800 Jahre Feudingen

Freiwillige engagieren sich aus Verbundenheit zu ihrem Dorf

Gehen gut gelaunt ins Jubiläumsjahr: Die Vorstandsmitglieder des Vereins Dorfgemeinschaft Feudingen (von links): Renate und Rolf Kaden, Sabine Kuhli, Hans-Hermann Weber, Werner Treude und Armin Joenke.

Foto: Christoph Vetter

Gehen gut gelaunt ins Jubiläumsjahr: Die Vorstandsmitglieder des Vereins Dorfgemeinschaft Feudingen (von links): Renate und Rolf Kaden, Sabine Kuhli, Hans-Hermann Weber, Werner Treude und Armin Joenke. Foto: Christoph Vetter

Feudingen.   Viele ehrenamtliche Helfer sind rund ums Jubiläum in Feudingen im Einsatz. Das stetig wachsende Gemeinschaftsgefühl ist der Lohn ihrer Arbeit.

Im Frühjahr hat Martin Henk, Ortsvorsteher von Christians­eck ungewöhnlichen Besuch bekommen. Vor der Haustür stand mit Rolf Kaden ein Vorstandsmitglied des Vereins Dorfgemeinschaft Feudingen. Er drückte Henk eine Einladung persönlich in die Hand. Eine Einladung, die Kaden und seine Mitstreiter Armin Joe­nke, Detlef Schneider und Al­fred Weber an alle Ortsvorsteher im Altkreis Wittgenstein verteilt haben.

Schallendes Gelächter

Ob es gelingt, all diese Männer und Frauen im Jubiläumsdorf Feudingen zusammenzubringen? Die Rückmeldungen jedenfalls für den Festzug und die Sternwanderung sind bislang vielversprechend, verrät die Vorstandsrunde, zu der sich „zwischen den Jahren“ unser Reporter im Landhotel Doerr gesellt hat. „Wieviele Sitzungen des Vorstands und der Arbeitskreise für das Jubiläum hat des denn eigentlich bislang gegeben?“ – unsere Frage wird mit einem schallenden Gelächter beantwortet – „Das kann man nicht mehr zählen“, lacht Werner Treude, Ortsvorsteher und Finanzchef des Vereins. Denn immerhin hat sich die Dorfgemeinschaft schon vor vier Jahren gegründet, um als gemeinnütziger Verein das Jubiläum vorzubereiten und durchzuführen. Dadurch gibt’s steuerliche Vorteile, Spendenquittungen können ausgestellt werden.

Mit dem Silvesterball und einem Feuerwerk rutschen in der ausverkauften Volkshalle 400 Feudinger an diesem Sonntag ins Jubiläumsjahr, das gespickt ist mit vielfältigen Veranstaltungen und Aktionen für Menschen jeder Altersgruppe.

Aber wer sind die Männer und Frauen, die sich ehrenamtlich engagieren, die Fäden in der Hand halten und die Weichen stellen für das gute Gelingen? Warum setzen sie sich eigentlich ein? „Es ist die Verbundenheit zu unserem Dorf“, kommt es unisono aus der Vorstandsrunde. Manche haben auch eine Verbindung zur 750-Jahrfeier in 1968. Da war beispielsweise Rolf Kadens Vater Mitglied im Festausschuss, Hans-Hermann Weber saß als junger Mann auf seinem McCormick und zog eine Spinnstube im Festzug.

Nur wenige Bedenkenträger

Das Engagement lohnt sich, betonen Carola Friedrich und Sabine Kuhli. Das das weitere Zusammenwachsen und die Stärkung der Dorfgemeinschaft sei deutlich spürbar, seitdem die Vorbereitungen laufen. Zwar hätte der ein oder andere gesagt, „es sind noch vier Jahre bis dahin, was wollt ihr denn schon?“, weitere wiederum entpuppten sich als „Bedenkenträger“, die aber bis heute weitgehend überzeugt worden sind. Denn, so betont Hans-Hermann Weber: „Jedem war klar, zum Jubiläum muss was gemacht werden. Es war zwar nicht einfach, Leute zu finden, die stringent und aktiv mitmachen, weil der Job enorm zeitaufwändig ist. Aber jetzt steht eine Truppe, die mitzieht.“

Hinter den Kulissen

Im Vordergrund steht sie aber nicht. Vielmehr arbeiten die Ehrenamtlichen „hinter den Kulissen“, wie die „Helfertruppe Logistik“, besetzt mit Experten, die schon aufgrund ihrer Berufe mit fachlicher Manpower und Maschinen mit anpacken. Oder die Straßengruppe „Ammelshelle“, die mit 21 Leuten beim Silvesterball aktiv sind. Über 150 Menschen aus allen Feudinger Vereinen, die Pfingstbaumgemeinschaften, Feuerwehr, THW und Bauhofmitarbeiter sorgen bei den vier „Feiertagen im Mai dafür, dass alles reibungslos läuft und die Gäste weder Hunger noch Durst haben müssen. Beim Festkommers bewirten die „Kellerkinder“ aus dem Auerbach. Für das Tambourkorps des TV und die Oberlahntaler Musikanten ist die Teilnahme am Zapfenstreich natürlich Ehrensache. Die Kinderbetreuung liegt verantwortlich beim CVJM, der Unterstützung aus den örtlichen Vereinen sowie der Jugendfeuerwehr bekommt. Und auch die Kirchengemeinde zieht voll mit, unterstreicht der Vorstand. „Pfarrer Oliver Lehnsdorf hat gesagt, wenn ihr mich braucht, sag Bescheid, dann bin ich da.“ Wie er das gemeint hat, zeigt sich zum Jahreswechsel: Anstatt seinen traditionellen Silvesterurlaub mit der Familie an der See zu verbringen, lässt er seine Lieben allein fahren und rutscht dafür mit seinen Schäfchen in der Volkshalle ins Jubiläumsjahr.

Eine Chronik und drei Schirmherren

Mit der Dorfgeschichte aus den vergangenen fünf Jahrzehnten sowie mit einer Zeitleiste von den Kelten bis heute wird eine neue Feudinger Dorfchronik rechtzeitig zu den Jubiläumsfeierlichkeiten erscheinen.

Die Dorfgemeinschaft hat als Jubiläum-Schirmherren die drei noch lebenden Mitglieder des Festausschusses von 1968 erkoren. Es sind Ernst Althaus, Manfred Kuhli und der damalige Pfarrer Hans Gerd Ströhmann.

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