW, Bad Laasphes Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann, die Vorsitzenden der Ratsfraktionen und die heimischen Händler ihre Standpunkte äußerten und miteinander ins Gespräch kamen. Prof. Dr. Jürgen Steinbrecher, Leiter des Lehrstuhls für Stadt- und Verkehrsplanung an der Universität Siegen, thematisierte dabei aktuelle Entwurfsansätze für Ortsdurchfahrten, deren potenzielle Anwendung auf den Fall Bad Laasphe sowie die Diskussionen hinsichtlich des langfristigen Planungsprozesses und kurzfristig anstehender Entscheidungen. Er wies darauf hin, dass die Ortsdurchfahrt täglich von rund 13.000 Kraftfahrzeugen und 800 Schwerverkehrsfahrzeugen befahren werde. In seinen Ausführungen ging er zudem insbesondere auf die dringend gebotene Anlage eines sogenannten Alltags-Radwegesystems ein.

Ziel von Straßen.NRW war es eigentlich, schon im Winter die Ausschreibung für den Abschnitt „Ost“ (zwischen den beiden Kreiseln in Bad Laasphe) durchzuführen, um dann im Frühjahr die Bauarbeiten zu starten. Eberhard Zimmerschied, Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr, brachte dies während des Workshops zum Ausdruck. Er blickte auf die Sanierung im Bereich Niederlaasphe zurück. Wegen der zur Verfügung stehenden Umfahrungsmöglichkeit über die Stockwiese habe man sich für 2018 auf den Abschnitt „Ost“ konzentriert. Bei Probebohrungen seien jedoch Lehmschichten in bis zu 1,70 m Tiefe angetroffen worden. Eine nur oberflächige Erneuerung hätte zur Folge, dass die Straße in wenigen Jahren wieder Risse aufweise. Daher habe man eine grundlegende Sanierung des Abschnitts vorgesehen. Die notwendige Arbeitstiefe erfordere zwingend die Durchführung unter Vollsperrung. Diese Maßnahme erfolgt nun ein Jahr später. Darauf folgen sollen voraussichtlich der Abschnitt zwischen dem Puderbacher Kreisel und Niederlaasphe sowie der Abschnitt im Innenstadtbereich.

Otto Wunderlich vom Arbeitskreis Schienenverkehr befürchtete, dass die B62 künftig einen Großteil des Verkehrs der Route 57 aufnehmen müsse. Der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Hermann-Josef Droege stellte klar, dass die Route 57 in Wittgenstein keinesfalls im „Nirgendwo“ enden werde, sondern eine Fortführung nach Hessen bereits im aktuellen Bundesverkehrswegeplan enthalten sei, wenngleich mit einer anderen Priorisierung. Nach Einschätzung von Prof. Dr. Jürgen Steinbrecher ist eine „echte“ Ortsumgehung für die B62 auf Jahrzehnte nicht in Sicht, zumal die Entlastungswirkung etwa bei 30 bis 40 % liege. Es existiere nachweisbar ein hoher Anteil an Quell-/Zielverkehr.

Volker Treude vom Bad Laaspher REWE-Markt betonte, dass die Händlerschaft keineswegs gegen die Sanierung der B62 eingestellt sei. Es gehe lediglich darum, unzumutbare Folgen für die Stadt zu verhindern. Dieser Sorge nehmen sich die Verantwortlichen durch die zeitliche Verschiebung der Baumaßnahmen an. „Wir sind sehr froh, dass der Landesbetrieb unter dem Eindruck des Workshops so schnell und konkret reagiert hat. Diese Entscheidung macht es möglich, den Planungsprozess noch einmal ganzheitlich zu diskutieren“, unterstreicht Hermann-Josef Droege. Er ist überzeugt, dass ein durchgehend geschlossenes Konzept viele Vorteile im Hinblick auf Transparenz und Beteiligung mit sich bringe. Wie im Laufe des Workshops andiskutiert, sollte Prof. Dr. Jürgen Steinbrecher den Prozess als externer Experte nach Möglichkeit begleiten. Dieser Vorschlag fand einhellige Zustimmung, zumal Prof. Dr. Steinbrecher aufgrund seiner ausgewiesenen Fachkompetenz und Unabhängigkeit aus Sicht aller Beteiligten die bevorstehenden komplexen Diskussionen zielgerichtet moderieren könnte.

Sobald weitere Eckpunkte, Planungszeitpunkte und erste Gestaltungsschritte feststehen, werde die IHK eine erneute Informationsrunde vorbereiten, stellt Droege klar. Danach könne der konkrete Planungsprozess beginnen. Im Lichte des konstruktiven Workshops erwarte die IHK, dass jeder Involvierte die erarbeiteten Ergebnisse auf Dauer mittrage: „Es ist eine Win-win-Situation. Alle können profitieren und alle sollten gemeinsam Verantwortung übernehmen.“ Die IHK werde sich in jedem Fall nach ihren Möglichkeiten in die Maßnahme einbinden und in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßen alle Bauphasen insbesondere im Interesse des Einzelhandels begleiten.

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