Jahresrückblick 2017

Politikerin im Gespräch: „Nach wie vor überwiegt die Freude“

Sie hat es geschafft: Anke Fuchs-Dreisbach (CDU) wird am 14. Mai zur Landtagsabgeordneten gewählt. Im Siegener Kulturhaus Lyz erfährt sie von ihrem Direktmandat – und jubelt über ihren Erfolg.

Foto: Sebastian Hahn

Sie hat es geschafft: Anke Fuchs-Dreisbach (CDU) wird am 14. Mai zur Landtagsabgeordneten gewählt. Im Siegener Kulturhaus Lyz erfährt sie von ihrem Direktmandat – und jubelt über ihren Erfolg. Foto: Sebastian Hahn

Bad Berleburg/Düsseldorf.   Die Berleburgerin Anke Fuchs-Dreisbach (CDU) hat bei den Landtagswahlen ein Direktmandat geholt – als Neuling. Einblicke in ihr neues Leben.

Schon 2015 hat ihr Weg begonnen. Damals setzte sich die Sassenhäuserin Anke Fuchs-Dreisbach nicht nur in ihrer Heimatregion Wittgenstein, sondern auch im Siegerland durch und wurde ausgewählt Amtsinhaber Falk Heinrichs von der SPD den Wahlkreis 127 abzujagen. Was damals noch in weiter Ferne lag, wurde am 14. Mai Wirklichkeit. Im Interview spricht sie darüber, wie sich ihr Leben und ihre Arbeit seitdem verändert haben.

Wie hat sich seit der Landtagswahl Ihr Leben verändert?

Anke Fuchs-Dreisbach: Nichts ist eigentlich mehr so, wie es vorher war. Als Physiotherapeutin hatte ich geregelte Arbeitszeiten und freie Wochenenden. Nun bin ich täglich oft mehr als zehn Stunden entweder im Wahlkreis unterwegs oder sitze in Düsseldorf in verschiedenen Ausschusssitzungen, Anhörungen oder im Plenum und an den Wochenenden nehme ich die unterschiedlichsten Einladungen im Wahlkreis wahr. Das alles aber nach wie vor mit großer Freude.

Sie pendeln zwischen Düsseldorf und Bad Berleburg. Wissen Sie, wieviel Zeit Sie im Monat auf der Straße verbringen?

Ich fahre wöchentlich nach Düsseldorf. Jeden Dienstag früh brauche ich ca. 2,5 Stunden (oder mehr) für die 160 Kilometer. Wenn Schnee gemeldet ist, fahre ich am Abend zuvor. Dann ist die Strecke auch schon mal in zwei Stunden zu schaffen.

Beneiden Sie Kollegen, die sich einfach in den Zug setzen können, um zur Plenarwoche zu fahren?

In der Tat fahren meine zwei Soester Kollegen mit der Bahn und machen oft die Erfahrung, dass sie u spät zur Sitzung erscheinen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mit einer Zugfahrt glücklicher wäre.

Sie sind Neuling in der Landespolitik. Wie kommen Sie in den Rangeleien zwischen den alten Hasen und den jungen Wilden klar?

Bisher habe ich noch keine „Rangeleien“ erlebt. Klar, nicht immer sind alle 72 CDU-Abgeordnete einer Meinung. Auch verstehen einige meiner Kollegen aus der Rhein-Ruhr-Schiene nicht meine Hartnäckigkeit in der Windkraftfrage. Aber über alles können wir in der Fraktionssitzung reden; in den meisten Fragen finden wir auch einen Konsens. Selbst die „alten Hasen“ habe ich durchaus als kompromissbereit erlebt.

Welche Tipps haben Sie für Wittgensteiner, die einen Städtetrip nach Düsseldorf machen?

Wenn Wittgensteiner Gäste Düsseldorf besuchen, wäre es natürlich schön, wenn ein Besuch im Landtag mit auf dem Programm stehen würde. Vom Landtag ist die Altstadt mit ihren urigen Kneipen und zahlreichen Geschäften in ca. 15 Minuten zu Fuß zu erreichen. Leider kann ich noch keinen Erfahrungsbericht dazu abgeben.

Was empfehlen Sie den Kollegen in Düsseldorf, wenn sie Wittgenstein besuchen?

Wie ich erfahren habe, war unser CDU-Generalsekretär Josef Hovenjürgen mehrfach zu Wanderurlauben in Bad Berleburg. Ihn begeisterte die Ruhe, die weitgehend ungestörte Landschaft und auch die Unterkunft im Oberstadthotel. Außerdem würde ich eine Führung durch unser Berleburger Schloss empfehlen, eine Wanderung auf unserem Waldskulpturenweg sowie einen Besuch des Wisent-Geheges. Und wenn die Rheinländer mit ihrem Karneval anfangen, dann konter ich immer mit unserem Stünzelfest oder mit unseren traditionellen Schützenfesten.

Welche Schlagzeile aus der Landespolitik wollen Sie im kommenden Jahr in Wittgenstein lesen?

Dazu kann ich mich kaum entscheiden: a) Route 57: Planfeststellungsverfahren endlich amtlich! b) Endlich: erster Spatenstich an der Südumgehung Kreuztal!

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