Friedhöfe

Politiker: Verkleinerung an vier Standorten in Bad Berleburg

Ein Teil des Friedhofs auf dem Sengelsberg in Bad Berleburg soll demnächst als Tierfriedhof genutzt werden – in einem deutlich abgetrennten Areal. Die politische Diskussion läuft gerade.

Ein Teil des Friedhofs auf dem Sengelsberg in Bad Berleburg soll demnächst als Tierfriedhof genutzt werden – in einem deutlich abgetrennten Areal. Die politische Diskussion läuft gerade.

Foto: Britta Pedersen

Bad Berleburg.  Von den Plänen betroffen sind die Friedhöfe am Sengelsberg in der Bad Berleburger Kernstadt sowie jene in den Dörfern Aue, Elsoff und Richstein.

Einstimmig haben am Abend die Politiker im Ausschuss für Planen, Bauen, Wohnen und Umwelt dafür votiert, vier Friedhöfe im Stadtgebiet zu verkleinern: den am Sengelsberg in Bad Berleburg sowie jene in Aue, Elsoff und Richstein. Grund: Die Flächen werden einfach nicht mehr für die letzte Ruhe benötigt. Komplette Schließungen werde es aber nicht geben, hob Ausschuss-Vorsitzender Martin Schneider (CDU) hervor. Außerdem soll es auf den Friedhöfen bedarfsorientiert neue Bestattungsformen geben – und am Sengelsberg einen Tierfriedhof.

Zum einen gebe es ganz offensichtlich einen Bedarf dafür, so Stadtentwickler Tobias Feige in der Ausschuss-Sitzung. So hatten in der Projektgruppe zum Konzept insbesondere Kirchenvertreter ein solches zusätzliches Angebot als hilfreich für die Bewältigung der Trauer um den Verlust eines geliebten Tieres als äußerst hilfreich gesehen. Zum anderen sei vorgesehen, den angedachten Bereich auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern deutlich vom Rest des Friedhofs abzutrennen.

80 Prozent Kostendeckung durch höhere Gebühren

Otto Marburger (SPD), der dem Projekt „Tierfriedhof“ zunächst skeptisch gegenüber gestanden hatte, begrüßt es inzwischen – zumal es in der Kernstadt ja mittlerweile auch einen Tierbestatter gebe. „Wir sollten dieses Paket jetzt nicht mehr aufschnüren“, bewertete Werner Wegener (CDU) die Projektgruppen-Ergebnisse, zu denen im Übrigen auch teils höhere Friedhofsgebühren gehören, als überaus positiv. Zumal es wirklich nicht einfach sei, „diesen sensiblen Bereich“ der Friedhofsentwicklung anzugehen. Karl Heinrich Sonneborn (SPD) betonte, dass mit den neuen Gebühren-Höhen nun bis zu 80 Prozent der Kosten für die laufende Friedhofsunterhaltung gedeckt werden könnten.

Michael Düben (Grüne) wollte von der Verwaltung wissen, wie denn die angekündigte extensive Beweidung auf stillgelegten Flächen etwa in Aue oder Richstein gewährleistet werde. Naturschutzrechtlich arbeite die Stadt hier mit dem Kreis Siegen-Wittgenstein zusammen, so Baudezernent Christopf Koch – und plane „überall vertragliche Regelungen“, etwa mit örtlichen Landwirten, fügte Tobias Feige hinzu.

Stadtverordnete haben am 30. September das letzte Wort

Jürgen Weber (UWG) schließlich regte an, bei Projekten ähnlicher Dimension auf „mehr externen Sachverstand“ zu setzen. So habe der Projektgruppe zum Beispiel die Beteiligung eines Pfarrers mit großstädtischen Wurzeln sehr gut getan.

Das letzte Wort in Sachen Friedhofsentwicklung hat am Montag, 30. September, die Stadtverordneten-Versammlung. Der öffentliche Teil der Sitzung im großen Saal des Bürgerhauses am Markt beginnt um 18 Uhr.

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