Wasser

Landesamt fordert: Kläranlagen verbessern

Die Güte des Grundwassers vor Ort sei gut, so das LANUV – die der Flüsse eher nicht. Das Antibiotika-Problem habe man aber im Auge, sagt Kreislandwirt Lothar Menn. Unser Bild zeigt die Eder an der Preisdorfbrücke.

Foto: Christoph Vetter

Die Güte des Grundwassers vor Ort sei gut, so das LANUV – die der Flüsse eher nicht. Das Antibiotika-Problem habe man aber im Auge, sagt Kreislandwirt Lothar Menn. Unser Bild zeigt die Eder an der Preisdorfbrücke.

Erndtebrück.   Kläranlagen auch in Wittgenstein sollten bei Bedarf ertüchtigt werden, um sogenannte Mikro-Schadstoffe herauszufiltern.

Kläranlagen auch in Wittgenstein sollten bei Bedarf ertüchtigt werden, um sogenannte Mikro-Schadstoffe herauszufiltern – als Träger von Antibiotika und deren Rückständen, wie sie „immer wieder in Gewässern nachgewiesen“ würden, so das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW auf Anfrage unserer Zeitung. Unterdessen betont Kreislandwirt Lothar Menn aus Erndtebrück einmal mehr, dass die heimische Landwirtschaft das Problem im Auge habe. So setzten beispielsweise Tierärzte Antibiotika beim Vieh nur noch in Einzelfällen ein.

Ziel: Resistenzen vermeiden

„Der sachgerechte Einsatz von Antibiotika muss in der Tiermedizin genauso umgesetzt werden wie in der Humanmedizin“, sagt LANUV-Sprecherin Birgit Kaiser de Garcia. „Hier muss der Schwerpunkt liegen – denn je weniger Rückstände ins Abwasser gelangen, umso weniger muss später sehr aufwändig und teuer wieder herausgefiltert werden.“ Gleichzeitig werde landesweit „weiter an der Ertüchtigung von Kläranlagen gearbeitet, um den Eintrag von Rückständen in die Umwelt über Abwässer weitestgehend zu minimieren“.

Bakterien gebe es im Übrigen grundsätzlich überall, erläutert Kaiser de Garcia. Dass sie Resistenzen ausbildeten, sei nur zu vermeiden, indem Antibiotika im Abwasser verhindert würden.

Sicher: Als „gut“ werde der chemische Gesamtzustand der Grundwasser-Körper für den Kreis Siegen-Wittgenstein bewertet, so die gute Nachricht LANUV-Sprecherin. Der chemische Zustand der Fließgewässer dagegen sei ganz allgemein „nicht gut“ – wobei die Auswirkung etwa antibiotikaresistenter Bakterien auf die Gewässerqualität gerade erst erforscht werde.

Einsatz um 51 Prozent gesunken

Generell gebe es „für Anlagen, die mit wassergefährdenden Substanzen arbeiten, klare Rechtsvorschriften“, so Kaiser de Garcia. Und „deren Einhaltung wird bei kommunalen Behörden oder bei der Bezirksregierung überwacht“.

Der Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft sei zwischen 2011 und 2015 um 51 Prozent zurückgegangen, betont Kreislandwirt Lothar Menn – und zwar bundesweit. „Wir haben also etwas getan“, sagt er. Was die Keime angehe: „Wir haben immer weniger Tiere in den Ställen. Da hat sich das Problem schon von daher reduziert.“ Und Wittgensteins Gewässer? „Soweit ich informiert bin, ist die Wasserqualität bei uns wirklich gut“, ist Menn überzeugt. Auch, weil in Sachen Gülle inzwischen alles okay sei – „das bringt schon die neue Düngeverordnung mit sich“. So müssten Landwirte beim Ausbringen inzwischen bis zu fünf Meter Abstand von Gewässern halten.

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