Justiz

Notorischer Betrüger soll jetzt für 26 Monate ins Gefängnis

Wegen gewerbsmäßigen Betruges in vier Fällen hat ihn das Schöffengericht in Bad Berleburg am Freitag zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt.

Foto: Bastian Grebe

Wegen gewerbsmäßigen Betruges in vier Fällen hat ihn das Schöffengericht in Bad Berleburg am Freitag zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt.

Bad Laasphe/Bad Berleburg.   Es war immer die gleiche Masche, die einem 27 Jahre jungen Familienvater aus dem Raum Bad Laasphe jetzt zum Verhängnis werden dürfte.

Es war immer die gleiche Masche, die einem 27 Jahre jungen Familienvater aus dem Raum Bad Laasphe jetzt zum Verhängnis werden dürfte: Wegen gewerbsmäßigen Betruges in vier Fällen hat ihn das Schöffengericht in Bad Berleburg am Freitag zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt. Ein Blick in das Vorstrafenregister des Mannes genügt, um zu erkennen, dass Bewährung nicht in Frage kommt.

Mal waren es Autofelgen, mal komplette Alu-Räder, mal ein Navigationsgerät, dann zwei Lenkräder, zwei klappbare Außenspiegel und auch ein Opel „Omega“ für 1000 Euro – auf verschiedenen Internet-Plattformen und bei Auktionen im Netz stellte der Wittgensteiner immer wieder Autozubehör ein. Er fand Käufer, die ihm Geld überwiesen, doch geliefert hat der jetzt Verurteilte niemals.

Vorheriges Urteil wegen 11-fachen Betruges

„Ein klarer Fall von Betrug“, wertete Staatsanwältin Inga Happe, und sie sah wegen der Regelmäßigkeit diese Taten als gewerbsmäßig an. Ein Indiz dafür: Nur wenige Tage nach seiner letzten Verurteilung im September vergangenen Jahres (11-facher Betrug, hier läuft die Revision) bot der Beschuldigte erneut je ein Lenkrad bei „ebay-Kleinanzeigen“ an. Den Käufern gaukelte er vor, die Ware bald zu versenden. In Wirklichkeit passiert das allerdings nie. Dem Schöffengericht wollte der 27-Jährige weißmachen, er habe die Lenkräder nicht verschicken dürfen, weil der dazu gehörige Airbag dem Sprengstoffgesetz unterliege und nicht versandt werden dürfe. Telefonisch habe er das dem Käufer auch mitgeteilt; aber der habe sich nicht mehr gemeldet... Dem Gericht vorliegende Chat-Protokolle hingegen wirkten eher belastend und ließen den Betrug vermuten.

„Ich tue mich sehr schwer, Ihnen das so abzunehmen“, machte der Vorsitzende Richter Torsten Hoffmann deutlich. Er riet dem Angeklagten, in sich zu gehen und über ein Geständnis nachzudenken. Das würde dem Gericht immerhin den Spielraum bei der Strafzumessung erweitern.

Spätes Geständnis

Auch der als Pflichtverteidiger eingesetzte Rechtsanwalt Norbert Hartmann redete seinem Mandanten ins Gewissen, und das zehnminütige Gespräch unter vier Augen auf dem Gerichtsflur zeigte Wirkung: „Ich räume ein, dass alles Scheiße gelaufen ist. Ich will mich nicht mehr herausreden“, gab sich der junge Mann einsichtig und kündigte an, dass er sich mit Hilfe seines Verteidigers um Wiedergutmachung der durch ihn verursachten Schäden bemühen wolle.

Ob ihm das jemals gelingen wird? Richter Hoffmann jedenfalls sieht bei dem Angeklagten eine hohe Rückfallgeschwindigkeit und sagt: „Geldstrafen und Bewährungen waren bisher zwecklos. Sie haben sich von einer Sache in die andere geritten und gute Ratschläge ignoriert. Einmal muss Schluss sein.“ Daher sei die 26-monatige Haftstrafe nicht mehr zur Bewährung auszusetzen.

Ob und wann der Verurteilte ins Gefängnis muss, entscheidet das laufende Revisionsverfahren einer früheren Verurteilung., Auch ist damit zu rechnen, dass gegen das aktuelle Urteil Berufung eingelegt wird.

Dennoch hat die Arbeit der Gerichte allenfalls aufschiebende Wirkung. Es ist durchaus möglich, dass der Wittgensteiner erst vor der Einschulung seiner kleinen Tochter wieder frei kommt. Die ist jetzt fünf Monate alt.

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