Landwirtschaft

Heimatverein Elsoff: Es muss nicht immer hochmodern sein

Auch mit der Sense wurde dem gereiften Roggen zu Leibe gerückt – hier Karlfried Grauel in Aktion.

Auch mit der Sense wurde dem gereiften Roggen zu Leibe gerückt – hier Karlfried Grauel in Aktion.

Foto: Heimatverein Elsoff / WP

Elsoff.  Die traditionellen Methoden der Landwirtschaft will der Heimatverein Elsoff gesichert wissen – deswegen ging’s bei der Roggenernte zu wie früher.

Es muss nicht immer das modernste vom modernsten sein, manchmal kann auch guten Gewissens auf traditionelle Techniken und Maschinen zurückgegriffen werden – dass das funktioniert, bewies der Heimatverein Elsoff bei seiner Getreideernte mit alten Methoden.

„Wir machen das, um das alte Handwerk weiterzugeben. Es soll nicht verloren gehen“, erklärt Helmut Zacharias, der das Projekt organisatorische geleitet und auf der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins vorgestellt hatte.

Der Plan

Eigentlich sollten Grundschüler eingebunden werden um das Projekt ein Jahr lang zu begleiten, vor allem in den letzten großen Ernte-Tag sollten sie eingebunden werden, um auch ihnen die alten

Landwirtschaftsmethoden nahezubringen. Wegen Corona fiel dies jedoch ins Wasser – genauso wie das Backhausfest, bei dem gemeinsam mit dem selbst hergestellten Mehl Brot gebacken werden sollte. Abstands- und Hygieneregelungen machten des dem Heimatverein und den Grundschülern jedoch unmöglich, das Projekt wie geplant in Gänze durchzuführen.

Das Projekt

Zumindest bei der Aussaat aber konnten die Kinder noch mit dabei sein. Angebaut werden sollte Roggen, der früher als das „Brotgetreide“ galt. Ausgesät wurde per Hand aus dem Eimer, auf insgesamt 1500 Quadratmetern. „Das hat in etwa eine Stunde gedauert“, erinnert sich der Landwirt, der seine eigene Fläche für den Roggenanbau zur Verfügung stellte, denn – eine normale Grünfläche kann nicht ohne weiteres in einen Getreideacker umgewandelt werden.

Die Ernte

Die Ernte musste jetzt ohne die Kinder der Grundschule stattfinden, von der Verwendung der alten Maschinen und Methode hielt die Landwirte und Mitglieder des Heimatvereins jedoch nichts ab. Und so kamen sie zum Einsatz, die Sensen, die Trekker mit Handablage – das geerntete Getreide wurde dann von Hand gebunden und auch von Hand gedroschen, bevor es in eine Mühle gebracht wurde, um dort zu

Mehl weiterverarbeitet zu werden. Die Maschinen kamen von Privatleuten und waren noch in einwandfreiem Zustand – „die haben alle noch funktioniert, da musste man nichts mehr dran machen“, so Zacharias.

Die Maschinen stammen hauptsächlich aus den Jahren 1950 bis 1960 – sind also fast derselbe Jahrgang wie der 70-jähirge Zacharias selbst. Aber auch bei der Ernte mussten die Beteiligten der Abstandsregeln wegen Abstriche machen. „Es waren wegen Corona immer nur relativ wenige dabei“, blickt Zacharias zurück.

Die Wiederholung

Das Projekt soll nach Möglichkeit erneut stattfinden – dann hoffentlich ohne Corona und mit den Grundschülern, so Zacharias. Dann soll auch das Backhausfest mit dem Brotverkauf stattfinden – denn ein selbst gebackenes Brot aus selbst angebautem, geerntetem, gedroschenen und verarbeitetem Roggen schmeckt gleich noch mal so gut.

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