Christbaum-Verkauf

Laaspher Wilhelm Meier seit 45 Jahren im Weihnachtstrubel

Auch mit 84 Jahren ist Wilhelm Meier in der Vorweihnachtszeit als „Christbaum-Verkäufer“ im Einsatz.

Auch mit 84 Jahren ist Wilhelm Meier in der Vorweihnachtszeit als „Christbaum-Verkäufer“ im Einsatz.

Foto: Wolfgang Thiel

Bad Laasphe.  Wilhelm Meier (84) aus Bad Laasphe hat schon Christbäume auf dem Münchner Viktualienmarkt verkauft – auch an den Operettenstar Johannes Heesters.

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Im Roman „Zauberberg“ von Thomas Mann wird deutlich, dass Weihnachtsfest und Christbaum untrennbar miteinander verbunden sind: „Der Baum im Speisesaal brannte, knisterte, duftete und hielt in den Köpfen und Herzen das Bewusstsein der Stunde wach.“ In den Anfängen seiner 500-jährigen Geschichte hatte der Weihnachtsbaum jedoch keinen Bezug zum Fest der Geburt Jesu und kam ohne christliche Symbole aus.

Der Wohlstand in vielen deutschsprachigen Regionen vor dem Dreißigjährigen Krieg bewirkte, dass an Stelle einiger Zweige ganze Nadelbäume mit der Spitze nach unten an der Decke aufgehängt wurden. Später fand der stehende Baum Platz in den deutschen Stuben. Im Jahr 2012 schmückten allein in Deutschland 23 Millionen natürliche Weihnachtsbäume Wohnräume, Straßen und Plätze. Wen wundert es also, dass in waldreichen Regionen wie dem Wittgensteiner Land und dem Sauerland die Waldbauern ihre Bestände an Tannen, Fichten und anderen Edelhölzern Jahr für Jahr aufstocken.

Die Interessen

Überall in unseren Wäldern ist bereits seit mehreren Wochen reges Treiben zu beobachten – Lastzüge mit heimischen und internationalen Kennzeichen und Waggons der Bahn werden mit den beliebten „Grünröcken“ beladen und europaweit an seine Bestimmungsorte gebracht. Mittendrin in dieser vorweihnachtlichen Hektik befindet sich seit 45 Jahren der Bad Laaspher Wilhelm Meier. Denn so lange verkauft der 84-Jährige bereits Weihnachtsbäume.

Nein, nicht hauptberuflich, schließlich handelt es sich bei dieser Tätigkeit ja um ein Saisongeschäft. Vielmehr ist es die Liebe zur Natur, die den rüstigen Senior in Bewegung hält. „Frische Luft und körperliche Arbeit halten mich fit“, erzählt Wilhelm Meier. Doch damit nicht genug. Er ist außerdem noch als Entertainer unterwegs, schreibt Mundartgedichte und präsentiert als „Master of Magic“ seine eigene Zaubershow: „Ich habe auch in schwierigen Situationen nie den Humor verloren und immer Haltung bewahrt.“

Erfahrungen aus seiner Münchener Zeit führten dazu, dort verkaufte er sieben Jahre lang Weihnachtsbäume auf dem Viktualienmarkt, so dass er von einem Waldbauern aus dem Wittgensteiner Land für den Weihnachtsbaumverkauf in der Laaspher Wasserstraße verpflichtet wurde. In der bayerischen Landeshauptstadt waren es unter anderem Johannes Heesters, Gerhard Wendland, Barbara Noack und Hans Stuck, die zu seinen Kunden zählten. Besonders zu dem Operettenstar Johannes Heesters entwickelte sich eine enge Freundschaft: „Jopie hat nie vergessen, an meinem Geburtstag anzurufen.“

Hilfreiche Tipps

Mitgebracht an die Lahn hat der sympathische Alleskönner seinen Verkaufsspruch: „Hast Du einen Baum von Wilhelm Meier, wird es eine schöne Feier“. Unseren Lesern möchte er folgenden Rat mit auf den Weg geben. „Wenn Sie mit ihrem Baum nach Hause kommen, stellen sie ihn bitte an einen kühlen, schattigen Platz. Wollen Sie ihre Nordmann-Tanne so glänzend wie im Wald haben, schneiden Sie den Baum frisch an und benutzen einen Wasserfuß. Die Flüssigkeit nimmt er sofort auf, täglich bis zu einem Liter. Ein qualitätsbewusster Käufer verlangt eine Nordmanntanne. Denn dieser Baum hat zahlreiche Vorteile: Er verliert keine Nadeln, hat ein schönes dunkles Kleid aus dichten kräftigen Zweigen und pikst nicht. Nach Weihnachten kann man ihn in den Garten stellen und mit Vogelfutterringen dekorieren. Probieren Sie es einmal aus. Ihr Nordmann-Baum und die gefiederten Freunde werden es Ihnen danken.“

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