Natur & Umwelt

Gruppe „WeiterGedacht“: Klimaschutz fängt beim Geschirr an

Freitagsversammlung vor dem Bad Laaspher Rathaus: Die Aktivisten der Schülerinitiative hatten sie angemeldet an und nutzten ihre Mittagspause dafür.

Freitagsversammlung vor dem Bad Laaspher Rathaus: Die Aktivisten der Schülerinitiative hatten sie angemeldet an und nutzten ihre Mittagspause dafür.

Foto: Sophia Wydra

Bad Laasphe.   Bad Laaspher Schüler gründen die Initiative „WeiterGedacht“. Fast 30 Mitglieder sind derzeit aktiv. Nachwuchs aus den unteren Jahrgängen gesucht.

Beachtenswert sind die zahlreichen, insbesondere jungen Menschen, die sich für mehr Klimaschutz einsetzen, demons­trieren und direkten Kontakt zu Politikern suchen, um diese mit ihrer fehlenden Initiative zu konfrontieren. Allen voran die 16-jährige schwedische Aktivistin Greta Thunberg, deren Rede auf der UN-Klimakonferenz in Katowice und das Treffen mit dem UN-Generalsekretär António Guterres sich weltweit wie ein Lauffeuer verbreitete. Auch der 18-jährige Schüler Yannik Büdenbender vom Städtischen Gymnasium Bad Laasphe hat über Social Media vom Einsatz der Schwedin erfahren – und selbst eine Initiative gegründet.

Die Gründungsphase

„Diese Rede sollte für jeden ein Augenöffner sein“, sagt Büdenbender zu Thunbergs mutiger Rede. Innerhalb von vier Tagen trommelte der Aktivist Mitschüler zusammen und gründete eine sechsköpfige Kerngruppe. Binnen dieser kurzen Zeit entwarfen und bemalten die Schülerinnen und Schüler sowohl während der Schulzeit als auch in ihrer Freizeit T-Shirts mit den Aufschriften „There Is No Planet B“ und „Fridays For Future“.

Freitags darauf konnte die Gruppe durch das Tragen der Shirts Aufmerksamkeit in der Schülergemeinschaft gewinnen – und sich so innerhalb weiterer fünf Tage auf 26 Mitglieder erweitern. Und noch einen Freitag später meldeten die Aktivisten eine Versammlung vor dem Laaspher Rathaus an, nutzten ihre Mittagspause dafür. Zusätzlich erfolgte die Umbenennung von „Fridays For Future-Initiative“ in Projektgruppe „WeiterGedacht“, kurz WG.

Die Ideen der Gruppe

Die Gruppe will sich einerseits für allgemeinen Klimaschutz einsetzen, andererseits aber auch einen Fokus auf ihre Schule, das Gymbala, legen. Auch wenn der Prozess der Ideenfindung noch läuft, stehen einige Vorschläge zur langfristigen und nachhaltigen Erweiterung der Schule in Bezug auf Umweltfreundlichkeit bereits fest. So zum Beispiel die Anschaffung von richtigem Geschirr und Besteck anstelle von Plastikgeschirr, das momentan noch Anwendung bei Veranstaltungen findet.

Außerdem äußerte Yannik Büdenbender die Idee, einen Buchverleih unter Schülern und auch außerhalb der Schule zu etablieren. Durch das Anlegen eines Registers für alle verliehenen Bücher könne langfristig Papier gespart werden. „Wieso sollten wir neue Bücher kaufen, wenn wir eben diese von jemand anderem leihen können?“, begründet der Schüler sein Vorhaben. Schon vor „WeiterGedacht“ hatte er sich mit der Thematik Klima- und Umweltschutz auseinandergesetzt.

Das sagen die Aktivisten

Über „Zero Waste“ und seine Mitschülerin Samantha Hage kam er schließlich zur Projektgruppe „Futurum“, einer Umwelt-AG am Gymbala. Auch Hage hat sich „WeiterGedacht“ angeschlossen.

„Ich finde, das ist ein sehr wichtiges und gegenwärtiges Thema. Eigentlich sollte sich jede Generation damit auseinandersetzen – und nicht nur wir.“
Samantha Hage, Aktivistin, zum Klimaschutz

Und trotzdem sind gerade einige Lehrer, Politiker und auch Eltern nicht gerade begeistert von den Schulstreiks und diskutieren über das Fernbleiben vom Unterricht.

Man kann da eigentlich gar nicht drüber diskutieren. Wir sind junge Menschen und haben ein Recht darauf unsere Meinung zu sagen.“
Julius Scheffler, Aktivist, über Schulstreiks

„Schließlich wird unsere Generation die Folgen des Klimawandels am stärksten zu spüren bekommen. Wir sind die letzten, die etwas dagegen tun können“, fügt Samantha Hage hinzu. Der Aktivist Tobias Frank weist ebenfalls auf den Schaden hin, der in der Tierwelt verursacht wird und die zahlreichen Lebensräume, die den Tieren genommen werden.

Einfach mitmachen

Zur Zeit besteht „WeiterGedacht“ zu einem Großteil noch aus Schüler der Jahrgangsstufe 12. Da die aber ab Frühjahr nicht mehr am Gymbala sein werden, besteht ein großes Interesse daran, mehr Schüler der unteren Jahrgänge zu begeistern, damit das Projekt nicht im kommenden Schuljahr stirbt. „Wichtig ist aber, dass niemand der Gruppe beitritt, um einen Vorwand zum Schwänzen zu haben. Darum geht es nicht. Es geht um das Verfechten unserer Ziele zum Klima- und Umweltschutz“, betont Initiator Yannik Büdenbender.

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